
             Debian GNU/Linux 2.1 Installation; Fr Intel x86
             ------------------------------------------------

                               Bruce Perens

                               Sven Rudolph

                               Igor Grobman

                               James Treacy

                               Adam Di Carlo

                            Christian Leutloff

                            Alexander Harderer

                           Philipp Frauenfelder

                              Martin Schulze

                        version v2.1 , 17 Mai 1999


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Zusammenfassung
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     In diesem Text wird die Installation von Debian GNU/Linux 2.1
     ausfhrlich beschrieben. Nach den notwendigen Vorbereitungen, wie etwa
     dem Sichern der alten Daten, liegt das Hauptaugenmerk auf der
     Installation des Basis-Systems. Wenn Sie von einer bestehenden
     Debian-Installation auf Debian GNU/Linux 2.1 upgraden mchten, lesen
     Sie die Debian 2.1 Release Notes (http://www.debian.de/2.1/). Dieser
     Text basiert auf ``Installing Debian Linux 2.1 '' (install.html) von
     Bruce Perens, Sven Rudolph, Igor Grobman, James Treacy und Adam Di
     Carlo (Text vom 6. Februar 1999), wurde jedoch an die Bedrfnisse
     deutschsprachiger Anwender angepat.


Copyright Hinweis
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     This document may be distributed and modified under the terms of the
     GNU General Public License.
      1996 Bruce Perens
      1996, 1997 Sven Rudolph
      1998 Igor Grobman, James Treacy
      1998, 1999 Adam Di Carlo
      1997 Christian Leutloff
      1998 Alexander Harderer
      1999 Philipp Frauenfelder
      1998, 1999 Martin Schulze

     Dieses Dokument wird unter den in der GNU General Public License
     (http://www.gnu.org/copyleft/gpl.html) beschriebenen Regeln
     vertrieben.[1]

     [1]  Die GPL finden Sie auf einem installierten System auch unter
          `/usr/doc/copyright/GPL' oder `/usr/share/common-licences/GPL'

     Wir erwarten, da Sie Debian und die Autoren dieses Dokuments
     gebhrend in allen weiteren aus diesem Text entstandenen Dokumenten
     erwhnen. Wenn Sie diesen Text ndern oder verbessern, bitten wir
     darum, da uns die nderungen geschickt werden. Lesen Sie dazu bitte
     Subsection 12.4.1, `Ergnzungen zu diesem Text'.


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Inhalt
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     1.        Willkommen zu Debian GNU/Linux
     1.1.      Was ist Linux?
     1.2.      Was ist Debian GNU/Linux?
     1.3.      Hurd?
     1.4.      Organisation dieses Textes
     1.5.      Copyrights und Lizenz-Bestimmungen

     2.        Systemvoraussetzungen
     2.1.      Untersttzte Hardware
     2.2.      Peripherie und weitere Hardware
     2.3.      Windows-spezifische Hardware
     2.4.      Andere und ungeeignete Hardware
     2.5.      Installationsmedien
     2.6.      Hardwarekauf speziell fr GNU/Linux

     3.        Von Debian untersttzte Installationsmedien
     3.1.      Initial Boot Medium
     3.2.      Linux-Kernel und Treibermodule
     3.3.      Basis-System
     3.4.      Debian-Pakete

     4.        Vorbereitungen
     4.1.      Datensicherungen (Backups)
     4.2.      Notwendige Informationen
     4.3.      Planung der Nutzung des Systems
     4.4.      Konfiguration Ihres Rechners

     5.        Partitionieren der Festplatte
     5.1.      Hintergrnde
     5.2.      Festplatten-Einschrnkungen bei PCs
     5.3.      Namen der Gertetreiber unter Linux
     5.4.      Empfohlene Partitionierung
     5.5.      Beispiele
     5.6.      Wann soll man partitionieren
     5.7.      Verlustloses Partitionieren von DOS, Windows 95 oder OS/2
     5.8.      Partitionierung fr DOS

     6.        Installationsmethoden fr Debian
     6.1.      Einfhrung
     6.2.      Installations-Medien auswhlen
     6.3.      berblick ber die Installationsdateien
     6.4.      Installation von der Festplatte
     6.5.      Installation von CDROM
     6.6.      Installation ber NFS
     6.7.      Installation von Disketten
     6.8.      Installation auf Systemen mit wenig Arbeitsspeicher
     6.9.      Schreiben der Disketten-Images auf Diskette

     7.        Booten des Installations-Systems
     7.1.      Einflunahme auf den Bootvorgang
     7.2.      Tastaturbelegung
     7.3.      Booten mit der Notfall-Diskette (_rescue_)
     7.4.      Rechner mit wenig Hauptspeicher (RAM)
     7.5.      Von CDROM booten
     7.6.      Kernel-Meldungen interpretieren
     7.7.      Fehlersuche im Bootvorgang

     8.        Schrittweise Konfiguration des Systems
     8.1.      Mengefhrte Installation
     8.2.      Farb- oder Schwarz/Wei-Darstellung
     8.3.      Debian GNU/Linux Installation Hauptmen
     8.4.      Tastatur konfigurieren
     8.5.      Letzte Chance!
     8.6.      Festplatte partitionieren
     8.7.      Initialisieren (Formatieren) und Aktivieren der
               Swap-Partition
     8.8.      Initialisieren der Linux-Partition
     8.9.      Kernel und Gertetreiber installieren
     8.10.     Konfiguration des PCMCIA-Support
     8.11.     Konfiguration der Treiber-Module
     8.12.     Konfiguration des Netzwerks
     8.13.     Basis-System installieren
     8.14.     Konfiguration des Basis-Systems
     8.15.     Von der Festplatte booten
     8.16.     Erstellen einer Boot-Diskette
     8.17.     Der Augenblick der Wahrheit (_smoke test_)
     8.18.     Eingeben des Root-Paworts
     8.19.     Benutzer anlegen
     8.20.     Shadow-Pawrter
     8.21.     PCMCIA entfernen
     8.22.     Vorbereitete Profile auswhlen
     8.23.     Einloggen
     8.24.     PPP-Konfiguration

     9.        Einfhrung in die Paket-Verwaltung
     9.1.      Aktuell: `dselect'
     9.2.      Next Generation: `apt-get'
     9.3.      Weitere Paketverwalter

     10.       Nchste Schritte und wie weiter
     10.1.     Ist Unix Neuland fr Sie?
     10.2.     Orientierung innerhalb von Debian
     10.3.     DOS/Windows reaktivieren
     10.4.     Weitere Informationen
     10.5.     Kernel selbst kompilieren
     10.6.     Literatur

     11.       Technische Informationen zu den Boot-Disketten
     11.1.     Quellcode
     11.2.     Die Notfalldiskette
     11.3.     Kernel ersetzen
     11.4.     Die Basisdisketten

     12.       Anhang
     12.1.     Informations- und Bezugsquellen
     12.2.     Hinweise zur Benutzung einer deutschen Tastatur mit X11
     12.3.     Gertedateien in `/dev' und Ihre Bedeutung
     12.4.     Schlubemerkungen


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1. Willkommen zu Debian GNU/Linux
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     Wir sind froh, da Sie sich fr Debian GNU/Linux entschieden haben.
     Wir sind berzeugt davon, da Sie Debian als einzigartig unter den
     Betriebssystem-Distributionen erkennen werden. Debian bringt freie
     Software aus der ganzen Welt zusammen und integriert sie in ein
     konsistentes Ganzes. Debian ist sicherlich mehr als die Summe seiner
     Einzelteile.

     Die Debian GNU/Linux Distribution besteht aus einer groen Anzahl von
     sogenannten _Paketen_. Jedes Paket besteht aus Programmen, Skripten,
     Dokumentation und Konfigurations-Informationen. Jedes Paket hat einen
     oder mehrere _Betreuer_, die fr dieses Paket verantwortlich sind. Auf
     diese Weise wchst Debian _skalierbar_. Jeder, der sich an den Debian
     Gesellschaftsvertrag (http://www.debian.de/social_contract) hlt, kann
     auch Paket-Betreuer werden. Jeder Betreuer kann neue Software zu
     Debian hinzufgen -- vorausgesetzt die Software erfllt unsere
     Kriterien fr freie Software und das Paket erfllt unsere
     Qualitts-Anforderungen.

     Die Debian Richtlinien fr freie Software
     (http://www.debian.de/social_contract#guidelines) beinhaltet Debians
     Definition freier Software. Es ist eine sehr einflureiche Definition
     in der Bewegung freier Software und hat die Grundlage fr die Open
     Source Free Software Guidelines (http://opensource.org/osd.html)
     geliefert.

     Nur Debian hat eine ausfhrliche Spezifikation ihrer
     Qualitts-Anforderungen, die Debian Policy
     (http://www.debian.de/doc/debian-policy/). Dieses Dokument definiert
     die Standards und Qualittsanforderungen, die alle Debian-Pakete
     erfllen mssen.

     Um Ihr System gegen Trojaner und andere bswillige Software zu
     schtzen, wird bei jedem Paket verifiziert, da es wirklich von einem
     registrierten Paket-Betreuer (einem sogenannten Maintainer)
     hochgeladen wurde. Die Paket-Betreuer verwenden zudem sehr viel
     Sorgfalt dafr, die Pakete auf eine sichere Weise zu konfigurieren.
     Wenn es mit ausgelieferten Paketen Probleme gibt, sind korrigierte
     Versionen in der Regel sehr schnell verfgbar. Durch einfaches
     periodisches Aktualisieren laden Sie alle Korrekturen aus dem Internet
     und halten Ihr System sicher auf einem aktuellen Stand.

     Weitere allgemeine Informationen zu Debian finden Sie in der Debian
     FAQ (http://www.debian.de/doc/FAQ/).


1.1. Was ist Linux?
-------------------

     Linux ist ein freies Betriebssystem fr Ihren Computer. Ein
     Betriebssystem besteht aus einer Reihe von grundlegenden Programmen,
     die Ihr Rechner zum Arbeiten bentigt. Der wichtigste Teil eines
     Betriebssystems ist der Kernel. Er ist das Programm, welches fr alle
     Basisaufgaben wie das Ansteuern der verschiedensten
     Hardware-Komponenten, Verwaltung des Festplattenplatzes und
     Organisation des Arbeitsspeichers zustndig ist. Er sorgt ebenfalls
     fr das Starten von anderen Programmen. Linux ist streng genommen
     ausschlielich der Kernel. Umgangssprachlich wird damit jedoch
     meistens ein GNU/Linux System gemeint, also ein System, das auf dem
     Linux-Kernel sowie vielen GNU-Programmen basiert.

     Linux wurde 1991 vom Finnen Linus Torvalds ins Leben gerufen,
     heutzutage arbeiten mehrere Hundert Menschen am Kernel mit. Linus
     koordiniert diese Arbeiten und entscheidet, was in den Kernel
     aufgenommen wird und was nicht.


1.2. Was ist Debian GNU/Linux?
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     Es ist ein freies Betriebssystem, basierend auf dem Linux-Kernel von
     Linus Torvalds. Ein groer Teil der grundlegenden Anwendungen stammt
     aus dem GNU-Projekt und ist ebenfalls frei. Was sich die Anwender vor
     allem wnschen, ist Software (Programme), um alle anfallenden Arbeiten
     zu erledigen. Vom Editieren von Texten, ber die Verwaltung von
     Betrieben, bis hin zum Spielen und Entwickeln neuer Programme. Debian
     besteht aus etwa 2500 Paketen (vorkompilierte Programme, zur
     einfacheren Installation in einer Datei verpackt) -- alle frei. Mehr
     ber die Copyrights und Lizenz-Bestimmungen lesen Sie in Section 1.5,
     `Copyrights und Lizenz-Bestimmungen'.

     Die Installation von Debian GNU/Linux kann auf unterschiedliche Arten
     erfolgen. Sie knnen es von Disketten, CDROM (wie z.B. der OfficialCD,
     den Sets der Fachbuchhandlung Lehmanns, LinuxLand International oder
     dem Vogel-Verlag), von DOS aus und bers Netzwerk installieren.
     Anschlieend werden die Softwarepakete installiert. Diese knnen von
     den beiliegenden CDs, von der Festplatte oder ber das Netzwerk
     gelesen werden. Wenn Sie das System auf dem Laufenden halten mchten,
     bietet sich die Aktualisierung ber das Netzwerk an, auch wenn Sie nur
     einen PPP-Zugang zur Verfgung haben.

     Wenn Sie auf Probleme stoen oder sich nur mit Gleichgesinnten
     unterhalten mchten, sollten Sie sich in die deutsche Mailing-Liste zu
     Debian eintragen. Dazu schicken Sie eine Mail an <majordomo@jfl.de>
     und schreiben in die erste Zeile `subscribe debian-user-de'. Mails an
     die Liste senden Sie an <debian-user-de@jfl.de>.


1.3. Hurd?
----------

     Manche mgen sagen _Hurd hurts_, wir denken anders. Bei Hurd handelt
     es sich, wie bei Linux auch, um einen Betriebssystem-Kern. Die interne
     Architektur ist jedoch anders als bei Linux. Hurd ist ein MACH-Kernel,
     whrend Linux ein monolitischer Kernel ist.

     Debian GNU/Hurd ist ein Debian GNU-System, das den Hurd-Kernel
     verwendet. Dieses System wird zur Zeit aufgebaut, es gibt keine
     Version 2.1 davon. Abgesehen vom Kernel-Management, wird es, genauso
     installiert und gewartet werden wie Debian GNU/Linux. Interessenten
     seien an dieser Stelle auf die Mailingliste
     <debian-hurd@lists.debian.org> verwiesen.

     Wie man sich in eine Liste von `@lists.debian.org' einschreibt, steht
     auf der Anmeldungs-Seite
     (http://www.debian.de/MailingLists/subscribe).


1.4. Organisation dieses Textes
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     Dieses Dokument soll als Anleitung fr die Leute dienen, die das erste
     Mal mit Debian GNU/Linux in Kontakt kommen. Wir versuchen sowenig
     Annahmen wie mglich ber den Kenntnisstand des Lesers zu machen. Wir
     setzen allerdings etwas Wissen ber die Funktionsweise Ihrer Hardware
     voraus.

     Auch versierte Benutzer finden vielleicht noch ntzliche Referenzen in
     diesem Dokument, zum Beispiel minimale Installations-Gren, Details
     ber den Hardware-Support und so weiter. Wir ermutigen auch Experten,
     in diesem Dokument zu schmckern.

     Dieses Handbuch ist linear organisiert und fhrt den Benutzer Schritt
     fr Schritt durch die Installation. Hier sind die wichtigsten Schritte
     und die entsprechenden Kapitel.

     1.   Stellen Sie fest, ob Ihre Hardware den Anforderungen fr eine
          Installation gengt. Siehe Kapitel 2, `Systemvoraussetzungen'.

     2.   Machen Sie ein Backup, konfigurieren Sie Ihre Hardware und
          sammeln Sie die ntigen Informationen. Siehe Kapitel 4,
          `Vorbereitungen' und Section 4.4, `Konfiguration Ihres Rechners'.

     3.   Partitionieren Sie Ihre Festplatte(n), ein wichtiger Schritt, da
          Sie eine Weile damit zu leben haben. Siehe Kapitel 5,
          `Partitionieren der Festplatte'.

     4.   Bereiten Sie das Installations-Medium Ihrer Wahl vor, die
          verschiedenen Arten der Installation werden beschrieben. Siehe
          Kapitel 6, `Installationsmethoden fr Debian'.

     5.   Booten Sie das Installations-System. Einzelheiten werden in
          Kapitel 7, `Booten des Installations-Systems' beschrieben.

     6.   Machen Sie die ersten Einstellungen, um die eigentliche
          Installation vorzubereiten. Siehe Kapitel 8, `Schrittweise
          Konfiguration des Systems'.

     7.   Installieren Sie das Basis-System. Section 8.13, `Basis-System
          installieren'

     8.   Booten Sie das frisch installierte System und konfigurieren Sie
          es. Section 8.17, `Der Augenblick der Wahrheit (_smoke test_)'

     9.   Installieren Sie den Rest des Systems mit `dselect' oder
          `apt-get'. Kapitel 9, `Einfhrung in die Paket-Verwaltung'

     Wenn Sie Ihr System installiert haben, knnen Sie mehr ber die
     nchsten Schritte nachlesen. Siehe Kapitel 10, `Nchste Schritte und
     wie weiter'. Das Kapitel gibt Ihnen nhere Auskunft ber Unix, Debian
     und wie man einen Kernel kompiliert. Wenn Sie Ihr eigenes
     Installations-System aus unserem Quellcode erzeugen mchten, lesen Sie
     Kapitel 11, `Technische Informationen zu den Boot-Disketten'.

     Wenn Sie etwas zu diesem Dokument beitragen mchten, dann lesen Sie
     bitte in Subsection 12.4.1, `Ergnzungen zu diesem Text' wie Sie es am
     besten machen.


1.5. Copyrights und Lizenz-Bestimmungen
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     Wir sind sicher, da Sie die Lizenz-Bedingungen gelesen haben, die mit
     vielen kommerziellen Softwareprodukten ausgeliefert werden. Sie
     gestatten Ihnen oftmals nur die Benutzung einer einzigen Softwarekopie
     auf einem einzigen Computer. Bei einem Debian GNU System ist dieses
     anders. Wir fordern Sie auf, das System auf jedem Computer in Ihrer
     Umgebung, Schule oder Arbeitssttte zu installieren. Geben Sie es
     Ihren Freunden und helfen Sie Ihnen, Debian auf Ihren Computern zu
     installieren. Wenn Sie mchten, knnen Sie auch Tausende von Kopien
     herstellen und sie _verkaufen_ - mit nur wenigen Einschrnkungen. Dies
     ist machbar, da Debian GNU auf _freier Software_ basiert.

     Freie Software bedeutet jedoch nicht, da sie kein Copyright besitzt.
     Es bedeutet auch nicht, da die CD mit der freien Software kostenlos
     zu erwerben ist. _Freie Software_ heit, da die Copyright- und
     Lizenz-Bestimmungen es Ihnen erlauben, die Programme zu nutzen und zu
     kopieren, ohne dafr bezahlen zu mssen. Es gibt zum Teil
     Einschrnkungen, wie die Software vervielfltigt werden darf, aber das
     knnen Sie in Ruhe nachlesen, wenn Sie das System installiert
     haben.[1]

     [1]  Beachten Sie, da wir auch viele Pakete zur Verfgung stellen,
          die die Kriterien fr freie Software nicht erfllen. Diese Pakete
          werden in den `contrib' oder `non-free' Bereichen zur Verfgung
          gestellt. Die Debian-Distribution besteht nur aus `main'. Mehr
          dazu knnen sie in der Debian-FAQ (http://www.debian.de/doc/FAQ/)
          unter ``Debian FTP archives'' nachlesen.

     Viele Programme sind beispielsweise unter der _GNU General Public
     License_ (_GPL_) lizensiert. Die GPL verpflichtet Sie, den Quellcode
     des Programms zur Verfgung zu stellen, wenn Sie eine Kopie eines
     Programmes weitergeben. Daher haben wir den _Quellcode_ der
     betroffenen Programme in das Debian GNU System integriert. Nach der
     Installation finden Sie die Copyright- und Lizenz-Bestimmungen der
     Programme aller Pakete in Verzeichnis
     `/usr/doc/_Paketname_/copyright'.

     Weiterfhrende Informationen ber Lizenzen und darber, wie bei Debian
     GNU entschieden wird, ob ein Paket frei genug ist, um in die Debian
     GNU Distribution mit aufgenommen zu werden, befinden sich im
     Gesellschafts-Vertrag von Debian (_Debian Social Contract_). Sie
     finden dieses Dokument zum Beispiel im Web
     (http://www.debian.de/social_contract), samt Deutscher bersetzung,
     falls als Sprache im Browser 'DE' eingestellt ist.

     Die wichtigste der rechtlichen Bestimmungen ist, da alle Programme
     ohne jegliche Garantieleistungen ausgeliefert werden. Die Menschen,
     die freie Software erstellen, haben ein Interesse daran, Software zu
     schreiben und zu warten, nicht jedoch auch noch gerichtlich verfolgt
     zu werden.


-------------------------------------------------------------------------------


2. Systemvoraussetzungen
------------------------

     Dieses Kapitel enthlt die Hardware-Anforderungen von Debian. Sie
     finden hier zudem Verweise auf weitere Informations-Quellen.


2.1. Untersttzte Hardware
--------------------------

     Debian stellt keine greren Hardware-Anforderungen als der
     Linux-Kernel, `gcc' und die GNU-Tools. Daher kann Debian prinzipiell
     auf jeder Architektur installiert werden, auf der es den Linux-Kernel,
     `libc', `gcc' etc. gibt, und fr welche ein Debian-Port existiert.

     Es gibt allerdings gewisse Einschrnkungen in der Sammlung von
     Boot-Floppies in bezug auf die untersttzte Hardware. Einige
     Architekturen, auf denen Linux und Debian laufen, werden von den
     Boot-Floppies noch nicht untersttzt. Wenn das bei Ihnen der Fall ist,
     mssen Sie Ihre eigene Boot-Diskette erstellen (siehe Kapitel 11,
     `Technische Informationen zu den Boot-Disketten') oder eine
     Installation ber das Netzwerk durchfhren.

     Wir werden hier nicht jede mgliche Hardware-Konfiguration auflisten,
     sondern geben allgemeine Hinweise und Verweise auf weitere
     Informationen.

     Whrend man sich frher vor dem Kauf eines Rechners, auf dem auch
     Linux laufen sollte, genau informieren mute, welche Hardware von
     Linux untersttzt wird, darf man heute getrost davon ausgehen, da
     gngige PC-Hardware keine Probleme macht. Lediglich bei allerneuesten
     und exotischen Komponenten, insbesondere Grafikkarten, Netzwerkkarten
     und CD-Schreibern, kann es noch zu Schwierigkeiten kommen. Auch bei
     3D- und Sound-Karten gibt es Schwierigkeiten. Details entnehmen Sie
     bitte dem Linux Hardware Compatibility HOWTO
     (http://www.linuxdoc.org/Hardware-HOWTO.html).

2.1.1. Untersttzte Architekturen
---------------------------------

     Debian 2.1 untersttzt insgesamt vier verschiedene Architekturen:
     Intel x86-basiert, Motorola 680x0 wie Atari, Amiga und alte
     MacIntosh-Rechner, DEC Alpha und SPARC. Diese werden als _i386_,
     _m68k_, _alpha_ und _sparc_ bezeichnet.

     Diese Text beschreibt hauptschlich die Installation fr die
     _i386_-Architektur. Fr weitere Architekturen informieren Sie sich
     bitte auf den Seiten der Debian-Ports (http://www.debian.de/ports/).

2.1.2. CPU, Motherboard und Grafik-Untersttzung
------------------------------------------------

     Debian GNU/Linux kann auf Computern installiert werden, die mit einem
     Intel 386, 486, Pentium, Pentium Pro, Pentium II oder III Prozessor
     ausgerstet sind. Dabei kann es sich auch um Clones der Firmen AMD,
     Cyrix, IBM, TI u.a. handeln. Die verschiedensten Prozessorversionen
     wie ``sx'', ``sl'', ``slc'', usw. sind genauso geeignet. Linux
     funktioniert _nicht_ auf 286ern oder lteren Computern.

2.1.3. I/O-Bus
--------------

     Der I/O-Bus ist der Teil des Motherboards, der es der CPU ermglicht,
     mit der Peripherie zu kommunizieren. Ihr Rechner mu mit ISA-, EISA-,
     PCI-, MCA- oder VL-Bus ausgestattet sein. Der VL-Bus wird teilweise
     auch als VESA Local Bus oder VLB bezeichnet. Computer, die mit PCI
     oder VLB ausgestattet sind, besitzen meist auch ISA oder EISA
     Steckpltze.

2.1.4. Grafikkarten
-------------------

     Sie sollten auf dem Rechner, auf dem Sie Linux installieren, eine
     VGA-kompatible Grafikkarte fr die Konsole verwenden. Nahezu jede
     moderne Grafikkarte erfllt diese Bedingung. CGA, MDA oder HGA sollten
     ebenfalls funktionieren, vorausgesetzt, Sie bentigen nicht die
     grafische Oberflche X11. X11 wird vom Installations-Programm nicht
     benutzt. Die Verwendung eines Terminals an der seriellen Schnittstelle
     wird vom Installationsprogramm noch nicht untersttzt.

     Bei den neuen AGP Steckpltzen fr Grafikkarten handelt es sich um
     eine Modifikation der PCI Spezifikation. Die meisten AGP Grafikkarten
     arbeiten mit XFree86 zusammen. Auf der Seite von XFree86
     (http://www.xfree86.org/) finden Sie weitere Informationen zum Thema
     XFree86, unter anderem auch eine Liste
     (http://www.xfree86.org/cardlist.html) der von Linux untersttzten
     Grafikkarten. Debian GNU/Linux setzt die Version 3.3.2.3a von XFree86
     ein.

2.1.5. Mehrprozessor-Systeme
----------------------------

     Untersttzung fr Systeme mit mehreren Prozessoren, auch _symmetric
     multi-processing_ oder SMP (im Gegensatz zu _asymmetric
     multi-processing_ oder AMP) genannt, ist fr x86-basierte Rechner
     gegeben. Dem Kernel der Boot-Disketten von Debian 2.1 fehlt diese
     Untersttzung jedoch. Das soll Sie aber nicht von der Installation
     abhalten, es wird solange nur der erste Prozessor benutzt.

     Um alle Prozessoren benutzen zu knnen, mssen Sie den Standard-Kernel
     durch einen eigenen ersetzen. Informationen zum Kompilieren des
     Kernels finden Sie in Section 10.5, `Kernel selbst kompilieren'. Beim
     aktuellen Kernel (2.0.36) mssen Sie das Haupt-Makefile des Kernels
     editieren und das Kommentarzeichen in der Zeile `SMP = 1' entfernen.
     Um Software auf einem SMP-System zu kompilieren, sollten Sie sich die
     Dokumentation zu `make' hinsichtlich der `-j'-Option durchlesen.

     Wenn Sie den aktuellen stabilen Kernel 2.2.x installieren mchten,
     damit Ihr Mehr-Prozessor-System besser untersttzt wird, mssen Sie
     nur sehr wenige Pakete aus der momentan unstabilen Distribution
     installieren. Beim Kernel 2.2.x befindet sich die SMP Einstellung
     nicht mehr im Makefile, sondern in der normalen Konfiguration.

2.1.6. Laptops und Notebooks
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     Linux untesttzt auch tragbare Computer. Bei Notebooks wird allerdings
     vielfach spezielle oder proprietre Hardware eingesetzt. Um
     herauszufinden, ob ein spezielles Notebook-Modell mit GNU/Linux
     funktioniert, konsultieren Sie die Linux Laptop Seiten
     (http://www.cs.utexas.edu/users/kharker/linux-laptop/).

2.1.7. Hauptspeicher und Festplatte
-----------------------------------

     Die Boot-Disketten von Debian enthalten einen Kernel, der eine
     maximale Anzahl von Systemen untersttzen soll. Er enthlt daher eine
     groe Anzahl Treiber. Dadurch wird der Kernel sehr gro und beinhaltet
     Treiber, die nie benutzt werden. Die Untersttzung mglichst vieler
     Systeme ist jedoch wichtig. Nach Abschlu der Installation sollten Sie
     daher einen auf Ihr System zugeschnittenen Kernel kompilieren. Siehe
     dazu Section 10.5, `Kernel selbst kompilieren'.

     Sie bentigen mindestens 5 MB Hauptspeicher (RAM) und 40 MB freie
     Festplattenkapazitt. Wenn Ihr Rechner tatschlich nur ber 5 MB
     Hauptspeicher verfgt, sollten Sie zum Installieren nicht die normale
     Notfall-Diskette `resc1440.bin' sondern die Diskette mit dem Namen
     `lowmem.bin' verwenden. Die Installation wird ziemlich langsam
     vonstatten gehen, da die Verarbeitung aller Pakete einige Megabytes an
     Speicher erfordert. Wir empfehlen daher, Debian auf einem System mit
     mehr Arbeitsspeicher zu installieren und anschlieend die Festplatte
     auszutauschen.

     Mchten sie _alle_ Pakete, vom Schachspiel bis zum
     Platinenlayoutprogramm, installieren, so bentigen Sie knapp 2,5 GB
     fr das reine System. Allerdings knnen Sie nicht wirklich alles
     installieren, da einige Pakete nicht gleichzeitig installiert sein
     drfen. Darum kmmert sich jedoch die Paketverwaltung.

     Ein vernnftiges System erhalten Sie ab 300 MB. Fr ein mehr oder
     weniger komplettes System bentigen Sie etwa 800 MB.

     Im Prinzip enthlt der Installations-Kernel Untersttzung fr
     Disketten, IDE-Festplatten, IDE-Diskettenlaufwerke, IDE-Gerte am
     Parallelport, SCSI-Adapter und -Platten. Die untersttzten
     Dateisysteme umfassen neben Linux-Dateisystemen unter anderen Minix,
     FAT und Erweiterungen fr Win32-FAT (beachten Sie, da NTFS nicht
     untersttzt wird).

     Es werden alle Festplatten-Anschlsse untersttzt, die ein
     AT-Interface emulieren. Sie werden hufig mit MFM, RLL, IDE oder ATA
     bezeichnet. Sehr alte 8-Bit Festplatten-Controller, wie sie in IBM XT
     Rechnern verwendet wurden, werden lediglich als Kernel-Modul
     bereitgehalten. SCSI-Adapter der verschiedensten Hersteller werden
     entsprechend angesteuert. Weitere Details entnehmen Sie bitte der
     Linux Hardware Compatibility HOWTO
     (http://www.linuxdoc.org/Hardware-HOWTO.html)

     _Nicht untersttzt werden_ IDE-SCSI-Laufwerke und einige
     SCSI-Kontroller:

        * EATA-DMA-Protokoll kompatible SCSI-Host-Adapter wie der
          SmartCache III/IV, SmartRAID-Kontroller und die DPT PM2011B und
          PM2012B Kontroller.

        * Die NCR 53c7 Familie von SCSI-Adapter (die 53c8 und 5380 werden
          untersttzt!).

2.1.8. Geflschtes oder _Virtuelles_ Parity RAM
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     Wenn Sie in einem Computerladen nach _Parity RAM_ fragen, werden Sie
     stattdessen wahrscheinlich _Virtual Parity_ Speichermodule anstelle
     von _echten Parity_ RAMs erhalten. Virtuelles Parity RAM kann oft
     (jedoch nicht immer) dadurch unterschieden werden, da er einen Chip
     mehr enthlt als vergleichbares Nicht-Parity RAM und da dieser
     zustzliche Chip etwas kleiner als die anderen ist. Virtual-Parity
     SIMMs arbeiten genauso wie Nicht-Parity Speicher. Sie knnen Ihnen
     nicht mitteilen, wo ein Ein-Bit Fehler auftaucht, wie es echte Parity
     SIMMs in einem Motherboard tun wrden, das diese RAM-Sorte
     untersttzt. Zahlen Sie nie mehr fr Virtual-Parity RAM als Sie fr
     normales bezahlen wrden. Gehen Sie jedoch davon aus, da echtes
     Parity-RAM etwas teuerer als normales ist, denn Sie kaufen ein extra
     Bit fr jede 8 Bit Speicher.

     Sind echte Parity-SIMMs vorhanden und werden sie vom Motherboard
     untersttzt, so sollte sichergestellt werden, da die Parameter im
     BIOS so eingestellt werden, da das Motherboard einen Interrupt
     auslst, wenn es einen Speicherfehler entdeckt.

     Wenn Sie umfassende Informationen ber RAM auf Intel x86-Systemen
     suchen und welches RAM man sinnvollerweise kauft, sollten Sie sich die
     PC Hardware FAQ
     (http://www.cis.ohio-state.edu/hypertext/faq/usene
     t/pc-hardware-faq/top.html) ansehen.

2.1.9. Cyrix CPUs und Floppy Disk Errors
----------------------------------------

2.1.10. Disketten-Laufwerke
---------------------------

     Zur Installation bentigen Sie in dem System, auf dem Sie Linux
     installieren mchten, ein 1,2 MB oder ein 1,44 MB Diskettenlaufwerk
     als `:'-Laufwerk. Besitzen Sie sowohl ein 1,2 MB als auch ein 1,44 MB
     Laufwerk, so ist es empfehlenswert, wenn Sie Ihre Hardware so
     konfigurieren, da das 1,44 MB Diskettenlaufwerk das `A:'-Laufwerk
     ist.

2.1.11. CDROM
-------------

     Die Installation kann ebenfalls von einer CDROM erfolgen, wenn Ihr
     Rechner in der Lage ist, von der Debian-CDROM zu booten. Dieses ist
     bei aktuellen Rechnern mit IDE- oder SCSI-Schnittstelle und
     angeschlossenem CD-Laufwerk der Fall. Eine Diskette wird dann fr die
     Installation nicht mehr bentigt.

     In jedem Fall knnen Sie jedoch die Pakete von der CD einlesen, wenn
     Linux ihr CD-Laufwerk untersttzt, was bei allen aktuellen Laufwerken
     der Fall sein sollte. Linux untersttzt ebenfalls verschiedene
     spezielle CD-Laufwerke (Mitsumi, Goldstar, Matsuhito etc.), die mit
     eigenen Schnittstellen ausgeliefert werden und nicht an einen
     IDE-Festplattenadapter angeschlossen werden. Besitzen Sie ein solches,
     dann mssen Sie whrend der Installation den entsprechenden Treiber
     von der _driver_-Diskette installieren.


2.2. Peripherie und weitere Hardware
------------------------------------

     Linux untersttzt eine Vielzahl von Hardware wie Maus, Drucker,
     Scanner, Modems, Netzwerkkarten, PCMCIA-Gerte u.v.m. Keines dieser
     Gerte wird jedoch whrend der Installation bentigt. Dieser Abschnitt
     enthlt Informationen ber Peripherie, die explizit nicht vom
     Installations-Kernel untersttzt wird, obwohl sie von Linux
     grundstzlich schon untersttzt wird. Um herauszufinden, ob Ihre
     Hardware unter Linux benutzt werden kann, sehen Sie bitte in die Linux
     Hardware Compatibility HOWTO
     (http://www.linuxdoc.org/Hardware-HOWTO.html) nach.

     Einige Netzwerkkarten (NICs) werden nicht von den Debian
     Installations-Disketten untersttzt (ein selbst gebauter Kernel kann
     sie jedoch benutzen). Darunter befinden sich AX.25-Karten und
     Protokolle, 3Com EtherLink Plus (3c505) und EtherLink16 (3c507),
     NI5210-Karten, NE2100-Karten, NI6510 und NI16510 EtherBlaster-Karten,
     SEEQ 8005-Karten, Schneider & Koch G16-Karten, Ansel Communications
     EISA 3200, Zenith Z-Note builtin Netzwerkkarten. Microchannel (MCA)
     und FDDI Netzwerkkarten werden ebenfalls nicht untersttzt.

     Betreffend ISDN: Das D-Kanal Protokoll fr das (alte) Deutsche 1TR6
     wird von den Installations-Disketten nicht untersttzt; Spellcaster
     BRI ISDN-Karten ebenfalls nicht.

     Soundkarten werden vom Kernel auf den Installations-Disketten nicht
     angesprochen. Kompilieren Sie sich bitte einen eigenen Kernel, siehe
     Section 10.5, `Kernel selbst kompilieren'.


2.3. Windows-spezifische Hardware
---------------------------------

     Ein beunruhigender Trend ist die rasante Verbreitung von
     Windows-Modems und -Druckern. In einigen Fllen sind sie besonders fr
     den Betrieb durch Microsoft Windows ausgelegt und tragen die
     Aufschrift ``Made especially for Windows-based computers'' oder
     ``GDI-...''. Dieses wird im allgemeinen durch das Entfernen eines
     eigenen Prozessors in der Hardware erreicht. Seine Aufgaben werden
     dann einem Windows-Treiber und damit dem Hauptprozessor des Computers
     aufgebrdet. Ziel dieses Vorgehens ist die Verringerung der
     Hardwarekosten. Hufig werden diese Einsparungen jedoch nicht an den
     Kunden weitergegeben. Manchmal ist solche Hardware sogar teurer als
     hnliche Gerte mit eigener ``Intelligenz''.

     Es gibt zwei Grnde, die gegen die Verwendung von Windows-spezifischer
     Hardware sprechen. Der erste ist, da die Hersteller im allgemeinen
     keine Treiber fr Linux entwickeln. Zudem ist es oft schwierig oder
     unmglich freie Treiber fr diese Hardware zu erstellen, da entweder
     keine Dokumentation der Schnittstellen verfgbar ist oder sie mit
     einer Geheimhaltungsklausel (NDA) belegt ist, die eine
     Verffentlichung des Treiber-Quellcodes verbietet.

     Der zweite Grund liegt im Fehlen des eingebauten Prozessors. Hufig
     mu das Gert in Echtzeit vom Hauptprozessor bedient werden. In dieser
     Zeit steht er den anderen Programmen auf dem System nicht zur
     Verfgung. Der typische Windows-Benutzer nutzt seinen Computer nicht
     fr verschiedene Prozesse, wie es ein Linux-Benutzer macht. Daher
     hoffen die Hersteller, da der Windows-Anwender nicht bemerkt, welche
     zustzliche Arbeit sein Rechner verrichten mu. Tatsache ist aber, da
     jedes Multitasking-Betriebssystem, also auch Windows 95 oder NT, Teile
     seiner Gesamtleistungsfhigkeit einbt, wenn Gertehersteller auf
     Prozessorleistung in Ihren Produkten verzichten.

     In dieser Situation knnen Sie helfen, indem Sie die Hersteller
     auffordern, Dokumentationen usw. zu verffentlichen, um ihre Hardware
     programmieren zu knnen. Noch besser ist es jedoch, auf solche
     Hardware ganz zu verzichten, bis sie im Linux Hardware Compatibility
     HOWTO (http://www.linuxdoc.org/Hardware-HOWTO.html) als funktionsfhig
     bezeichnet wird.


2.4. Andere und ungeeignete Hardware
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     Einige Hardwarehersteller teilen den Entwicklern freier Software
     einfach nicht mit, wie Treiber fr ihre Hardware geschrieben werden
     knnen. Andere gewhren keinen Zugriff auf die Dokumentation, wenn
     nicht eine Geheimhaltungserklrung (NDA) abgeschlossen wird, die die
     Verffentlichung des Quellcodes fr Linux untersagt. Ein Beispiel ist
     das DSP Sound-System, das in neueren IBM ThinkPads verwendet und in
     einigen Gerten auch als Modem eingesetzt wird. Solange kein Zugriff
     auf die Dokumentation dieser Gerte besteht, knnen sie unter Linux
     nicht genutzt werden. Auch hier sollten Sie auf den Hersteller
     einwirken, damit er die Dokumentation verffentlicht. Wenn ausreichend
     Leute danach fragen, werden sie merken, da Linux ein fr sie
     wichtiger Markt ist. Das Linux Hardware Compatibility HOWTO
     (http://www.linuxdoc.org/Hardware-HOWTO.html) beschreibt, zu welcher
     Hardware Linux-Treiber verfgbar sind.


2.5. Installationsmedien
------------------------

     Es gibt vier verschiedene Medien, die benutzt werden knnen, um Debian
     zu installieren: Disketten, CDROMs, lokale Festplattenpartitionen oder
     das Netzwerk. Unterschiedliche Teile derselben Installation drfen
     verschiedene Medien verwenden. Dieses wird in Kapitel Kapitel 3, `Von
     Debian untersttzte Installationsmedien' beschrieben.

     Die Installation mit Disketten ist eine weit verbreitete Mglichkeit,
     jedoch im Prinzip die am wenigsten ratsamste. In vielen Fllen mssen
     Sie das System zuerst von Diskette booten, unter Verwendung der
     Notfall-Diskette (siehe Section 7.3, `Booten mit der Notfall-Diskette
     (_rescue_)'). Dazu bentigen Sie ein High-Density (1440 Kilobytes) 3,5
     Zoll Diskettenlaufwerk. Double-Density 5,25 Zoll Laufwerke (1200
     Kilobytes) werden ebenfalls untersttzt.

     Auf einigen Architekturen wird berdies die Installation ber CDROM
     untersttzt. Auf Rechnern, die bootfhige CDROMs untersttzen, sollten
     Sie in der Lage sein, die komplette Installation ohne Disketten
     durchzufhren. Selbst wenn Ihr System nicht das Booten von CDROM
     untersttzt, knnen Sie die CDROM in Verbindung mit anderen Techniken
     verwenden, um Ihr System zu installieren, nachdem Sie auf andere Art
     und Weise gebootet haben. Lesen Sie dazu bitte Section 6.5,
     `Installation von CDROM'.

     Sowohl SCSI als auch IDE/ATAPI CDROMs werden untersttzt. Zustzlich
     knnen alle nicht-standard CD-Schnittstellen (wie Mitsumi oder
     Matsushita Laufwerke) zur Installation verwendet werden, wenn sie von
     Linux untersttzt werden. Einige dieser Modelle erfordern jedoch
     eventuell spezielle Boot-Paramter oder andere Massagen, um sie zum
     Laufen zu bekommen. Von diesen nicht-standard Schnittstellen booten zu
     knnen ist unwahrscheinlich. Die Linux CD-ROM HOWTO
     (http://www.linuxdoc.org/CDROM-HOWTO.html) enthlt detailierte
     Informationen zur Verwendung von CDROMs unter Linux.

     Die Installation von einer lokalen Festplatte ist eine weitere
     Mglichkeit. Wenn Sie weiteren freien Platz auf einer anderen
     Partition haben als der, auf der Sie Debian installieren werden, ist
     dieses eine gute Methode. Einige Plattformen haben sogar lokale
     Installer, z.B. um von AmigaOS zu booten.

     Die letzte Art ist die Installation ber das Netzwerk. Sie knnen Ihr
     System ber NFS installieren. Nachdem Ihr Basis-System installiert
     ist, knnen Sie den Rest des System ber jegliche Art von
     Netzwerkverbindung installieren (PPP eingeschlossen), unter Benutzung
     von FTP, HTTP oder NFS.

     Ausfhrlichere Beschreibungen der einzelnen Methoden, sowie hilfreiche
     Tips fr die Auswahl einer geeigenten Methode, finden Sie in Kapitel
     6, `Installationsmethoden fr Debian'.


2.6. Hardwarekauf speziell fr GNU/Linux
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     Es gibt inzwischen verschiedene Hersteller, die vorinstallierte
     Systeme mit Debian oder anderen GNU/Linux-Distributionen ausliefern.
     Sie werden vielleicht mehr fr dieses Privileg bezahlen, sie erhalten
     jedoch ein Stck Sicherheit, da die Hardware gut von GNU/Linux
     untersttzt wird. Wenn Sie einen Rechner gebndelt mit Windows kaufen
     sollten, lesen Sie die beigefgte Lizenz sorgfltig durch. Eventuell
     knnen Sie die Lizenz zurckweisen und einen Kostenausgleich von Ihrem
     Hndler erhalten. Lesen Sie dazu The Linux Mall - Windows Refund
     (http://www.linuxmall.com/refund/).

     Unabhngig davon, ob Sie ein System gebndelt mit Linux kaufen oder
     ein Gebrauchtes, ist es immer noch wichtig, sicherzustellen, da die
     Hardware von Linux auch untersttzt wird. berprfen Sie daher, ob
     Ihre Hardware in den oben angegebenen Verzeichnissen enthalten ist.
     Lassen Sie es Ihren Verkufer wissen, da die die Hardware mit einem
     Linux-System betreiben werden. Untersttzen Sie Linux-freundliche
     Hersteller.


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3. Von Debian untersttzte Installationsmedien
----------------------------------------------

     Um Debian installieren zu knnen, wird ein _Initial Boot Medium_
     bentigt. Damit wird das System gestartet. Anschlieend werden der
     _Kernel und seine Module_, das _Basis-System_ und die _Debian Pakete_
     installiert.

     Im Folgenden werden die mglichen Medien vorgestellt, von denen diese
     Komponenten installiert werden knnen.


3.1. Initial Boot Medium
------------------------

     Das ``Initial Boot Medium'' dient dazu, die Debian Installation zu
     starten. Es bootet das Installationssystem und lt das
     Installationsprogramm ablaufen. Es gibt folgende Mglichkeiten, das
     Installationssystem zu starten:

        * Diskette - Die dazu notwendige Diskette wird als Notfalldiskette
          (``rescue'') bezeichnet. Sie enthlt normalerweise den
          Linux-Kernel und das sogenannte Root-Dateisystem
          (Wurzeldateisystem), das die Dateien und Programme enthlt, die
          fr die Basisinstallation bentigt werden.

        * CDROM - Hierfr bentigen Sie die Debian GNU/Linux Distribution
          auf einer bootbaren CD (z.B. der offiziellen CD oder von Datom,
          Lehmanns Fachbuchhandlung, LinuxLand International oder dem
          Vogel-Verlag/CHIP) und Ihr Rechner mu in der Lage sein von einer
          CDROM zu booten.

        * `loadlin' von einem DOS-System aus - In diesem Fall starten Sie
          den Installationsvorgang aus dem laufenden DOS heraus. Kopieren
          Sie den Betriebssystemkern `linux' und `root.bin' auf dieses
          System. Zustzlich bentigen Sie `loadlin' aus dem
          `disks'-Verzeichnis.

          Starten Sie nun Linux wie folgt: `loadlin linux root=/dev/ram
          initrd=root.bin'. Die gesamte Arbeit nimmt Ihnen die Stapeldatei
          boot.bat ab, die bei den Disketten-Images im `boot'-Verzeichnis
          zu finden ist.

     In zwei Fllen mu das Root-Dateisystem von einer eigenen Diskette
     geladen werden:

        * Wird von einer 1,2 MB Diskette gebootet, so wird die
          Root-Diskette bentigt, da das notwendige Disketten-Image nicht
          mehr auf die erste Diskette pat.

        * Wenn der Rechner weniger als 5 MB RAM hat, wird eine speziell
          angepate ``Low-Memory'' Root-Diskette verwendet. In diesem Fall
          mssen Sie von Diskette booten.


3.2. Linux-Kernel und Treibermodule
-----------------------------------

     Der Linux-Kernel und die Module knnen von folgenden Medien
     installiert werden:

        * Diskette (Notfall- und Treiber-Diskette - rescue und device
          driver)

        * lokale Festplatte (msdos, minix oder ext2-Dateisystem)

        * CDROM

     Die Dateien `resc1440.bin' und `drv1440.bin' mssen, auer im ersten
     Fall, in einem Verzeichnis verfgbar sein.

     Hat das CDROM-Laufwerk ein proprietres Interface, also weder SCSI
     noch ATAPI, so wird ein spezieller Treiber von der Treiberdiskette
     bentigt, es ansprechen zu knnen


3.3. Basis-System
-----------------

     Das Basis-System enthlt das anfngliche Debian-System, das auf die
     Festplatte kopiert wird. Dieses Basis-System kann von folgenden
     Quellen installiert werden:

        * Diskette (sieben 1,44 MB oder neun 1,2 MB Disketten)

        * lokale Festplatte (msdos, minix oder ext2-Dateisystem)

        * CDROM

        * NFS (Netzwerkdateisystem, das von einem anderen Rechner zur
          Verfgung gestellt wird)

     Wird das Basis-System nicht von Disketten installiert, dann wird ein
     Verzeichnis bentigt, das die Datei `base2_1.tgz' enthlt.


3.4. Debian-Pakete
------------------

     Nach der Installation des Basis-Systems wird der Rechner neu gebootet.
     Danach kann dieses minimale System mit dem Paketverwaltungsprogramm
     `dselect' um weitere Programme ergnzt werden. Diese Pakete knnen von
     den folgenden Quellen installiert werden:

        * Disketten (dies gilt es zu vermeiden, da doch sehr viele bentigt
          werden)

        * Verzeichnis auf der lokalen Festplatte (msdos, minix, ext2)

        * CDROM

        * NFS

        * FTP


-------------------------------------------------------------------------------


4. Vorbereitungen
-----------------


4.1. Datensicherungen (Backups)
-------------------------------

     Bevor Sie mit der Installation beginnen, stellen Sie bitte sicher, da
     Sie alle wichtigen Dateien Ihres Systems gesichert haben. Die
     Installation kann alle Daten auf der Festplatte lschen. Die
     Programme, die whrend der Installation verwendet werden, sind sehr
     zuverlssig und haben teilweise mehrere Jahre auf dem Buckel. Dennoch
     kann Sie eine falsche Eingabe Ihre Daten kosten. Selbst nach einem
     Backup sollten Sie vorsichtig vorgehen und Ihre Entscheidungen gut
     berlegen. Zwei Minuten lnger nachzudenken, kann Ihnen Stunden voll
     Arbeit ersparen.

     Auch wenn Sie ein System mit mehreren Betriebssystemen installieren,
     sollten Sie sicherstellen, da Sie die Installationsmedien aller
     weiteren bereits installierten Systeme zur Hand haben, sollte etwas
     schief laufen. Insbesondere, wenn Sie Ihre Boot-Festplatte neu
     partitionieren, mssen Sie eventuell das Ladeprogramm des
     Betriebssystems neu installieren (obwohl `LILO' wahrscheinlich die
     gleiche Funktionalitt bietet) oder in einigen Fllen (z.B. beim
     Macintosh) das gesamte System.


4.2. Notwendige Informationen
-----------------------------

4.2.1. Dokumentationen
----------------------

     Neben diesem Dokument bentigen Sie noch die Manpage von cfdisk
     (cfdisk.txt), die Manpage von fdisk (fdisk.txt), das Kapitel 9,
     `Einfhrung in die Paket-Verwaltung' und das Linux Hardware
     Compatibility HOWTO (http://www.linuxdoc.org/Hardware-HOWTO.html).

4.2.2. Informationen zur Hardware
---------------------------------

     Unabhngig davon, welche Hardware Sie besitzen, sollten Sie sich vor
     der Installation von Linux alle Einstellungen aufschreiben. Aus
     Sicherheitsgrnden knnen nicht alle Treiber selbst herausfinden, an
     welchen Adressen die Komponenten angesprochen werden. Sie sollten sich
     fr nicht-Standard-Komponenten folgende Fragen stellen:
        * Auf welchem Interrupt liegt die Karte?
        * Welche I/O-Basisadresse belegt sie?
        * Welchen DMA-Kanal belegt die Soundkarte?
        * An welcher seriellen Schnittstelle ist die Maus angeschlossen?
        * Was fr eine Maus ist es?
        * Was fr eine Grafikkarte ist eingebaut?
        * Was sind die horizontalen und vertikalen Sync-Werte des Monitors?
        * Welche Auflsung ist sinnvoll beim angeschlossenen Monitor?

4.2.3. Netzwerk
---------------

     Wenn Ihr Computer an ein TCP/IP-Netzwerk angeschlossen ist (zum
     Beispiel Ethernet, kein PPP via Modem/ISDN), so sollten Sie Ihren
     Netzwerkadministrator nach den folgenden Daten fragen:

        * Einen Namen fr Ihren Rechner (knnen Sie vielleicht selbst
          bestimmen, z. B. finlandia)

        * Den Domainnamen

        * Die IP-Nummer Ihres Rechners

        * Die in Ihrem Netzwerk verwendete Netmask (Netzwerkmaske)

        * Die in Ihrem Netzwerk verwendete Broadcast-Adresse

        * Die IP-Nummer des Default-Gateways, zu dem Ihr Computer seine
          Daten schickt, wenn Ihr Netzwerk ber ein Gateway verfgt

        * Welcher Rechner in Ihrem Netzwerk die Funktion des DNS (Domain
          Name Service) Servers bernimmt

        * Ob Sie beim Anschlu ans Netzwerk Ethernet verwerden und ob es
          sich bei dem Ethernet-Anschlu um eine PCMCIA-Karte handelt (in
          diesem Fall mssen Sie auch wissen, um was fr einen
          PCMCIA-Controller es sich handelt)

     Eine kurze Beschreibung der Bedeutung der einzelnen Angaben finden Sie
     weiter unten in Section 8.12, `Konfiguration des Netzwerks'. Wenn die
     einzige Netzwerk-Verbindung Ihres Computers ber eine serielle Leitung
     oder ISDN (zum Beispiel mit PPP oder einer andern Dialup-Verbindung)
     besteht, werden Sie das Basis-System wahrscheinlich nicht ber das
     Netzwerk installieren. Sie mssen sich also nicht um die Konfiguration
     des Netzwerk kmmern, bis Ihr System installiert ist. Siehe Section
     8.24, `PPP-Konfiguration' fr weitere Informationen ber die
     Konfiguration von PPP unter Debian.


4.3. Planung der Nutzung des Systems
------------------------------------

     Es ist wichtig zu entscheiden, was fr eine Art System denn
     installiert werden soll. Diese Entscheidung wird den bentigten
     Plattenplatz und das Partitionierungs-Schema beeinflussen.

     Es gibt eine Anzahl vorbereiteter Profile, die Debian der
     Bequemlichkeit halber zusammengestellt hat (siehe auch Section 8.22,
     `Vorbereitete Profile auswhlen'). Die Profile bestehen einfach aus
     einem Satz Paketen. Das macht die Auswahl der zu installierenden
     Pakete einfacher, da ein Teil schon ausgewhlt ist.

     Jedes der vorbereiteten Profile resultiert in einer anderen Gre des
     installierten Systems. Auch wenn Sie keines der vorbereiteten Profile
     benutzen wollen, gibt Ihnen diese Diskussion wertvolle Informationen
     fr die Planung der Partitionierung.

     Im folgenden einige der verfgbaren vorbereiteten Profile:

     Server_std
          Ein kleines Server-Profil. Es ist ntzlich fr Server, die keine
          Annehmlichkeiten fr Shell-Benutzer bieten sollen. Es besteht im
          wesentlichen aus einem FTP-, Web-, DNS, NIS- und POP-Server.
          Bentigt werden etwa 50 MB. Das ist natrlich nur die Gre der
          Software, die Daten, die Sie verwalten wollen, kommen noch dazu.

     Dialup
          Eine ziemlich normale Desktop-Konfiguration. Eingeschlossen sind
          die grafische Oberflche X11, grafische Anwendungen, Sound,
          Editoren etc. Die Gre betrgt etwa 500 MB.

     Work_std
          Ein kleineres Profil fr eine Anwender-Maschine. In diesen
          Einstellungen sind kein X11 und keine X-Anwendungen
          eingeschlossen. Dies mag fr Notebooks gut sein. Die Gre
          betrgt etwa 140 MB. (Es gibt Leute, die auch ein System
          inklusive X11 mit unter 100 MB Platzbedarf haben.)

     Devel_comp
          Ein Workstation-Profil. Dieses Profil enthlt alle
          Entwicklungs-Pakete fr Perl, C, C++ u.v.m. Die Gre betrgt
          etwa 475 MB. Wenn wir annehmen, da Sie noch X11 und ein paar
          zustzliche Pakete auswhlen, sollten Sie etwa 800 MB fr eine
          solche Installation vorsehen.

     Beachten Sie, da die oben angegebenen Gren alle anderen Daten, die
     sonst noch auf einem System anfallen (Daten im `/home', Mail etc.),
     nicht beinhalten. Es ist immer von Vorteil, grozgig zu sein, wenn
     man den Platz fr die eigenen Daten berechnet.


4.4. Konfiguration Ihres Rechners
---------------------------------

     Vor der eigentlichen Linux-Installation gibt es einige Dinge, die Sie
     berprfen sollten. Lesen Sie deshalb bitte die folgende Abschnitte
     und kontrollieren Sie Ihre Hardware entsprechend.

4.4.1. Festplatten
------------------

     Zuerst sollten Sie sich entscheiden, auf welche Festplatte Sie Ihr
     Linux System installieren wollen. Sie haben ja die Daten dieser
     Festplatte zusammen mit denen der anderen Platten schon gesichert --
     oder?

4.4.2. BIOS Setup-Men aufrufen
-------------------------------

     Ihr Motherboard verfgt wahrscheinlich ber ein BIOS Setup-Men, mit
     dem das Grundverhalten des BIOS beeinflut wird. Vor der Installation
     _mssen_ Sie sicherstellen, da Ihr BIOS korrekt eingestellt ist.
     Andernfalls kann dieses zu unerwarteten Abstrzen fhren oder eine
     Installation unmglich machen.

     Der folgende Abschnitt ist ein Auszug aus der PC Hardware FAQ
     (http://www.cis.ohio-state.edu/hypertext/faq/usene
     t/pc-hardware-faq/top.html) ber die Frage ``Wie aktiviere ich das
     CMOS-Konfigurations Men?''[1]. Wie Sie Zugang zur Konfiguration Ihres
     BIOS' erhalten hngt davon ab, wer Ihre BIOS-Software geschrieben hat:

     AMI BIOS
          _Del_ whrend des POST[2]

          [1]  _engl.:_ ``How do I enter the CMOS configuration menu?''

          [2]  Power On Self Test

     Award BIOS
          _Ctrl-Alt-Esc_

     DTK BIOS
          _ESC_ whrend des POST

     IBM PS/2 BIOS
          _Ctrl-Alt-Ins_ nach _Ctrl-Alt-Del_

     Phoenix BIOS
          _Ctrl-Alt-ESC_ oder _Ctrl-Alt-S_

     Auf deutschen Tastaturen entspricht _Ctrl_ der Taste _Strg_, _Del_ der
     Taste _Entf_ und _Ins_ ist gleich _Einf_.

     Sie _mssen_ vor dem Beginn der Installation berprfen, ob die
     Einstellungen korrekt sind, so wie sie unten besprochen werden. Wenn
     Sie das nicht machen, mssen Sie mit Abstrzen whrend der
     Installation oder mit einem instabilen Debian GNU/Linux System
     rechnen.

4.4.3. Boot-Laufwerk bestimmen
------------------------------

     Viele BIOS Setup-Mens gestatten die Einstellung, von welchem Laufwerk
     aus das System gestartet werden soll. Um Linux von Disketten oder
     CDROM installieren zu knnen, setzen Sie die Bootreihenfolge auf `A:',
     dann optional auf das erste `CDROM' (das vielleicht als `D:' oder `E:'
     erscheint) und zuletzt auf die die erste Festplatte `C:'. Durch diese
     Einstellungen wird es ermglicht, da Sie von einer Diskette oder
     einem CDROM booten knnen. Dieses sind die am meisten verwendeten
     Boot-Methoden.

     Wenn Ihr Rechner ber einen modernen SCSI-Controller verfgt, an dem
     das CDROM angeschlossen ist, mssen Sie im SCSI-BIOS das Booten von
     CDROM aktivieren (bei Adaptec gelangt man mit _Ctrl-A_ in dieses BIOS
     Setup Men) und im PC-BIOS das Booten von _Diskette_ aktivieren. Das
     liegt daran, da das BIOS des SCSI-Controllers eine Diskette
     simuliert, wenn man eine bootfhige CD einlegt.

     Falls sie partout nicht von CDROM booten knnen, brauchen Sie nicht zu
     verzweifeln: Von MSDOS aus knnen sie die Installation direkt von der
     CDROM mit `E:/BOOT/BOOT.BAT' starten. (Unter der Annahme, da `E:' der
     Laufwerksbuchstabe Ihres CDROM Laufwerks unter DOS ist.) Siehe Section
     6.5, `Installation von CDROM' fr Details.

     Wenn Sie von einer FAT-Partition (DOS) installieren, werden Sie
     berhaupt keine Disketten bentigen. Lesen Sie dazu Subsection 6.4.1,
     `Installation von DOS aus starten'.

4.4.4. Extended oder Expanded Memory (Speicher)
-----------------------------------------------

     Bei manchen Rechnern wird zwischen Extended oder Expanded Memory
     unterschieden. Da Linux nur Extended Memory nutzen kann, sollten Sie
     dieser Speicherverwaltungsart soviel RAM wie mglich zuweisen.

4.4.5. Virus-Erkennung
----------------------

     Schalten Sie jegliche Virus-Erkennung im BIOS aus. Wenn Sie ein
     spezielles Anti-Virus-Motherboard besitzen oder andere spezielle
     Hardware, um Computerviren zu entdecken, stellen Sie sicher, da sie
     deaktiviert oder physikalisch entfernt ist, whrend Sie GNU/Linux
     laufen lassen. Sie ist nicht kompatibel mit GNU/Linux. Aufgrund der
     Dateisystem-Berechtigungen und dem Speicherschutz im Linux Kernel sind
     Viren fast unbekannt.[1]

     [1]  Nach der Installation drfen Sie den Boot-Sektor-Schutz wieder
          aktivieren, wenn Sie mchten. Es gibt keinen Grund, mit dem
          Master Boot Block herumzuspielen, nachdem der Bootmanager
          installiert ist. Dadurch erhalten Sie keine weitere Sicherheit
          unter Linux, wenn Sie jedoch auch Windows benutzen, kann es Ihnen
          eine Katastrophe ersparen.

4.4.6. Shadow-RAM
-----------------

     Ihr Motherboard bietet Ihnen wahrscheinlich die Mglichkeit,
     sogenanntes Shadow-RAM zu nutzen. Sie werden Einstellungen fr ``Video
     BIOS Shadow'', ``C800-CBFF Shadow'', etc. finden. Schalten Sie bitte
     alle diese Optionen aus (_disable_). Shadow-RAM wird dazu benutzt, den
     Zugriff auf die ROMs, den Nur-Lese-Speicher, Ihres Systems zu
     beschleunigen. Linux umgeht die Benutzung dieser ROMs nachdem es
     gebootet ist und ersetzt diese 16-Bit Software durch seine eigenen
     schnelleren 32-bittigen Programme. Durch Ausschalten von Shadow-RAM
     werden einige diese Speicherbereiche zur normalen Nutzung durch andere
     Programme freigegeben. Aktivieren Sie das Shadow-RAM dagegen, so
     _kann_ es zu unerwnschten berschneidungen mit dem Hardwarezugriff
     durch Linux kommen und damit zu unntigen Systemabstrzen fhren.

4.4.7. Advanced Power Management
--------------------------------

     Bietet Ihr Motherboard Advanced Power Management (APM), so
     konfigurieren Sie es so, da das Power Management vom APM kontrolliert
     wird. Schalten Sie die _doze_, _standby_, _suspend_, _nap_ und _sleep_
     Modi genauso aus wie die _power-down_ Timer der Festplatte (Harddisk).
     Linux kann all diese Einstellungen selbst viel besser berwachen und
     entsprechend reagieren als es das BIOS vermag. Die Version des
     Betriebssystemkernels auf den Installationsdisketten untersttzt APM
     nicht, da es auf einem Laptop zu Abstrzen kam. Nachdem Sie jedoch das
     Linux-Basis-System installiert haben, knnen Sie das Source-Paket des
     Kernels (`kernel-source') aufspielen und sich einen eigenen
     Betriebssystemkernel erstellen, den Sie dann genau an Ihre
     Vorstellungen anpassen knnen, also z.B. auch mit APM. Mehr dazu in
     Section 10.5, `Kernel selbst kompilieren'.

4.4.8. Der Turbo-Schalter
-------------------------

     In vielen Rechnern gibt es einen _Turbo_-Schalter, mit dem die
     Geschwindigkeit der CPU eingestellt werden kann. Dieser Schalter
     sollte auf die hhere Geschwindigkeit gestellt werden. Soweit es das
     BIOS erlaubt, sollte die eventuell vorhandene Mglichkeit, per
     Software den Turbo-Schalter oder die CPU-Geschwindigkeit zu verndern,
     ausgeschaltet werden und die hhere CPU-Taktrate festgelegt werden.
     Wir hatten einen Bericht, demzufolge Linux in einem speziellem System
     durch das sogenannte _auto-probing_, also dem Ermitteln der
     vorhandenen Hardware durch den Linux-Kernel, versehentlich den
     Software-Geschwindigkeitsschalter bedient hat.

4.4.9. bertakten der CPU
-------------------------

     Es wird immer wieder versucht, die CPU hher zu takten als vorgesehen,
     also beispielsweise einen 90 MHz Prozessor mit 100 MHz zu betreiben.
     Teilweise funktioniert das, aber es ist immer abhngig von der
     Umgebungstemperatur und anderen Faktoren und kann das System in
     Mitleidenschaft ziehen. Auch einer der Autoren dieses Dokuments
     bertaktete ber ein Jahr seinen Prozessor. Dann brach der Compiler
     `gcc' beim bersetzen des Linux-Kernels berraschend ab. Das
     Zurckstellen der Taktfrequenz beseitigte das Problem wieder.

4.4.10. Defekter Hauptspeicher (RAM)
------------------------------------

     Der Compiler `gcc' verwendet groe Datenstrukturen, die er regelmig
     durchluft. Deswegen bewirken defekter Speicher oder andere
     Hardwareprobleme, die Daten verndern, da der Compiler illegale
     Befehle ausfhrt oder auf nicht existente Adressen zugreift und seine
     Arbeit mir der Meldung _unexpected signal_ beendet.

     Sehr gute Motherboards untersttzen Parity-RAMs und knnen dadurch
     fehlerhafte RAM-Bausteine bemerken. Leider gibt es keine Mglichkeit,
     den entdeckten Fehler zu beseitigen. Deshalb strzen diese Boards nach
     einer entsprechenden Meldung auch ab. Trotzdem ist dies natrlich
     besser, als wenn Daten unbemerkt verndert werden. Daher werden
     hochwertige Systeme mit echtes Parity-RAMs ausgestattet. Lesen Sie
     bitte auch Subsection 2.1.8, `Geflschtes oder _Virtuelles_ Parity
     RAM'.

     Wenn Sie echtes Parity-RAM im Rechner haben und Ihr Motherboard diesen
     auch Untersttzt, stellen Sie sicher, da jegliche Einstellungen im
     BIOS aktiviert sind, die das Motherboard unterbrechen lassen, wenn
     Speicherfehler entdeckt werden.

4.4.11. Cyrix CPUs und Disketten-Fehler
---------------------------------------

     Einige Benutzer von Cyrix CPUs mssen whrend der Installation den
     Cache in ihren Systemen ausschalten, weil das Diskettenlaufwerk
     ansonsten Fehler meldet. Nach der Installation sollte sichergestellt
     werden, da der Cache wieder eingeschaltet wird, da der Rechner sonst
     _deutlich_ langsamer ist.

     Wir denken nicht, da dies unbedingt ein Fehler der Cyrix CPU ist. Es
     kann sein, da es fr Linux eine Mglichkeit gibt, dieses Verhalten zu
     umgehen. Wir werden dieses Problem im Auge behalten. Fr die technisch
     Versierten: wir vermuten ein Problem mit dem Cache, der nach einem
     Wechsel von 16-Bit zu 32-Bit Code ungltig ist.

4.4.12. Weitere wichtige BIOS-Einstellungen
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     Bietet Ihnen das BIOS eine Einstellung wie ``15-16 MB Memory Hole'',
     so schalten Sie das aus. Linux geht davon aus, da sich an dieser
     Stelle wirklich Speicher befindet, jedenfalls wenn Sie soviel RAM
     haben.

     Bei einem Intel Endeavor Motherboard gibt es eine Option mit dem Namen
     ``LFB'' oder ``Linear Frame Buffer'', die die zwei Auswahlpunkte
     ``Disabled'' und ``1 Megabyte'' besitzt. Whlen Sie ``1 Megabyte''
     aus. Als ``Disable'' eingestellt war, wurde die Installationsdiskette
     nicht richtig eingelesen und es kam teilweise zu Systemabstrzen. Zur
     Zeit knnen wir das Verhalten nicht erklren, aber es funktioniert nur
     so und nicht anders.

4.4.13. Beachtenswerte Hardware-Einstellungen
---------------------------------------------

     Neben Ihren BIOS-Einstellung kann es ntig sein, die Einstellung der
     eigentlichen Karten zu ndern. Einige Karten stellen Mens zur
     Verfgung, um diese Einstellungen vorzunehmen, andere haben lediglich
     Jumper auf der Karte selbst. In dieser Anleitung knnen wir nicht das
     ganze Spektrum von erhltlichen Karten abdecken -- wir knnen aber
     ntzliche Tips geben.

     Einige Erweiterungskarten bieten Ihnen die Einstellung ``mapped
     memory'' an. Diese legen fest, wohin bestimmte Speicherbereiche der
     Karte im Hauptspeicher eingeblendet werden. Hier sollten Sie Speicher
     zwischen 0xA0000 und 0xFFFFF zuweisen (also zwischen 640 kB und 1 MB)
     oder aber mindestens 1 MB oberhalb des gesamten physikalischen
     Hauptspeichers.

4.4.14. Mehr als 64 MB Hauptspeicher
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     Der Linux-Kernel ist nicht immer in der Lage, die tatschliche
     RAM-Gre beim Booten zu ermitteln. Teilweise werden nur maximal 64 MB
     Hauptspeicher zuverlssig automatisch erkannt. Ist das bei Ihnen der
     Fall, dann mssen Sie die tatschliche Gre RAM manuell angeben.
     Siehe Section 7.1, `Einflunahme auf den Bootvorgang'

4.4.15. Mehrere Prozessoren
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     Wir haben verschiedene Berichte, da Debian gut (und _sehr_ schnell)
     auf Systemen mit zwei (oder mehr) Pentium, PentiumPro oder Pentium II
     Prozessoren auf dem gleichen Motherboard luft. Nheres lesen Sie
     bitte in Subsection 4.4.15, `Mehrere Prozessoren'.


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5. Partitionieren der Festplatte
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5.1. Hintergrnde
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     Das Partitionieren einer Festplatte bedeutet im Prinzip das Aufteilen
     der Platte in mehrere Teile, den sogenannten _Partitionen_. Jede
     Partition ist unabhngig von den anderen Partitionen. Das
     Partitionieren entspricht dem Einbauen von Wnden in ein Haus: Wenn
     Sie in einem Raum die Mbilierung ndern, dann bleiben die anderen
     Rume davon unberhrt.

     Wenn Sie bereits ein Betriebssystem (Minix, FreeBSD, Windows 95,
     Windows NT, OS/2, DOS) auf der Festplatte installiert haben, dann
     mssen Sie wahrscheinlich die Festplatte neu partitionieren.
     blicherweise werden beim Partitionieren die bereits auf der
     Festplatte befindlichen Daten bzw. Dateisysteme zerstrt. Deshalb
     sollten Sie auf jeden Fall eine Sicherheitskopie Ihrer Daten anlegen,
     bevor Sie mit dem Partitionieren beginnen. Um auf das Beispiel mit dem
     Haus zurckzukommen: Vor dem Verschieben von Mauern wrde man zunchst
     seine Mbel in Sicherheit bringen, um diese nicht versehentlich zu
     ramponieren. Glcklicherweise gibt es eine Alternative fr einige
     Flle, die in Section 5.7, `Verlustloses Partitionieren von DOS,
     Windows 95 oder OS/2' nher erlutert werden.

     GNU/Linux bentigt als absolutes Minimum eine Partition. Auf dieser
     wird das gesamte Betriebssystem, alle Programme sowie Ihre privaten
     Dateien gespeichert. Viele Leute sind der Meinung, da eine
     Swap-Partition ebenfalls erforderlich ist. Streng genommen ist das
     jedoch nicht wahr. Abgesehen davon, da Linux auch ohne Swap luft,
     ist _Swap_ Ablageplatz fr ein Betriebssystem, wodurch es billigen
     Festplattenplatz als _virtuellen Speicher_ nutzen kann. Wird Swap auf
     eine eigene Partition gelegt, kann Linux den Platz erheblich
     effizienter benutzen. (Linux kann auch angewiesen werden, eine
     regulre Datei als Swap zu benutzen, das wird jedoch nicht empfohlen.)

     Die meisten Leute installieren GNU/Linux allerdings auf mehr als der
     minimalen Anzahl an Partitionen. Es gibt zwei Grnde, weshalb Sie das
     Dateisystem in eine Menge kleinerer Partitionen aufteilen mchten. Der
     erste Grund betrifft die Sicherheit. Wenn etwas passiert, wodurch das
     Dateisystem korrumpiert wird, ist normalerweise nur eine Partition
     betroffen. Daher mu nur ein Teil (von den Backups, die Sie sicher
     aufgewahren) des Systems ersetzt werden. Als absolutes Minimum sollten
     Sie berlegen, ob Sie eine sogenannte _Root-Partition_ anlegen. Diese
     enthlt die wichtigsten Komponenten des Systems. Wenn eine andere
     Partiton zerstrt wird, kann GNU/Linux immer noch gebootet werden, um
     den Schaden zu reparieren. Damit kann Ihnen der Aufwand erspart
     bleiben, das gesamte System neu zu installieren.

     Der zweite Grund ist in professioneller Umgebung wichtiger, er hngt
     jedoch vom Verwendungszweck des Rechners ab. Angenommen, etwas gert
     auer Kontrolle und fngt, an Festplatten-Platz zu fressen. Wenn der
     Proze, der dieses Problem verursacht, root-Rechte hat (das System
     hlt einen kleinen Prozentsatz der Platte von Benutzern fern), werden
     Sie sich pltzlich ohne Plattenplatz wiederfinden. Dieses ist nicht
     gut, da das Betriebssystem echte Dateien fr verschiedene Dinge
     benutzen mu (im Gegensatz zu Swap). Das Problem mu dabei nicht
     einmal lokal verursacht worden sein. Mit Email gespammt zu werden kann
     schnell zu einer vollen Platte fhren. Werden mehrere Partitionen
     benutzt, wird das System vor vielen solcher Probleme geschtzt. Um
     beim Beispiel Email zu bleiben, bleibt das System einsatzfhig, wenn
     `/var/spool/mail' auf einer eigenen Partition liegt, selbst wenn man
     gespammt wird.

     Ein weiterer Grund betrifft Sie, wenn Sie nur eine groe
     IDE-Festplatte im System haben, und weder den LBA-Modus benutzen noch
     Overlay-Treiber (wie sie vom Platten-Hersteller teilweise mitgeliefert
     werden). In diesem Fall mssen Sie die Root-Partition in die ersten
     1024 Zylinder ihrer Festplatte legen. Die Obergrenze ist normalerweise
     um die 524 Megabyte.

     Der einzige wirkliche Nachteil bei der Benutzung mehrerer Partitionen
     besteht darin, da es zu Anfang meistens schwierig ist, den
     zuknftigen Bedarf richtig abzuschtzen. Wenn eine Partiton zu klein
     eingerichtet wird, mssen Sie das System entweder neu installieren
     oder werden permanent Teile auf den verschiedenen Partitionen hin- und
     herschieben, um Platz auf der zu kleinen Partition zu schaffen.
     Andererseits verschwenden Sie Platz, wenn Sie eine Partition zu gro
     erstellen, der an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden knnte.
     Plattenplatz ist heutzutage zwar billig, aber wieso sollte man Geld
     zum Fenster herauswerfen.

5.1.1. Teile des Verzeichnis-Baums
----------------------------------

     Nachfolgend finden Sie eine kleine Liste der wichtigsten Teile des
     Verzeichnis-Baums:

        * `/': Im Root-Dateisystem werden alle Verzeichnisse in den
          Dateibaum eingehngt. Der Platz fr den Kernel und die zum Booten
          bentigten Dateien sowie Konfigurationsdateien in `/etc' beluft
          sich auf etwa 20 bis 50 MB.

        * `/dev': enthlt Schnittstellen zu sogenannten Gertetreibern,
          siehe Section 5.3, `Namen der Gertetreiber unter Linux'.
          Platzbedarf unter 100 kB.

        * `/usr': enthlt alle Programme (`/usr/bin'), Bibliotheken
          (`/usr/lib'), Dokumentationen (`/usr/doc', `/usr/man' etc.) und
          so weiter. Dieser Teil nimmt bei einem typischen System den
          meisten Platz ein. Hier sollten Sie mindestens 300 MB vorsehen.
          Fr komfortablere Installationen kann der Platzbedarf auch 1 GB
          betragen.

        * `/home': enthlt die Verzeichnisse der Benutzer. Die Gre
          richtet sich nach den anfallenden Datenmengen. Dient der Rechner
          z.B. als Dateiserver in einem Windows-Netzwerk, dann sollten Sie
          hier entsprechend mehr Platz vorsehen. Fr ein typisches System
          sollte man mit bis zu 50 oder 100 MB pro Benutzer rechnen.

        * `/var': enthlt alle variablen Daten wie News-Artikel, Emails,
          Webserver-Daten, Proxyserver-Cache und weiteres mehr. Die Gre
          hngt stark vom Nutzungsgrad und Aufgabengebiet des Servers ab.

        * `/tmp': fr temporre Dateien. 20 bis 50 MB sollten reichen.
          Nicht ungewhnlich ist es, `/tmp' nach `/var/tmp' zu linken, um
          dadurch nicht die Root-Partition zu gefhrden.

        * `/proc': ein virtuelles Datei-System, das nicht auf der
          Festplatte liegt. Es braucht dort also auch keinen Platz. Hier
          werden whrend des Betriebs wichtige und interessante
          Informationen zur Verfgung gestellt.

     Daneben gibt es noch den Swap-Bereich, der eigentlich kein Teil des
     Verzeichnis-Baums ist.


5.2. Festplatten-Einschrnkungen bei PCs
----------------------------------------

     Das PC-BIOS stellt fr gewhnlich weitere Bedingungen fr die
     Partitionierung auf. Es limitiert, wieviele _primre_ und _logische_
     Partitionen eine Festplatte enthalten darf. Zustzlich gibt es
     Einschrnkungen, von wo auf der Platte das BIOS booten kann. Nhere
     Informationen finden Sie in der Linux Partition HOWTO
     (http://metalab.unc.edu/LDP/HOWTO/mini/Partition.html), hier sei nur
     ein kurzer berblick gegeben.

     _Primre_ Partitionen sind die eigentlichen Partitionen fr PC
     Festplatten. Es darf jedoch nur vier davon geben. Um diese
     Beschrnkung zu umgehen, wurden _erweiterte_ (_extended_) bzw.
     _logische_ (_logical_) Partitionen eingefhrt. Wird eine primre
     Partition als erweiterte Partition deklariert, kann der ihr
     zugewiesene Plattenplatz weiter in logische Partitionen eingeteilt
     werden. Es gibt vom BIOS her keine Beschrnkung in der Anzahl der
     logischen Partitionen. Es darf jedoch nur eine einzige erweiterte
     Partition geben.

     Linux limitiert die Anzahl der Partitionen pro Festplatte auf 15
     Partitionen bei SCSI Festplatten (3 benutzbar als primre und 12
     logische Partitionen). Auf einer IDE-Festplatte drfen maximal 63
     Partitionen (3 benutzbar als primre und 60 logische Partitionen)
     angelegt werden.

     Abschlieend sei darauf hingewiesen, da die Boot-Partition,
     diejenige, die den Kernel enthlt, innerhalb der ersten 1024 Zylinder
     liegen mu. Da die Root-Partition meistens gleichzeitig die
     Boot-Partition darstellt, mssen Sie darauf achten, da Ihre
     Root-Partition in den ersten 1024 Zylindern der Festplatte
     untergebracht ist.

     Wenn Sie eine groe Festplatte besitzen, mssen Sie eventuell
     Techniken zur Zylinder-bersetzung anwenden. Sie werden im BIOS
     gesetzt, z.B. _LBA_-bersetzung. Weiterfhrende Informationen finden
     Sie in der Large Disk HOWTO
     (http://metalab.unc.edu/LDP/HOWTO/mini/Large-Disk.html). Wenn Sie ein
     derartiges bersetzungs-Schema einsetzen, dann mu Ihre Boot-Partition
     innerhalb der _bersetzten_ 1024 Zylinder liegen.


5.3. Namen der Gertetreiber unter Linux
----------------------------------------

     Die Namen von Festplatten und Partitionen werden unter Linux anders
     bezeichnet als bei anderen Betriebssystemen. Sie sollten wissen,
     welche Namen Linux verwendet, wenn Sie partitionieren. Hier sind die
     Grundlagen der Namensvergabe:

        * Das erste Diskettenlaufwerk wird mit `/dev/fd0' bzeichnet.

        * Das zweite Diskettenlaufwerk wird mit `/dev/fd1' bzeichnet.

        * Die erste SCSI-Platte (von der SCSI ID her) wird als `/dev/sda'
          bzeichnet.

        * Die zweite SCSI-Platte wird mit `/dev/sdb' bzeichnet und so
          weiter.

        * Das erste SCSI CDROM wird `/dev/scd0' genannt bzw. `/dev/sr0'.

        * Die Master-Platte am primren IDE-Adapter wird als `/dev/hda'
          bezeichnet.

        * Die Slave-Platte am primren IDE-Adapter wird mit `/dev/hdb'
          bezeichnet.

        * Die Master- und Slave-Platten am sekundren IDE-Adpter werden
          analog dazu `/dev/hdc' und `/dev/hdd' genannt. Neuere IDE-Adpater
          knnen zwei Kanle haben und agieren dabei wie zwei Adapter.

        * Die erste XT-Platte wird `/dev/xda' genannt.

        * Die zweite XT-Platte wird `/dev/xdb' genannt.

     Die Partitionen auf jeder Platte werden durch Anhngen einer
     Dezimalzahl angesprochen: `sda1' und `sda2' entsprechen der ersten und
     zweiten Partition auf der ersten SCSI-Platte in Ihrem System.

     Linux bezeichnet die vier primren Partitionen mit der Nummer 1 bis 4.
     Die logischen Partitionen fangen mit Nummer 5 an, auch wenn nur 1
     primre Partition vorhanden ist. `hda1' bis `hda4' wren primre
     Partitionen, `hda5' bis `hda60' entsprchen den logischen Partitionen.
     Eine erweiterte Partition kann selbst nicht benutzt werden, sie kann
     lediglich logische Partitionen aufnehmen.

     Hier kommt ein Beispiel aus dem richtigen Leben. Nehmen wir an, da
     Sie ein System mit zwei SCSI Festplatten haben, eine an ID 2 und eine
     an ID 4. Die erste Festplatte (an ID 2) wird demzufolge `sda' genannt
     und die zweite `sdb'. Wenn die `sda'-Platte fnf Partitionen enthlt,
     werden diese mit `sda1' bis `sda5' angesprochen. Entsprechendes gilt
     fr `sdb' und dessen Partitionen.

     Beachten Sie, da die Reihenfolge der Platten verwirrend sein kann,
     wenn Ihr System zwei SCSI-Busse enthlt. Am besten achten sie genau
     auf die beim Booten ausgegebenen Meldungen, vorausgesetzt, Sie knnen
     die Namen den physikalischen Platten zuordnen.


5.4. Empfohlene Partitionierung
-------------------------------

     Wie bereits erlutert, sollten Sie sich eine separate, kleinere
     root-Partition (20 bis 50 MB) anlegen sowie eine grere `/usr'
     Partition. Zwei Beispiele werden im folgenden vorgestellt. Fr die
     meisten Anwender reichen jedoch zwei Partitionen (Swap und Linux) aus,
     insbesondere wenn nur eine einzelne kleine Festplatte zur Verfgung
     steht, denn das Anlegen mehrer Partitionen _kann Speicherplatz
     verschwenden_.

     Fr den Fall, da Sie sehr viele Programme installieren wollen, die
     nicht Bestandteil des Betriebssystems sind, bentigen Sie eine
     separate `/usr/local' Partition. Es ist auch eine gute Idee `/tmp' in
     eine eigene Partition von 20 MB bis 50 MB zu legen. Sollte Ihre
     Maschine als Server fr sehr viele Benutzer verwendet werden, dann
     bietet es sich an, fr `/home' eine eigene, groe Partition anzulegen.

     Wenn Ihr Rechner ein Mailserver wird, sollten Sie vielleicht
     `/var/spool/mail' als eigene Partition einrichten. Generell gesehen
     hngt die Art der Partitionierung stark vom Einsatzgebiet ab.

     Fr komplexere Bedrfnisse sollten Sie das Multi Disk HOWTO
     (http://www.linuxdoc.org/Muli-Disk-HOWTO.html) konsultieren. Es
     enthlt tiefergehende Informationen, die vor allem fr Internet
     Service Provider (ISP) und Leute mit groen Servern von Interesse
     sind. Damit lassen sich insbesondere mehrere physikalische Festplatten
     zu einer logischen Einheit (quasi eine Partition) zusammenfassen
     (RAID).

     Bleibt die Frage nach der Gre fr den Swap Bereich. Es gibt soviele
     Vorschlge, wie es Unix Systemverwalter gibt. Eine Faustregel besagt:
     Man verwendet fr die Swap Partition soviel Speicherplatz wie
     physikalisches RAM vorhanden ist, obwohl es nur fr die wenigsten
     Anwender Grnde gibt, mit der Gre der Swap Partition ber 64 MB
     hinaus zu gehen. Wenn Sie eine so groe Swap Partition wirklich
     bentigen, dann sollten Sie sich eher mehr RAM Bausteine kaufen.
     Natrlich gibt es auch Ausnahmen: Wenn Sie versuchen, gleichzeitig
     10000 Gleichungen auf einer Maschine mit 256 MB RAM zu lsen, dann
     brauchen Sie mglicherweise mehr als 1 Gigabyte Swap. In diesem Fall
     sollten Sie zumindest versuchen, den Swap auf mehrere Festplatten zu
     verteilen.

     Beachten Sie, da Linux bis Version 2.2.0 nicht mehr als 128 MB pro
     Swap-Partition nutzen kann. Sie knnen jedoch problemlos mehrere
     Swap-Partitionen einrichten und `/etc/fstab' manuell editieren,
     nachdem Sie das System eingerichtet haben, um mehr als 128 MB
     Swapspace zu erhalten. Wenn Ihre Swap-Anforderungen dermaen hoch
     liegen, sollten Sie jedoch versuchen, die Swap-Partitionen auf
     verschiedene Festplatten zu verteilen.


5.5. Beispiele
--------------

     Im folgenden werden zwei Beispiele gegeben, die der Anschauung dienen.

5.5.1. Einfach
--------------

     Ein Rechner mit 32 MB RAM und einer 1,7 Gigabyte IDE Festplatte als
     `/dev/hda'. Es gibt eine 500 MB DOS Partition auf Partition
     `/dev/hda1', eine 32 MB Swap Partition auf `/dev/hda3' und der Rest
     von 1,2 Gigabyte auf `/dev/hda2', enthlt die Linux Partition.

5.5.2. Kompliziert
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     Das zweite Beispiel ist ein bichen komplizierter (so, wie es bei
     einem der Autoren aussieht). Die Aufteilung ist nicht ideal, sie ist
     im Laufe der Zeit so gewachsen. Ein Rechner mit 64 MB RAM und zwei
     SCSI-Festplatten: `/dev/sda' mit 2,1 GB und `/dev/sdb' mit 530 MB.

     Die Festplatte `/dev/sda' ist so unterteilt:

        * `/dev/sda1', 380 MB: Erweiterte Partition, die wie folgt
          unterteilt ist:
             * `/dev/sda5', 80 MB: Root-Partition (also `/')
             * `/dev/sda6', 150 MB: `/home'
             * `/dev/sda7', 150 MB: `/var'

        * `/dev/sda2', 120 MB: ist mit `/dev/sdb4' zu einem RAID-0
          (stripping)[1] verbunden. Name: `/dev/md0'.

          [1]  Das RAID-0 ist in diesem Fall vor allem dazu da, den Platz
               der beiden Partitionen auf den zwei Festplatten
               zusammenzufhren, nicht zur Geschwindigkeitssteigerung.

        * `/dev/sda3', 1 GB: `/usr'

        * `/dev/sda4', 600 MB: reserviert fr Windows.

     Die Festplatte `/dev/sdb' ist so unterteilt:

        * `/dev/sdb1', 400 MB: Erweiterte Partition, die wie folgt
          unterteilt ist:
             * `/dev/sdb5', 330 MB: `/opt', fr spezielle gekaufte
               Software, die dorthin installiert sein will.
             * `/dev/sdb6', 70 MB: Swap.

        * `/dev/sdb4', 130 MB: ist mit `/dev/sda2' zu einem RAID-0
          (stripping) verbunden. Name: `/dev/md0'

     Noch brig bleibt `/dev/md0', 250 MB: `/home/ftp' fr einen kleinen
     FTP-Server.

5.5.3. Entspannt
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     Auch das folgende Beispiel existiert tatschlich bei einem der
     Autoren. Es stellt einen krftigen Server dar, der Aufgaben wie Proxy,
     Mail-Server, News-Server, Webserver, Shell-Server etc. bernimmt.
     Neben 256 MB physikalischem Arbeitsspeicher sind sechs Festplatten
     eingebaut:

        * 1 GB, wie folgt unterteilt:
             * `/dev/sda1', 64 MB: Root- und Boot-Partition
             * `/dev/sda2', 64 MB: alte (jetzt inaktive) Swap-Partition
             * `/dev/sda3', 900 MB: `/usr'

        * 2 GB, wie folgt unterteilt:
             * `/dev/sdb1', 64 MB: Swap-Partition
             * `/dev/sdb2', 2 GB: `/home'

        * 2 GB, wie folgt unterteilt:
             * `/dev/sdc1', 64 MB: Swap-Partition
             * `/dev/sdc2', 2 GB: Zusammengefat zu `/dev/md0'

        * 2 GB, wie folgt unterteilt:
             * `/dev/sdd1', 64 MB: Swap-Partition
             * `/dev/sdd2', 2 GB: Zusammengefat zu `/dev/md0'

        * 2 GB, wie folgt unterteilt:
             * `/dev/sde1', 64 MB: Swap-Partition
             * `/dev/sde2', 2 GB: Zusammengefat zu `/dev/md0'

        * 0.5 GB, wie folgt unterteilt:
             * `/dev/sde1', 500 MB: `/home/artis'

        * `/dev/md0', 6 GB: `/var'

     Der Arbeitsspeicher wird durch 4x64 MB von vier schnellen Platten
     ergnzt. Auf zwei weiteren Rechnern befinden sich zwei weitere
     RAID-Systeme, die Platz fr den FTP-Server zur Verfgung stellen.


5.6. Wann soll man partitionieren
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     Es gibt zwei verschiedene Zeitpunkte, zu denen man seine Festplatte(n)
     partitioniert: Bevor Sie Debian installieren oder whrend der
     Installation. Wenn Sie die Festplatte(n) bereits partitioniert haben,
     drfen Sie den Menpunkt _Partitionieren_ getrost berspringen.

5.6.1. Von DOS oder Windows aus partititonieren
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     Wenn Sie FAT- oder NTFS-Partitionen manipulieren, dann empfehlen wir,
     die Werkzeuge der entsprechenden Betriebssysteme zu benutzen oder die
     unten vorgestellte Methode (Section 5.7, `Verlustloses Partitionieren
     von DOS, Windows 95 oder OS/2'). Andernfalls empfehlen wir die
     Werkzeuge, die Ihnen Debian GNU/Linux zur Verfgung stellt (cfdisk
     (cfdisk.txt) und fdisk (fdisk.txt)), sie arbeiten in der Regel besser.


5.7. Verlustloses Partitionieren von DOS, Windows 95 oder OS/2
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     Die meisten Linux Erstinstallationen erfolgen auf einem System, auf
     dem bereits DOS (inkl. Windows 3.1), Windows 95 oder OS/2 installiert
     ist. Dabei soll Debian auf die gleiche Platte installiert werden, ohne
     da dabei das bereits installierte Betriebssystem zerstrt wird. Wie
     in Section 5.1, `Hintergrnde' bereits erlutert, fhrt das Verndern
     der Gre einer Partition blicherweise zum Verlust der auf dieser
     Partition befindlichen Daten, es sei denn, es werden entsprechende
     Vorsichtsmanahmen getroffen. Die Methode, die hier im folgenden
     beschrieben wird, arbeitet in der Praxis extrem gut, jedoch ohne
     irgendeine Garantie fr Ihre Daten. Deshalb: _Legen Sie eine
     Sicherheitskopie aller wichtigen Daten an!_

     Bevor Sie weiter vorgehen, sollten Sie sich bereits berlegt haben,
     wie Sie die Festplatte partitionieren mchten. Die hier beschriebene
     Methode teilt eine Partition in zwei Teile: Der eine Teil enthlt das
     ursprngliche Betriebssystem, der andere Teil wird fr Debian
     verwendet. Whrend der Installation von Debian wird Ihnen dann die
     Mglichkeit gegeben, das Abteilen der Debian Partition abzuschlieen.

     Die Idee hinter der Methode besteht darin, alle Daten einer Partition
     an den Anfang der Partition zu verschieben, um anschlieend die
     Partitionsinformationen zu ndern. Auf diese Weise geht nichts
     verloren. Es ist sehr wichtig, da sie nach dem Verschieben der
     Dateien an den Anfang der Partition, so wenig wie mglich auf der
     Partition arbeiten. Damit verhindern Sie, da mglicherweise doch noch
     eine Datei an das Ende der Partition geschrieben wird, was dazu fhren
     wrde, da die neu zu erzeugende Partition kleiner ausfllt als
     mglich.

     Als erstes bentigen Sie eine Kopie von `fips'. Dieses Archiv befindet
     sich im `tools'-Verzeichnis der Debian Distribution. Nach dem
     Auspacken des ZIP Archivs mit dem beigelegten `unzip'-Programm,
     kopieren Sie die Dateien `RESTORRB.EXE', `FIPS.EXE' und `ERRORS.TXT'
     auf eine bootbare Diskette. Eine bootbare Diskette wird unter DOS mit
     dem Kommando `sys a:' erzeugt. `fips' enthlt eine sehr gute
     Dokumentation, die Sie lesen sollten. Sie mssen auf jeden Fall die
     Dokumentation lesen, wenn Sie eines der folgenden Programme benutzen:
     Stacker, SuperStor, DoubleSpace oder einen anderen
     Festplattenkomprimierer; oder OS/2, Ontrack Disk Manager oder einen
     hnlichen Treiber.

     Der nchste Schritt besteht darin, alle Daten an den Anfang der
     Partition zu verschieben (defragmentieren). Dazu wird das Programm
     `defrag' verwendet, welches ab DOS 6.0 standardmig mitgeliefert
     wird. In der `fips'-Dokumentation befindet sich eine Liste mit
     weiteren Programmen, mit denen Sie die DOS Partition defragmentieren
     knnen. Wenn Sie Windows95 verwenden, dann beachten Sie bitte, da Sie
     `defrag' von Windows95 aus starten mssen, da DOS mit dem Windows95
     Dateisystem FAT32 nicht zurechtkommt.

     Das Defragmentieren kann eine Weile dauern, abhngig davon, wie gro
     die Festplatte, bzw. die Partition ist. Im Anschlu an das
     Defragmentieren booten Sie den Rechner von der `fips'-Diskette, die
     sie vorhin erstellt haben. Dann starten Sie einfach `fips' und folgen
     den Anweisungen auf dem Bildschirm. `fips' unterteilt eine vorhanden
     Partition in eine kleinere Partition in der alle Daten erhalten
     bleiben sollten und leeren Platz, den Sie nachher fr Debian einsetzen
     knnen.


5.8. Partitionierung fr DOS
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     Wenn Sie fr DOS partitionieren oder die Gre einer DOS-Partition
     ndern und Linux-Werkzeuge einsetzen, kann es zu Problemen mit den
     daraus resultierenden FAT-Partitionen kommen. Es wurden von einigen
     Leuten Geschwindigkeitseinbuen berichtet sowie Problemen mit
     `scandisk' oder anderen merkwrdigen Problemen in Verbindung mit DOS
     oder Windows.

     Offenbar ist es eine gute Idee, die ersten Sektoren mit Nullen zu
     fllen, wenn Sie eine Partition fr DOS anlegen oder dessen Gre
     verndern. Unter Linux erreichen Sie dieses mit dem Befehl:

          dd if=/dev/zero of=/dev/hdXX bs=512 count=4


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6. Installationsmethoden fr Debian
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6.1. Einfhrung
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     Die Installation von Debian lt sich von den folgenden Medien
     beginnen: Disketten, Festplatte oder CDROM. Hat die Installation
     begonnen, knnen weitere Daten zustzlich via FTP oder NFS angefordert
     werden. Wie das im einzelnen funktioniert, wird im folgenden nher
     erlutert.

     Wenn Sie sich bis hierher vorgearbeitet haben, dann sind im
     wesentlichen noch die folgenden Schritte durchzufhren (wie in Section
     1.4, `Organisation dieses Textes' beschrieben):
     1.   Booten des Systems
     2.   Erste Konfiguration, um die Installation vorzubereiten
     3.   Basis-System installieren
     4.   Basis-System booten und konfigurieren
     5.   Restliches System installieren

     Der erste Schritt aus der obigen Liste wird im allgemeinen mit der
     Notfall-Diskette oder der bootfhigen CDROM erledigt. (siehe Kapitel
     7, `Booten des Installations-Systems') Wenn Sie auf diese Weise Linux
     gestartet haben, erscheint das `dbootstrap'-Programm und wird Sie
     durch die weitere Installation fhren. (siehe Kapitel 8, `Schrittweise
     Konfiguration des Systems')

     Nachdem einige Einstellungen vorgenommen wurden, installiert
     `dbootstrap' das sogenannte Basis-System. Dieses ist eine Auswahl von
     Paketen, die bentigt werden, um ein minimales Debian GNU/Linux
     selbstndig zu starten. Wenn Sie das Basis-System installiert und
     konfiguriert haben, kann Ihr Computer bereits _auf eigenen Fssen
     stehen_. Das Basis-System kann von folgenden Medien installiert
     werden: Disketten, Festplatte, CDROM oder via NFS-Dateisystem. Die
     Einzelheiten bernimmt `dbootstrap' fr Sie. (siehe Section 8.13,
     `Basis-System installieren')

     Nachdem das Basis-System installiert und konfiguriert ist, mu der
     Rest von Debian GNU/Linux installiert werden. Darin enthalten sind
     Anwendungen und Dokumente, die Sie auf Ihrem Computer verwenden
     werden, so wie das X11-System, Editoren, Entwicklungs-Umgebungen etc.
     Dieser Teil von Debian wird von CDROM, dem Internet oder Intranet
     (HTTP, FTP, NFS) installiert. Fr diesen Schritt werden Sie die
     Standard-Werkzeuge fr das Paket-Management von Debian verwenden:
     `dselect' oder `apt-get'. (siehe Kapitel 9, `Einfhrung in die
     Paket-Verwaltung')

     Whrend des Installationsvorgangs werden die Daten von jeder Diskette
     einzeln angefordert, soda sie auch auf unterschiedlichen Medien
     vorliegen drfen. Das bedeutet zum Beispiel, da Sie zum Starten des
     Installationsvorganges den Rechner von einer Diskette booten, die
     folgenden Daten (_driver_-Diskette, _base_-Diskette) dann jedoch von
     CDROM installieren knnen. Dazu liegen die Disketten teilweise in
     verschiedenen Dateiformaten vor: Zum einen als Disketten-Images,
     welche direkt auf eine Diskette geschrieben werden, zum anderen als
     Archive (tar), welche von der CDROM oder per NFS gelesen werden.

     Die Installationsdisketten sind in drei verschiedene Serien
     unterteilt: Die Notfall-Diskette (_rescue_), die Treiberdiskette
     (_driver_) sowie die Basisdisketten (_base_). Zustzlich existiert
     noch eine _lowmem_-Diskette fr Systeme mit wenig Arbeitsspeicher.

     Ab der Version 2.1 von Debian GNU/Linux werden nicht ausschlielich
     englisch-sprachige Bootdisketten zur Verfgung gestellt. Die
     Entwickler haben die Texte, die whrend der Installation angezeigt
     werden in verschiedene Sprachen (Spanisch, Englisch, Franzsisch,
     Deutsch, Italienisch etc.) bersetzt. Daher liegen in einem
     entsprechenden Unterverzeichnis weitere Installationsdisketten
     (_rescue_) in der jeweiligen Sprache. Dieser Text verweist der
     Einfachheit halber jedoch weiterhin auf die Englischen Disketten (und
     damit auf die englischen Texte).

     Der nchste Abschnitt enthlt eine Liste der Dateien, welche Sie im
     `disks-i386' Verzeichnis finden. Es ist nicht ntig, da Sie alle
     Dateien herunterladen bzw. auf Diskette spielen, sondern nur
     diejenigen, die Sie fr Ihre Installation bentigen. Die
     Installationsdisketten liegen sowohl in einem Format fr 1,44 MB
     Laufwerke vor, als auch fr die lteren 1,2MB Laufwerke. Die Dateien
     fr die 1,44MB Laufwerke enthalten eine ``14'' im Dateinamen, die
     Dateien fr die 1,2MB Laufwerke enthalten eine ``12'' im Dateinamen.


6.2. Installations-Medien auswhlen
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     Zuerst sollten Sie die Medien auswhlen, von denen Sie das
     Installations-System booten mchten. Als nchstes whlen Sie die
     Methode, um das Basis-System zu installieren.

6.2.1. Boot-Medium auswhlen
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     Um das Installations-System zu booten haben Sie folgende Auswahl:
     Disketten, bootfhige CDROM oder ein Lade-Programm aus DOS.

     Disketten
          Besorgen Sie sich die Images fr die _rescue_- und
          _driver_-Disketten und erzeugen Sie daraus Boot-Disketten wie in
          Section 6.9, `Schreiben der Disketten-Images auf Diskette'
          beschrieben.

     CDROM
          Das ist eine der einfachsten Mglichkeiten fr die Installation.
          Wenn Sie Pech haben und der Kernel auf der CDROM fr Sie nicht
          funktioniert, dann mssen Sie jedoch auf eine anderen Methode
          zurckgreifen. Die Installation von CDROM ist in Section 6.5,
          `Installation von CDROM' beschrieben.

     Lade-Programm aus DOS
          Das ist oft eine sehr bequeme Methode, in der Linux direkt von
          DOS aus gestartet wird, siehe Subsection 6.4.1, `Installation von
          DOS aus starten'.


6.3. berblick ber die Installationsdateien
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     Sie erhalten die Dateien vom FTP Server
     (ftp://ftp.debian.org/debian/dists/slink/main/disks-i386/current/)
     bzw. einem der gespiegelten Mirror FTP Server (siehe Anhang Subsection
     12.1.2, `Bezugsquellen fr die Debian GNU/Linux Distribution
     (README.mirrors)'). Smtliche Installationsdateien befinden sich
     ebenfalls auf der Debian CDROM im Verzeichnis
     `.../dists/slink/disks-i386/current/'.

     resc1440.bin, resc1440tecra.bin, resc1200.bin: Image fr die
     Notfall-Diskette (_rescue_)
          Hierbei handelt es sich um die Notfall-Diskette. Sie wird sowohl
          fr die Erstinstallation verwendet, als auch fr den Fall, da
          Ihr System aus irgendeinem Grund nicht mehr von alleine bootet.
          Darum sollten Sie auf jeden Fall eine Notfall-Diskette anlegen,
          auch wenn Sie nicht von Diskette installieren wollen. Das
          `tecra'-Image ist eine alternatives Image fr solche, die mit den
          Standard-Disketten Mhe haben (vor allem fr Notebooks).

     drv1440.bin, drv1440tecra.bin, drv1200.bin: Image fr Treiberdiskette
     (_driver_)
          Die Treiberdiskette enthlt die Kernelmodule bzw. Treiber, die
          nicht fr den unmittelbaren Bootvorgang notwendig sind. Whrend
          des Installationsvorgangs werden Sie nach den Treibern gefragt,
          die fr Ihr System notwendig sind.

     base2_1.tgz oder base14-1.bin, base14-2.bin, base14-3.bin,
     base14-4.bin, base14-5.bin, base14-6.bin, base14-7.bin, base12-1.bin
     oder base12-2.bin, base12-3.bin, base12-4.bin, base12-5.bin,
     base12-6.bin, base12-8.bin, base12-9.bin: Das Basis-System
          Diese Dateien enthalten das Basis-System, das bei der
          Installation auf Ihre Linux Partition installiert wird. Das
          Basis-System wird bentigt, um die restliche Installation
          durchfhren zu knnen. `base2_1.tgz' ist ein komprimiertes Archiv
          des Basis-Systems, das verwendet wird, wenn Sie nicht von
          Diskette installieren, sondern von CDROM oder via NFS,
          `base14-x.bin' (mit x = 1..7) sind die sieben Diskettenimages fr
          1,44 MB Disketten und `base12-x.bin' (mit x = 1..8) sind die acht
          Diskettenimages fr 1,2 MB Disketten.

     root.bin: Image fr temporres Dateisystem
          Diese Datei enthlt ein Image des temporren Dateisystems,
          welches whrend der Installation in den Speicher geladen wird,
          wenn Sie von der Festplatte bzw. CDROM installieren. Diese Datei
          enthlt das komplette komprimierte Dateisystem, das auch auf den
          Bootdisketten enthalten ist. Wenn Sie Programme austauschen, mu
          es mit `gunzip' dekomprimiert werden. Anschlieend knnen Sie es
          via Loopback ins System montieren (`mount -o loop -t minix
          root.bin /mnt'), verndern, mit `gzip' komprimieren und wieder
          auf die Bootdiskette schreiben.

     lowmem.bin: Image fr die Notfall-Diskette (_lowmen_, _rescue_)
          Hierbei handelt es sich um die Notfall-Diskette, jedoch fr
          Rechner mit wenig Arbeitsspeicher. Sie wird sowohl fr die
          Erstinstallation verwendet, als auch fr Notflle, in denen Sie
          Ihr System aus irgendeinem Grund von Diskette booten mssen.

     rawrite2.exe: Ein DOS-Programm zum Schreiben der Diskette-Images
          Mit dem Programm `rawrite2.exe' werden unter DOS die
          Disketten-Images auf eine Diskette gespielt. Sie drfen die
          Imagedateien (`*.bin') nicht direkt auf die Disketten kopieren,
          sondern mssen dieses Programm dafr verwenden.

     loadlin.exe: Linux Boot Loader fr DOS
          Sie bentigen den Bootloader `loadlin.exe', wenn Sie die
          Installation von DOS aus durchfhren. Siehe Subsection 6.4.1,
          `Installation von DOS aus starten'.

     install.bat: DOS-Batchdatei zum Starten der Installation unter DOS
          Sie bentigen die DOS-Batchdatei `install.bat', wenn Sie die
          Installation von DOS aus durchfhren. `install.bat' verwendet
          `loadlin.exe'. Siehe Subsection 6.4.1, `Installation von DOS aus
          starten'.

     linux: Linux-Kernel Image
          Sie bentigen das Linux-Kernel Image `linux', wenn Sie die
          Installation von DOS aus durchfhren.

     install.txt, install.html: Installationsanleitung
          Das englischsprachige Original zu dieser Installationsanleitung.

     cfdisk.txt, fdisk.txt
          Die Bedienungsanleitung fr die Programme zum Partitionieren der
          Festplatte: `cfdisk' und `fdisk'.

     basecont.txt
          Enthlt eine Inhaltsangabe des Basis-Systems.


6.4. Installation von der Festplatte
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6.4.1. Installation von DOS aus starten
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     Es ist mglich, Debian von DOS aus von einer schon installierten
     DOS-Partition oder eingelegten CDROM auf demselben System zu
     installieren. So gehen Sie vor:

     1.   Besorgen Sie sich die folgenden Dateien und kopieren Sie diese in
          ein Verzeichnis auf Ihrer DOS Partition: resc1440.bin,
          drv1440.bin, base2_1.tgz, root.bin, linux, install.bat und
          loadlin.exe.

     2.   Booten Sie DOS (nicht Windows) ohne irgendwelche Treiber. Dazu
          mssen Sie einfach im richtigen Augenblick _F8_ drcken.

     3.   Rufen Sie anschlieend `install.bat' auf.

     4.   Fahren Sie mit Kapitel 7, `Booten des Installations-Systems'
          fort.

6.4.2. Installation von einer Linux-Partition
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     Sie knnen Debian auch von einer _ext2fs_-Partition her installieren.
     Das ist ntzlich, wenn Sie ihr bisheriges Linux-System durch Debian
     GNU/Linux ersetzen wollen.

     Beachten Sie, da die Partition _von_ der Sie installieren nicht die
     gleiche sein sollte, _auf_ die Sie installieren.

     1.   Besorgen Sie sich die folgenden Dateien und kopieren Sie diese in
          ein Verzeichnis auf Ihrer Linux-Partition: resc1440.bin,
          drv1440.bin und base2_1.tgz.

     2.   Schreiben Sie das Image fr die Notfall-Diskette (_rescue_) auf
          eine Diskette wie in Section 6.9, `Schreiben der Disketten-Images
          auf Diskette' gezeigt.

     3.   Booten Sie Ihren Computer mit der Notfall-Diskette neu.

     4.   Fahren Sie mit Kapitel 7, `Booten des Installations-Systems'
          fort.


6.5. Installation von CDROM
---------------------------

     Hchstwahrscheinlich werden Sie Debian GNU/Linux von der offiziellen
     Debian CDROM installieren. Im einfachsten Fall booten Sie das
     Installationsprogramm direkt von der CDROM. Dazu mu allerdings das
     BIOS Ihres Rechners entsprechend konfiguriert sein (siehe Subsection
     4.4.3, `Boot-Laufwerk bestimmen'). Legen Sie die erste CDROM ins
     Laufwerk und booten Sie. Wenn Sie ein System haben, das _tecra_-Images
     bentigt, dann verwenden Sie die zweite CDROM anstelle der ersten.
     Fahren Sie mit Kapitel 7, `Booten des Installations-Systems' fort.

     Falls Ihre Hardware nicht in der Lage ist, von CDROM zu booten,
     sollten Sie DOS booten und `boot.bat' aus dem Verzeichnis `\boot' auf
     der CDROM ausfhren. Fahren Sie mit Kapitel 8, `Schrittweise
     Konfiguration des Systems' fort.


6.6. Installation ber NFS
--------------------------

     Systembedingt knnen Sie nur das Basis-System mit dieser Methode
     installieren. Sie mssen also die Nofall- und Treiber-Disketten
     (_rescue_ und _driver_) lokal vorliegen haben und eine der obigen
     Methoden benutzen. Um das Basis-System ber NFS zu installieren,
     mssen Sie nach Kapitel 8, `Schrittweise Konfiguration des Systems'
     vorgehen, Sie drfen allerdings nicht vergessen, die Module (Treiber)
     fr Ihre Netzwerk-Karte und fr NFS (ein Dateisystem) zu installieren.

     Wenn _dbootstrap_ Sie fragt, wo das Basis-System zu finden ist
     (Section 8.13, `Basis-System installieren'), whlen Sie NFS aus und
     folgen den Anweisungen.


6.7. Installation von Disketten
-------------------------------

     Die Installation von Disketten ist nicht empfehlenswert, denn
     Disketten sind inzwischen sehr stranfllige Medien. Die Installation
     von Disketten wird dann durchgefhrt, wenn keine der obigen Methoden
     mglich ist.

     So gehen Sie vor:

     1.   Besorgen Sie sich folgende Image-Dateien (Beschreibung siehe
          Section 6.3, `berblick ber die Installationsdateien'):
             * Notfall-Diskette (_rescue_)
             * Treiber-Diskette (_driver_)
             * Disketten fr das Basis-System (base14-1.bin etc.)

     2.   Besorgen Sie sich gengend Disketten.

     3.   Beschreiben Sie die Disketten wie in Section 6.9, `Schreiben der
          Disketten-Images auf Diskette' beschrieben.

     4.   Booten Sie mit der Notfall-Diskette Ihren Computer neu.

     5.   Folgen Sie Kapitel 7, `Booten des Installations-Systems'.


6.8. Installation auf Systemen mit wenig Arbeitsspeicher
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     Wenn Ihr System weniger als 5MB Hauptspeicher besitzt, dann sollten
     Sie die spezielle Bootdiskette `lowmem.bin' benutzen. Dieses
     Disketten-Image mu wie im folgenden Abschnitt beschrieben auf
     Diskette geschrieben werden. Weitere Hinweise finden Sie in Section
     7.4, `Rechner mit wenig Hauptspeicher (RAM)'.


6.9. Schreiben der Disketten-Images auf Diskette
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     Bei den Disketten-Images handelt es sich um Dateien, die den gesamten
     Inhalt einer Diskette in roher Form enthlt. Disketten-Images wie z.B.
     resc1440.bin drfen nicht einfach auf eine Diskette kopiert werden.
     Ein spezielles Programm mu stattdessen benutzt werden, um das Image
     1:1 auf die Diskette zu schreiben. Dieses ist ntig, da der Inhalt
     Sektor fr Sektor auf die Diskette kopiert werden mu.

     Es gibt je nach verwendeter Plattform verschiedene Techniken, aus den
     Disketten-Images fertige Disketten zu erzeugen. Dieser Abschnitt
     beschreibt, wie Sie die Disketten auf unterschiedlichen Plattformen
     erzeugen.

     Unabhngig davon, welche Methode Sie benutzen, um die fertigen
     Disketten zu erzeugen, sollten Sie daran denken, den Schreibschutz zu
     aktivieren, nachdem Sie die Diskette geschrieben haben.

6.9.1. Linux- oder UNIX-Rechner
-------------------------------

     Um die Disketten-Images auf eine Diskette zu schreiben, mssen Sie
     unter Debian in der Gruppe `disk' sein, oder als `root' arbeiten.
     Legen Sie dazu eine gute, leere Diskette in das Diskettenlaufwerk ein
     und benutzen Sie den Befehl:

          dd if=<Dateiname> of=/dev/fd0 bs=512 conv=sync ; sync

     <Dateiname> ist dabei der Name eines Disketten-Images. `/dev/fd0' ist
     der blicherweise benutze Name fr das erste Diskettenlaufwerk. Wenn
     Sie unter einem anderen Unix-System arbeiten, kann er anders lauten.
     (auf Solaris ist es beispielsweise `/dev/fd/0') Der obige Befehl wird
     eventuell beendet, bevor Unix die Daten tatschlich auf die Diskette
     geschrieben hat. Achten Sie daher auf das Aktivitts-Lmpchen am
     Laufwerk, bevor Sie die Diskette herausnehmen. Auf einigen Systemen
     mssen Sie einen speziellen Befehl aufrufen, um die Diskette aus dem
     Laufwerk auswerfen zu lassen. (auf Solaris benutzen Sie dazu `eject').

     Manche Systeme mounten eingelegte Disketten automatisch. Um die
     Disketten sektorweise beschreiben zu knnen, mssen Sie diese
     Eigenschaft ausschalten. Das Beschreiben mit den Image-Dateien ist nur
     im sogenannten _raw mode_ der Diskettenlaufwerke mglich. Wie Sie
     dieses erreichen, ist abhngig vom verwendeten Betriebssystem. Stellen
     Sie unter Solaris sicher, da `vold' nicht luft. Fragen Sie dazu ggf.
     Ihren Systemadministrator.

6.9.2. DOS-, Windows- oder OS/2-Rechner
---------------------------------------

     Sie finden das Programm rawrite2.exe im selben Verzeichnis wie die
     Image-Dateien. Dort finden Sie auch die Textdatei rawrite2.txt, welche
     weitergehende Erluterungen zu `rawrite2.exe' enthlt.

     Um die Installationsdisketten zu erstellen, also die Image-Datei auf
     die Diskette zu kopieren, geben Sie den folgenden Befehl ein:

          rawrite2 -f <Dateiname> -d <Laufwerk>

     Als <Dateiname> geben Sie den Namen der Image-Datei an und als
     <Laufwerk> den gewnschten Laufwerksbuchstaben. So knnen Sie
     beispielsweise die Root-Diskette beschreiben, die in Ihrem
     `A:'-Laufwerk liegt:

          rawrite2 -f root.bin -d a:

6.9.3. Zuverlssigkeit von Diskettenlaufwerken
----------------------------------------------

     Das grte Problem bei der Erstinstallation eines Linux-Systems
     scheint das Diskettenlaufwerk zu sein.

     Die erste Diskette (_rescue_) ist diejenige mit den grten Problemen,
     weil sie mit Hilfe des BIOS gelesen wird. Dabei zeigt sich, da das
     BIOS die Disketten nicht so zuverlssig lesen kann, wie es der
     Linux-Treiber zu tun pflegt. In Extremfllen beendet das BIOS einfach
     den Lesevorgang ohne einen Hinweis zu geben, wenn es nicht
     einwandfreie Daten einliest. Auch bei den spteren Disketten kann es
     zu Problemen kommen. Ein typisches Kennzeichen ist es, wenn der
     Bildschirm mit `disk I/O error'-Meldungen gefllt wird.

     Wird Ihr Installationsvorgang einmal bei einer bestimmten Diskette
     unterbrochen, dann sollten Sie sich als erstes das zugehrige
     Disketten-Image erneut besorgen und auf eine _andere_ Diskette
     schreiben. Die alte Diskette einfach zu formatieren ist nicht immer
     ausreichend, auch wenn sie scheinbar fehlerfrei zu formatieren und zu
     beschreiben ist. Manchmal hilft es auch, die Disketten auf einem
     anderen Rechner zu beschreiben.

     Ein Benutzer hat berichtet, da er die Images _dreimal_ auf Disketten
     schreiben mute, bevor eine funktioniert hat. Anschlieend war alles
     prima mit der dritten Diskette.

     Andere Benutzer haben berichtet, da einfaches Neustarten des Rechners
     mit der gleichen Diskette ebenfalls zu einem erfolgreichen Booten
     fhren kann. Der Grund dafr liegt in fehlerhafter Hard- oder Firmware
     des Laufwerks.


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7. Booten des Installations-Systems
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     Sie haben im vorhergehenden Kapitel Ihr Installations- und Boot-Medium
     ausgewhlt und vorbereitet. Das kann die Rescue-Diskette, eine
     bootfhige CDROM oder ein vorinstalliertes Linux sein. In diesem
     Kapitel wird nun der eigentliche Installationsvorgang beschrieben,
     nachdem alle Vorbereitungen erledigt wurden, wie das Erstellen der
     Disketten und das Sichern aller Daten des Systems. Ebenso werden
     einige mgliche Probleme beschrieben und wie Sie auf den Boot-Vorgang
     Einflu nehmen knnen (falls Probleme auftreten).

     Beachten Sie, da _Ctrl-Alt-Del_ nicht auf allen Systemen zu einem
     richtigen Reset des Rechners fhrt. Wir empfehlen daher, da Sie einen
     harten Reset[1] durchfhren. Wenn Sie von einem anderen Betriebssystem
     (zum Beispiel DOS) installieren, dann haben Sie keine Wahl, anderfalls
     sollten Sie einen harten Reset durchfhren, wenn Sie neu booten
     wollen.

     [1]  Durch Drcken der Reset-Taste am Gehuse


7.1. Einflunahme auf den Bootvorgang
-------------------------------------

     Boot-Parameter sind Einstellungen des Linux-Kernels, die dem Kernel
     beim Booten bergeben werden. Normalerweise werden Sie dazu verwendet,
     sicherzustellen, da der Kernel die Peripherie richtig anspricht. In
     den meisten Fllen kann der Kernel jedoch selbst herausfinden, welche
     Peripherie angeschlossen ist und welche Adressen sie belegt. In
     einigen Fllen mssen Sie dem Kernel jedoch auf die Sprnge helfen.

     Wenn Sie von der Notfall-Diskette oder von CDROM booten, wird Ihnen
     der Boot-Prompt `boot:' prsentiert. Details dazu finden Sie in
     Section 7.3, `Booten mit der Notfall-Diskette (_rescue_)'. Wenn Sie
     von einem bestehenden System booten, funktioniert die bergabe von
     Boot-Parametern anders. Sie knnen zum Beispiel `install.bat' mit
     einem Text-Editor ndern. Ausfhrliche Informationen ber die
     mglichen Boot-Parameter finden Sie im Linux BootPrompt HOWTO
     (http://www.linuxdoc.org/BootPrompt-HOWTO.html), dieser Abschnitt
     enthlt nur die wichtigsten Angaben.

     Wenn Sie das erste Mal booten, probieren Sie einfach die
     Standard-Einstellungen aus, das heit, Sie setzen keine
     Boot-Parameter. Wahrscheinlich funktioniert es so. Falls nicht, knnen
     Sie spter neu booten und spezielle Parameter heraussuchen, die den
     Linux-Kernel entsprechend konfigurieren.

     Wenn der Kernel bootet, dann sehen Sie eine Meldung `Memory:
     _nutzbar_k/_total_k available', die Sie ber den Hauptspeicher
     informiert. `_total_' sollte mit dem eingebauten Hauptspeicher
     bereinstimmen (in Kilobytes). Ist das nicht der Fall, dann benutzen
     Sie den Boot-Parameter `mem=_ram_'. `_ram_' bezeichnet dabei die Gre
     des Hauptspeichers (mit ``k'' am Schlu fr Kilobytes und ``m'' fr
     Megabytes). `mem=128m' bedeutet also, da 128 Megabytes RAM zur
     Verfgung stehen. Geben Sie auf keinen Fall mehr RAM an als
     tatschlich vorhanden ist.

     Einige Systeme haben Disketten-Laufwerke mit _umgekehrtem DCL_. Wenn
     Sie Lese-Fehler vom Disketten-Laufwerk erhalten und wissen, da Ihr
     Laufwerk in Ordnung ist, probieren Sie den Boot-Parameter
     `floppy=thinkpad'.

     Bei einigen Systemen (wie IBM PS/1 oder ValuePoint), die
     ST-506-Adapter fr Festplatten besitzen, wird das IDE-Laufwerk
     eventuell nicht richtig erkannt. Probieren Sie es zuerst ohne
     Parameter aus und warten Sie ab, ob die Platten erkannt werden. Falls
     nicht, finden Sie die technischen Daten der Festplatten (Zylinder,
     Kpfe, Sektore) heraus und probieren Sie den Boot-Parameter
     `hd=<zylinder>,<kpfe>,<sektoren>' aus.

     Es sei noch einmal darauf hingewiesen, da Sie detailierte
     Informationen ber die Boot-Parammeter von Linux in der Linux
     BootPrompt HOWTO (http://www.linuxdoc.org/BootPrompt-HOWTO.html)
     finden, genauso wie Hinweise fr einige obskure Hardware.

     Um mit der Notfall-Diskette ein bestehendes System zu booten, mu die
     Root-Partition beim Booten angegeben werden, da sonst die RAM-Disk
     geladen wird. Dazu wird am `boot:'-Prompt `root=<root>' als
     Kernel-Parameter angegeben, wobei <root> die Root-Partition (z.B.
     `/dev/sda1') bezeichnet.


7.2. Tastaturbelegung
---------------------

     Wenn Sie den Rechner starten, ist noch keine deutsche Tastaturbelegung
     verfgbar. Unter Linux kann sie geladen werden, doch dazu mu Linux
     erst einmal laufen bzw. installiert sein. Das Installationsprogramm
     wird Sie dabei untersttzen. Bis dahin ist die amerikanische
     Tastaturbelegung aktiv. Einige Zeichen liegen auf einer deutschen oder
     schweizer Tastatur an anderer Stelle. Die folgende Tabelle hilft Ihnen
     bei der Zuordnung:

            Zeichen   Deutsche Beschriftung   Schweizer Beschriftung
                y                z                        z
                z                y                        y
                =                '                        ^
                /                -                        -
                #                                        *
                "                                        
                +                `                        `
                -                                        '
                _                ?                        ?
                ;                                        
                :                                        


7.3. Booten mit der Notfall-Diskette (_rescue_)
-----------------------------------------------

     Legen Sie zunchst die Notfall-Diskette in Ihr `A:'-Laufwerk ein und
     starten Ihren Computer neu. Dieses knnen Sie durch Drcken der
     Reset-Taste oder durch aus- und wieder einschalten des Rechners
     erreichen. Nach einer kleinen Weile sollte auf das Diskettenlaufwerk
     zugegriffen werden und danach ein Text erscheinen, auf dem Sie mit
     einer kurzen Einfhrung zur Notfall-Diskette begrt werden. Am
     unteren Ende des Bildschirms erscheint die Eingabeaufforderung mit
     `boot:'.

     Die Bezeichnung Notfall-Diskette wurde gewhlt, weil Sie Ihren Rechner
     auch spter von dieser Diskette aus starten knnen. Dies ist Ihr
     Rettungsanker, wenn Sie keinen Zugriff mehr auf Ihre Festplatte haben.
     Deshalb sind auch die fr diese Ttigkeit notwendigen Programme auf
     dieser Diskette vorhanden. Bewahren Sie deshalb diese Diskette gut
     auf, auch nach der erfolgreichen Installation Ihres Systems.

     Wenn Sie eine alternative Mglichkeit benutzen, das System zu booten,
     folgen Sie den Anweisungen und warten Sie auf den `boot:'-Prompt. Wenn
     Ihr Rechner weniger als 5MB Hauptspeicher besitzt, mssen Sie von der
     Low-Memory Diskette booten (siehe Section 7.4, `Rechner mit wenig
     Hauptspeicher (RAM)'). Wenn Sie mit Disketten booten, die weniger als
     1.44MB fassen, dann mssen Sie die RAM-Disk Methode benutzen und
     bentigen zustzlich die Root-Disk.

     Sie haben nun die Mglichkeit sich mit den Funktionstasten _F1_ bis
     _F10_ einige Textseiten mit weiteren ntzlichen Informationen anzeigen
     zu lassen. Mit _F4_ und _F5_ sehen Sie Informationen zu
     Boot-Parametern. Mit _Enter_ wird der Kernel mit
     Standard-Einstellungen gestartet. Wenn Sie Boot-Parameter angeben
     mssen, vergessen Sie nicht, die Boot-Methode ebenfalls anzugeben
     (voreingestellt ist `linux') und mit einem Leerzeichen von den
     Parametern zu trennen (z.B. `linux floppy=thinkpad'). Wenn Sie einfach
     `Enter' drcken, bedeutet es das gleiche wie die Eingabe von `linux'
     ohne zustzliche Parameter.

     Nachdem Sie _Enter_ gedrckt haben, erscheint die Meldung `Loading...'
     auf dem Bildschirm. Nach `Uncompressing Linux ...' folgen Hinweise
     ber die Hardware, die Linux in Ihrem System gefunden hat. Nheres
     unter Section 7.6, `Kernel-Meldungen interpretieren'.

     Whlen Sie eine andere als die voreingestellte Boot-Methode, wie zum
     Beispiel `ramdisk' oder `floppy', so werden Sie aufgefordert, die
     Root-Diskette in das `A:'-Laufwerk einzulegen. Haben Sie das gemacht,
     besttigen Sie es durch Drcken der _Enter_-Taste. (Haben Sie
     `floppy1' gewhlt, so mssen Sie das zweite Diskettenlaufwerk `B:'
     benutzen.)


7.4. Rechner mit wenig Hauptspeicher (RAM)
------------------------------------------

     Ist Ihr Rechner mit weniger als 5 MB Hauptspeicher ausgestattet, so
     wird Ihnen nun ein erklrender Absatz darber und ein Textmen mit
     vier Auswahlmglichkeiten prsentiert. Das heit, es wurde
     festgestellt, da das System nicht ber gengend Hauptspeicher fr den
     normalen Installationsvorgang verfgt. Daher gelangen Sie in ein
     spezielles Men. Gehen Sie also der Reihe nach durch die vier Punkte:

        * Festplatte partitionieren, _Partition your disk_.

          Legen Sie mit dem Partitionierungs-Programm `fdisk' eine _Linux
          Swap_-Partition (Typ 82) an. Mit diesem Festplattenbereich wird
          Ihr Arbeitsspeicher durch sogenannten _virtuellen Speicher_
          (virtual memory) vergrert, so da die nachfolgende Installation
          reibungslos ber die Bhne gehen kann. Der Installationsvorgang
          bentigt nmlich mehr als 4 MB Arbeitsspeicher. Die Gre der
          Partition richtet sich nach den Anforderungen, die Sie an das
          fertig installierte System stellen. 16 MB ist wahrscheinlich die
          unterste Grenze, die noch sinnvoll ist. Besser sind 32 MB, wenn
          Sie diesen Platz erbrigen knnen, oder aber 64 MB, wenn Ihre
          Festplatte so gro ist, da der fehlende Platz kaum auffllt.
          Wenn in Ihrem System mehrere Platten eingebaut sind, richten Sie
          am besten auf mehreren Platten gleich groe Swap-Partitionen ein,
          den sie allerdings nach der Installation manuell in `/etc/fstab'
          eintragen mssen.

          Legen Sie auerdem eine MINIX Partition (Typ 81) an. Sie wird fr
          das Root-Dateisystem am Anfang der Installation bentigt. Sie
          sollte mindestens 2 MB gro sein und darf nach Ende der
          Installation wieder gelscht werden. (Bei mehreren
          Swap-Partitionen knnen Sie temporr eine der Partitionen
          verwenden.)

        * Swap-Partition aktivieren, _Activate the swap partition_.

        * Root-Dateisystem auf die Festplatte kopieren, _Copy the root
          filesystem to disk_. Dazu bentigen Sie eine mit DOS formatierte
          Diskette, die die Datei `root.bin' enthlt.

        * _Exit_, die normale Installation wird begonnen.


7.5. Von CDROM booten
---------------------

     Um von CDROM zu booten, mssen Sie lediglich die bootfhige CDROM in
     das Laufwerk legen und den Rechner neustarten. Zuvor mssen Sie im
     BIOS Ihres Rechners eingestellt haben, da er von CDROM booten soll
     (siehe Subsection 4.4.3, `Boot-Laufwerk bestimmen'). Das System sollte
     wie von Disketten (jedoch schneller) booten und Ihnen den
     `boot:'-Prompt prsentieren. Dort knnen Sie, wie oben beschrieben,
     zustzliche Parameter an den Kernel bergeben.


7.6. Kernel-Meldungen interpretieren
------------------------------------

     Whrend des Boot-Vorgangs sehen Sie viele Meldungen wie `can't find
     ...', `... not present' oder auch `this driver release depends on ...'
     dabei sein. Im allgemeinen sind sie harmlos und knnen ignoriert
     werden. Der Grund fr ihr Erscheinen ist, da die Notfall-Diskette fr
     mglichst viele verschiedene Rechner geeignet ist. Deshalb ist es nur
     natrlich, da kein Rechner ber alle Hardwarebestandteile verfgt und
     deshalb das Fehlen erkannt und angezeigt wird.

     Teilweise werden Sie beobachten knnen, da das System zeitweilig
     Pausen einlegt. In diesen Augenblicken wartet es darauf, da ein
     bestimmtes Gert reagiert, das vielleicht gar nicht vorhanden ist.
     Dauern Ihnen diese Zwischenpausen auf Dauer zu lange, so knnen Sie
     sich, nachdem Sie das System fertig installiert haben, einen
     _systemspezifischen Kernel_ erzeugen. Bei diesem Kernel lassen Sie
     dann alle nicht bentigten Gerte einfach weg. Siehe Section 10.5,
     `Kernel selbst kompilieren'.


7.7. Fehlersuche im Bootvorgang
-------------------------------

     Wenn Sie whrend des Bootvorgangs Probleme entdecken und der Kernel
     hngt oder Ihre Hardware nicht erkennt, sollten Sie zuerst die
     Bootparameter berprfen. Siehe Section 7.1, `Einflunahme auf den
     Bootvorgang'.

     Teilweise knnen Probleme beseitigt werden, indem zustzliche Hardware
     entfernt und der Rechner neu gestartet wird. Interne Modems,
     Soundkarten sowie Plug-n-Play-Karten knnen insbesondere solche
     Probleme verursachen.

     Notebooks von Tecra oder anderen Herstellern sowie einige stationre
     PCs sind teilweise nicht in der Lage, den Cache zu leeren, wenn auf
     das A20-Gate umgeschaltet wird. Dieses wird von `bzImage'-Kernel
     verursacht, jedoch nicht von `zImage'-Kernel. Wenn Sie von diesem
     Problem betroffen sind, sehen Sie eine Meldung wie `A20 gate failed'
     auf dem Bildschirm. In diesem Fall mssen Sie die Disketten-Images fr
     _tecra_ benutzen.

     Wenn Sie immer noch Probleme haben, schicken Sie uns bitte einen
     Fehlerbericht - auf Englisch. Die Mail wird an
     <submit@bugs.debian.org> geschickt. Sie _mu_ folgende Zeilen am
     Anfang der Mail enthalten:

          Package: boot-floppies
          Version: <version>

     Bitte schreiben Sie unbedingt die von Ihnen verwendete Version der
     Boot-Floppies als <version>. Wenn Sie die _version_ nicht kennen,
     geben Sie bitte das Datum an, an dem Sie die Images heruntergeladen
     haben und erwhnen Sie die Distribution, von der Sie die Images
     benutzt haben (dies sind _stable_ und _frozen_).

     Sie sollten ebenfalls die folgenden Informationen in Ihre
     Fehlerbeschreibung aufnehmen:

          architecture:  i386
          model:         <Rechnertyp und -modell>
          memory:        <RAM>
          scsi:          <SCSI-Adapter, falls vorhanden>
          cd-rom:        <CDROM-Typ und Schnittstelle, z.B. ATAPI>
          network card:  <Typ der Netzwerkkarte, falls vorhanden>
          pcmcia:        <Detais der PCMCIA-Gerte, falls vorhanden>

     Abhngig von der Art des Fehlers ist es ebenfalls hilfreich, die
     Festplatten-Typen und -Kapazitten sowie das Modell der Grafikkarte
     anzugeben. Vergessen Sie ebenfalls nicht die BootParameter, falls Sie
     welche angegeben haben.

     Beschreiben Sie bitte das Problem im Fehlerbericht genau, insbesondere
     inklusive der letzten sichtbaren Meldungen vom Kernel, wenn der Kernel
     anschlieend hngt. Beschreiben Sie die Schritte, die Sie unternommen
     haben, die schlielich zu diesem Problem fhrten.


-------------------------------------------------------------------------------


8. Schrittweise Konfiguration des Systems
-----------------------------------------

     _dbootstrap_ ist der Name des Programms, das direkt nach dem Booten
     des Installations-Systems gestartet wird. Es ist fr die Konfiguration
     des Systems und die Installation des Basis-Systems verantwortlich.


8.1. Mengefhrte Installation
------------------------------

     Die Hauptaufgabe von _dbootstrap_ und der Zweck der Konfiguration des
     Systems besteht darin, gewisse zentrale Elemente von Debian GNU/Linux
     einzustellen. Dieses beinhaltet beispielsweise die Netzwerk-Adresse,
     den Rechnernamen sowie andere Aspekte der Netzwerk-Konfiguration. Es
     umfat ebenfalls die Konfiguration der _Kernel Module_, die in den
     Kernel eingefgt werden. In den Modulen sind Treiber enthalten, die
     Speichermedien ansteuern, Netzwerktreiber, spezielle Untersttzung fr
     unterschiedliche Zeichenstze sowie weitere Peripherie.

     Diese Dinge werden zuerst konfiguriert, da sie oft wichtig sind, damit
     das System korrekt arbeitet oder sie von nachfolgenden Schritten
     bentigt werden.

     `dbootstrap' ist eine einfache, zeichenorientierte Anwendung. Sie ist
     sehr leicht zu bedienen und fhrt Sie Schritt fr Schritt durch die
     Installation. Es jedoch mglich, einzelne Schritte zu berspringen
     oder zu wiederholen. Sie knnen in _dbootstrap_ mit den Pfeil-Tasten,
     der _Enter_-Taste und der Tabulator-Taste navigieren.

     Wenn Sie ein erfahrener Unix- oder Linux-Benutzer sind, dann knnen
     Sie mit _Alt-F2_ auf eine zweite Konsole schalten. Dort luft eine
     `ash', ein Derivat der _Bourne Shell_. Zu diesem Zeitpunkt liegt das
     Dateisystem in einer RAM-Disk, es steht daher nur eine eingeschrnkte
     Menge an Unix-Werkzeugen zur Verfgung. Sie knnen mit `ls /bin /sbin
     /usr/bin /usr/sbin' nachschauen, welche es sind.

     Drcken Sie _Alt-F1_, um zurck zu _dbootstrap_ zu gelangen. Sie
     sollten alle Schritte mit Hilfe von _dbootstrap_ durchfhren, es sei
     denn, Probleme tauchen auf. Auf keinen Fall sollten Sie die
     Swap-Partition auf der zweiten Konsole aktivieren, da _dbootstrap_
     dieses nicht ermitteln kann. Fehlermeldungen werden normalerweise auf
     der dritten Konsole (erreichbar ber _Alt-F3_) ausgegeben. Obwohl die
     Rescue-Diskette lediglich drei virtuelle Konsolen untersttzt, verfgt
     Linux generell ber 64, sieben davon werden automatisch im fertig
     installierten System aktiviert.


8.2. Farb- oder Schwarz/Wei-Darstellung
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     Wenn der Rechner den Bootvorgang abgeschlossen hat, sollten Sie diese
     Dialogbox sehen, in der Sie einstellen, ob die folgenden
     Installationsschritte monochrom oder farbig erfolgen sollen. Wenn Ihr
     Monitor lediglich schwarz-wei anzeigen kann, drcken Sie einfach
     _Enter_ und fahren Sie mit der Installation fort. Soll die
     Installation jedoch in Farbe ablaufen, dann whlen Sie den
     entsprechenden Menpunkt aus und drcken _Enter_. Die Dialogbox sollte
     sofort auf Farbe umschalten.


8.3. Debian GNU/Linux Installation Hauptmen
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     Als nchstes sehen Sie ein Fenster, in dem `The installation program
     is determining the current state of your system' steht. Das
     Installationprogramm berprft zwischen den verschiedenen Schritten
     den aktuellen Zustand des Systems. Dieses geht auf manchen Systemen so
     schnell, da der Inhalt des Fensters nicht zu lesen ist. Diese
     berprfung des aktuellen Systemzustandes erlaubt Ihnen die
     Unterbrechung des Installationsvorgangs, da festgehalten wird, welche
     Installationsschritte Sie bereits erfolgreich durchgefhrt haben.[1]
     Mssen Sie den Installationsvorgang erneut starten, so sollten Sie
     folgendes erledigen:
        * Farbauswahl (_Color-or-Monochrome Dialog Box_)
          [1]  Wenn Sie ein Zip-Laufwerk angeschlossen haben und die
               Ermittlung des nchsten Schrittes dauert ziemlich lange,
               legen Sie ein Medium ins Laufwerk ein.
        * Tastatur konfigurieren (_Configure the Keyboard_)
        * Swap-Partition reaktivieren (_Activate the Swap Disk Partition_)
        * Alle bereits initialisierten Partitionen wieder mounten (_Mount
          Linux Partition_)

     Was Sie sonst noch erledigt haben, bleibt erhalten.

     Vom Hauptmen aus steuern Sie die gesamte weitere Installation.
     Deswegen gelangen Sie nach jeder Aktion wieder in dieses Men zurck.
     Im Kopfbereich verndern sich die Auswahlpunkte und zeigen Ihnen so
     den Fortschritt der Installation an. Phil Hughes schrieb im Linux
     Journal (http://www.linuxjournal.com/), da man einem _Huhn_
     beibringen knnte Debian zu installieren. Er wollte damit ausdrcken,
     da es whrend des Installationsprozesses meistens nur die
     _Enter_-Taste _picken_ mu.

     Mit dem ersten Punkt des Hauptmens wird Ihnen der nchste sinnvolle
     Schritt, beim aktuellen Stand der Installation, als _Next_ angeboten.
     Wollen Sie jedoch einen anderen Punkt auswhlen, so knnen Sie das
     jederzeit mit den Pfeiltasten tun. Jetzt sollte der als _Next_
     angegebene Punkt _Configure the Keyboard_ heien.


8.4. Tastatur konfigurieren
---------------------------

     berzeugen Sie sich davon, da der Menpunkt _Configure the Keyboard_
     hervorgehoben ist und aktivieren ihn durch das Bettigen der
     _Enter_-Taste. Nun befinden Sie sich in einem Men, das Ihnen die
     Auswahl des Tastaturlayouts gestattet (_keyboard configuration menu_).
     Mit Hilfe der Pfeiltasten knnen Sie den hervorgehobenen Bereich
     verschieben. Bewegen Sie ihn auf das Layout Ihrer Sprache oder einer
     die der Ihren sehr hnlich ist, zum Beispiel _de-latin1-no-deadkeys_
     fr eine deutsche QWERTZ-Tastatur ohne Tottasten.

     Nach Abschlu der Systeminstallation stehen ihnen weitere
     Tastaturlayouts zur Verfgung.[1] Die Pfeiltasten liegen auf jeder
     Tastatur an der gleichen Stelle, so da sie unabhngig von der
     gewhlten Tastaturbelegung sind. Nachdem Sie die Hervorhebung nun auf
     das von Ihnen gewnschte Tastaturlayout bewegt haben, bettigen Sie
     die _Enter_-Taste um die Auswahl zu besttigen.

     [1]  Fhren Sie `kbdconfig' als `root' aus, wenn die Installation
          abgeschlossen ist.

     Die nchsten Schritte sind die Partitionierung (_Partition a Hard
     Disk_) und Formatierung (_Initialize ..._) der Festplatte.


8.5. Letzte Chance!
-------------------

     Wir haben Sie ja schon mehrfach aufgefordert, Ihre Daten zu sichern.
     Hier kommt nun die erste (bzw. zweite, falls Sie FIPS benutzt haben)
     Gelegenheit, all Ihre alten Daten zu lschen und gleichzeitig die
     letzte Mglichkeit, Ihre wertvollen Daten doch noch zu sichern.
     Sollten Sie noch keine Sicherungen haben, so entfernen Sie die
     Diskette aus dem Laufwerk, starten Ihr System neu und sichern Ihre
     Daten mit Ihrem Backup-Programm.


8.6. Festplatte partitionieren
------------------------------

     Lesen Sie hierzu auch das Kapitel Kapitel 5, `Partitionieren der
     Festplatte'.

     Sofern noch keine _Linux native_ und _Linux swap_ Partitionen
     existieren, wird der nchste Menpunkt _Partition a Hard Disk_ sein.
     Haben Sie bereits mindestens eine _Linux native_ oder eine _Linux
     swap_ Partition angelegt, so steht die Men-Auswahl auf _Initialize
     and Activate the Swap Disk Partition_. Haben Sie weniger 5 MB
     Hauptspeicher, so wurde Ihnen das _low memory_-Men angezeigt und Sie
     haben deshalb die Swap-Partition schon beim Booten des Systems
     angelegt und aktiviert. Deshalb mssen Sie diesen Punkt bergehen.
     Selbstverstndlich knnen Sie jederzeit die Pfeiltasten benutzen, um
     zu _Partition a Hard Disk_ zu gelangen.

     Nach der Auswahl des Menpunktes _Partition a Hard Disk_ wird Ihnen
     eine Auflistung der Festplatten angezeigt, die Sie partitionieren
     knnen. Anschlieend wird das Programm `cfdisk' aufgerufen, mit dem
     Sie Partitionen erzeugen und verndern. Siehe auch die Manpage zu
     cfdisk (cfdisk.txt). Sie mssen zumindest eine _Linux
     native_-Partition (Typ 83) anlegen und sollten wenigstens eine _Linux
     swap_-Partition (Typ 82) erzeugen. Nheres ist in Kapitel Kapitel 5,
     `Partitionieren der Festplatte' beschrieben. Denken Sie daran, die
     Root-Partition als _bootable_ (bootfhig) zu markieren. Wenn Sie sich
     nicht sicher sind, wie sie partitionieren sollen, lesen Sie bitte das
     angegebene Kapitel aufmerksam durch.

     Wenn Ihre Root-Partition hinter den ersten 1024 Zylindern der
     Festplatte liegt, mssen Sie das System anfangs mit einer
     Boot-Diskette booten. Wenn das System luft, mouten Sie eine Partition
     innerhalb der ersten 1024 Zylinder und kopieren den Kernel aus `/boot'
     dorthin. Anschlieend ndern Sie den Pfad in der Datei
     `/etc/lilo.conf' und rufen das Programm `lilo' auf, damit das
     Bootprogramm entsprechend geschrieben werden kann.

     Die Swap-Partition ist der virtuelle Speicher des Systems und sollte
     zwischen 16 und 128 MB gro sein. Die genaue Gre richtet sich nach
     dem vorhandenen Festplattenplatz und danach, wieviele groe Programme
     sie gleichzeitig nutzen wollen. Eine gute Faustregel ist, da der
     gesamte Speicher, also RAM plus Swap-Bereich, bei Textmodus-Systemen
     etwa 25 MB und bei X-Window-Systemen, die auch von Linux verwendete
     grafische Oberflche, etwa 90 MB betragen sollte. Linux nutzt nicht
     mehr als 128 MB pro Swap-Partition, so da es keinen Grund gibt eine
     grere Swap-Partition anzulegen.

     Wir empfehlen, ebenfalls mindestens eine Swap-Partition einzurichten.
     Sie knnen Linux jedoch auch ohne betreiben, allerdings sollte Ihr
     Rechner mit min. 64 MB RAM ausgestattet sein. Wenn Sie darauf
     bestehen, dann whlen Sie anschlieend _Do Without a Swap Partition_
     im Men aus.


8.7. Initialisieren (Formatieren) und Aktivieren der Swap-Partition
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     Dieses ist der nchste Meneintrag, nachdem Sie eine Partition auf der
     Festplatte angelegt haben. Sie haben die Auswahl zwischen dem
     Initialisieren und Aktivieren einer Swap-Partition, dem Aktivieren
     einer schon initialisierten Swap-Partition und dem Fortfahren ohne
     Swap-Partition. Es ist immer mglich, eine Swap-Partition erneut zu
     Initialisieren. Deshalb whlen Sie im Zweifelsfall den Punkt
     _Initialize and Activate the Swap Disk Partition_ aus.

     Dieser Menpunkt wird Sie zuerst eine Dialogbox _Please select the
     partition to activate as a swap device._. Die vorausgewhlte Partition
     sollte die Swap-Partition darstellen, die Sie beim Partitionieren
     festgelegt haben, drcken Sie also einfach _Enter_.

     Als nchstes haben Sie die Mglichkeit, die gesamte Partiton auf
     defekte Blcke zu untersuchen, die durch Fehler auf der
     Plattenoberflche verursacht wurden. Dieses ist bei MFM-, RLL- und
     lteren SCSI-Platten ntzlich und empfehlenswert und kann nicht
     schaden (jedoch zeitintensiv sein). Korrekt arbeitende IDE- und
     SCSI-Platten bentigen diese berprfung nicht, da sie eigene interne
     Mechanismen verwenden um defekte Bereiche auszuklammern.


8.8. Initialisieren der Linux-Partition
---------------------------------------

     An dieser Stelle sollte der nchste Menpunkt _Initialize a Linux Disk
     Partition_ stehen. Ist dies nicht der Fall, so haben Sie vielleicht
     das Partitionieren der Festplatte noch nicht abgeschlossen oder den
     Schritt zum Anlegen der Swap-Partition nicht durchgefhrt.

     Sie knnen nun eine Linux-Partition initialisieren oder alternativ
     eine schon initialisierte Linux-Partition ins System hngen. Die
     Installations-Disketten sind nicht dafr vorgesehen, ein schon
     existierendes System zu aktualisieren ohne alle Dateien vorher zu
     lschen -- Debian bietet einen besseren Weg an, um ein existierendes
     Debian-System zu erneuern als die Verwendung von Boot-Disketten.
     Deshalb sollten Sie an dieser Stelle alte Partitionen initialisieren,
     da durch diesen Vorgang auch alle alten Dateien gelscht werden. Alle
     neu angelegten Partitionen mssen in jedem Fall initialisiert werden.
     Der einzige Grund, auf das Initialisieren zu verzichten ist, da Sie
     bereits Teile des Installationsvorgangs mit dem gleichen Diskettensatz
     durchgefhrt haben.

     Whlen Sie nun den nchsten Menpunkt aus, um die erste Partition zu
     initialisieren und zu mounten. Diese erste Partition wird als `/'
     (Root- oder Wurzel-Verzeichnis genannt) gemountet. Auch hier wird
     Ihnen wie schon bei der Swap-Partition die Mglichkeit gegeben, nach
     schadhaften Blcken auf der Festplatte suchen zu lassen. Es schadet
     nie, dies tun zu lassen, es kann aber bei groen Festplatten auch 10
     Minuten oder lnger dauern.

     Nachdem die Root-Partition gemountet wurde, ist der nchste Menpunkt
     _Install the Base System_. Sie knnen mit den Pfeiltasten erneut die
     Menpunkte zum Initialisieren und/oder Mounten von Partitionen
     auswhlen. Haben Sie fr `/var', `/usr' und andere Dateisysteme eigene
     Partitionen vorgesehen, dann ist es an der Zeit, sie zu initialisieren
     und/oder zu mounten.


8.9. Kernel und Gertetreiber installieren
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     Der nchste Menpunkt ist nun _Install the Operating System Kernel and
     the Device Drivers_. Nach seiner Auswahl werden Sie in einem eigenen
     Fenster dazu aufgefordert, das Medium zu bestimmen, das den
     Linux-Kernel enthlt. Whlen Sie das Medium aus, von dem der Kernel
     installiert werden soll (so, wie Sie es in Section 6.2,
     `Installations-Medien auswhlen' geplant haben).

     Haben Sie sich fr ein Disketten-Laufwerk entschieden, mssen Sie nun
     die Boot-Diskette des Installationssatzes (Notfall-Diskette) dort
     einlegen - wahrscheinlich befindet sie sich bereits im Laufwerk.
     Anschlieend mu die Treiber-Diskette (_driver_) eingelegt werden. Von
     dieser Diskette werden dann alle Treiber auf die Festplatte kopiert
     und anschlieend konfiguriert.

     Wenn Sie von einem lokalen Dateisystem installieren, whlen Sie
     _harddisk_, sofern dieses Dateisystem noch nicht montiert ist.
     Andernfalls whlen Sie _mounted_. Dann geben Sie die Partition an, auf
     die Sie die Debian-Software kopiert haben (siehe Section 6.4,
     `Installation von der Festplatte'). Anschlieend mssen Sie den Pfad
     angeben, an dem die Software liegt (stellen Sie sicher, da Sie am
     Anfang ein `/' eingeben). Nun sollten Sie _dbootstrap_ die Software
     suchen lassen (Sie knnen sie auch von Hand auswhlen falls ntig).


8.10. Konfiguration des PCMCIA-Support
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     Es gibt einen _alternativen_ Schritt vor der Konfiguration der
     Treiber, die im nchsten Abschnitt behandelt wird. Benutzen Sie diesen
     Schritt, um die PCMCIA-Untersttzung zu konfigurieren.

     Falls Sie die Installation ber eine PCMCIA-Netzwerkkarte durchfhren
     mchten, dann mssen Sie diesen Punkt auswhlen. Wenn Ihr Rechner zwar
     PCMCIA besitzt, die Untersttzung jedoch nicht fr die Installation
     benutzt wird (PCMCIA-Ethernet-Karte), dann knnen Sie auf diesen
     Schritt verzichten. Sie knnen PCMCIA ganz einfach auch zu einem
     spteren Zeitpunkt einrichten, nachdem die Installation abgeschlossen
     ist.

     Wenn Sie diesen Punkt auswhlen, werden Sie gefragt, welcher
     PCMCIA-Kontroller in Ihrem System installiert ist. In den meinsten
     Fllen ist das ein `i82365', teilweise jedoch ein `tcic'. Hier sollten
     Ihnen die technischen Informationen zu Ihrem Notebook weiterhelfen.
     Weitere Informationen erhalten Sie in der Linux PCMCIA HOWTO
     (http://www.linuxdoc.org/PCMCIA-HOWTO.html).

     In ungewhnlichen Fllen ist es ntig, die Konfigurationsdatei
     `/etc/pcmcia/config.opts' zu editieren. Dazu ffnen Sie die zweite
     Konsole wie in der Einfhrung beschrieben und editieren die Datei.
     Anschlieend richten Sie PCMCIA erneut mit _dbootstrap_ ein oder laden
     die Module manuell mit `insmod' und `rmmod'.

     Wenn Sie die PCMCIA-Untersttzung fertig konfiguriert haben, dann
     sollten Sie zum nchsten Abschnitt und der Konfiguration der anderen
     Treiber bergehen.

     Wenn Sie PCMCIA nicht jetzt, sondern spter einrichten wollen, dann
     installieren Sie nach Beendigung des Installationsvorganges das
     `pcmcia-cs'-Paket. Die zugehrigen Programme sind in der Lage
     PCMCIA-Karten automatisch zu erkennen und zu konfigurieren. Sie
     ermglichen auch den Wechsel der Karten whrend das System weiterluft
     (_hot-plug_) sowie das Entfernen der Treiber, wenn die Karten
     dauerhaft entfernt werden.


8.11. Konfiguration der Treiber-Module
--------------------------------------

     Nach Auswahl von _Configure Device Drivers_ konfigurieren Sie die
     Treiber der Gerte in Ihrem System. Whlen Sie die zu Ihrer Hardware
     passenden Treiber aus. Wenn Sie sich nicht sicher sind, geben Sie den
     Treibern keine Parameter mit. Die von Ihnen so eingerichteten Treiber
     werden beim nchsten Bootvorgang automatisch geladen. Sie mssen an
     dieser Stelle nicht alle Treiber konfigurieren, sondern knnen dieses
     jederzeit mit dem Befehl `modconf' auf einem fertig installierten
     System fortsetzen.

     Sie mssen hier jedoch all die Treiber konfigurieren, die fr die
     Installation bentigt werden. Dieses mag Treiber fr die Netzwerkkarte
     sowie fr Dateisysteme oder spezielle CDROM-Laufwerke einschlieen.
     Soll das Basis-System beispielsweise per NFS installiert werden, so
     mssen an dieser Stelle das Modul fr die Netzwerkkarte und das Modul
     fr NFS (unter File-Systeme) geladen werden.


8.12. Konfiguration des Netzwerks
---------------------------------

     Selbst wenn Ihr Computer nicht an ein Netzwerk angeschlossen ist,
     mssen Sie das Netzwerk einrichten. In dem Fall reicht es jedoch, wenn
     Sie die ersten beiden Fragen beantworten. Nach _What is the name of
     your computer?_ geben Sie Ihrem System einen Namen und _Is your system
     connected to a network?_ verneinen Sie in diesem Fall.

     Ist Ihr Rechner jedoch an ein Netzwerk angschlossen, bentigen Sie die
     in Subsection 4.2.3, `Netzwerk' beschriebenen Informationen. Fragen
     Sie gegebenenfalls Ihren Netzwerkadministrator. `dbootstrap' wird die
     Eingaben abschlieend auflisten und besttigen lassen. Sollten Sie
     sich vertippt haben, ist es nicht schlimm. Als nchstes werden Sie
     gefragt, mit welchem Gert Sie die Netzverbindung herstellen.
     Normalerweise ist dieses _eth0_ (die erste Ethernetkarte). Auf einem
     Laptop wird die primre Netzwerkverbindung wahrscheinlich ber
     _pcmcia_ hergestellt.

     Achtung: Wenn Ihre Hauptverbindung zum Netzwerk ber Einwahl und PPP
     erfolgt, dann sollten Sie das Netzwerk nicht konfigurieren.

     In den nchsten Abstzen wird erlutert, welche Bedeutung die gerade
     aufgelisteten Angaben haben. Der Name des Rechners ist meist eine
     Phantasiebezeichnung, die sich der Benutzer ausgedacht hat. In
     Netzwerken kann der Name auch die Funktion des Rechners
     wiederspiegeln. Beispiele fr Rechnernamen sind _finlandia_ oder
     _isdn-gate_.

     Der Domainname ist die Adresse Ihres Rechners und wird an den
     Rechnernamen angehngt. Dadurch kann zum Beispiel Email an Ihren
     Rechner weltweit zugestellt werden. Der Domainname enthlt meist, wie
     eine normale Adresse, zustzlich Informationen ber die Lage. Die
     Domain _oche.de_ liegt z.B. in Aachen (auf Platt ``Oche''), und ist in
     Deutschland (``de''), beheimatet. Die Kombination aus Rechner- und
     Domainname ist weltweit eindeutig. Neben dem Namen kann der Computer
     noch eine IP-Nummer bekommen, die ebenfalls auf der ganzen Welt
     eindeutig ist.

     Die nchsten Begriffe sind nur fr Netzwerke von Bedeutung. Falls Sie
     also mit Ihrem Computer ins Internet gehen, so wird Ihnen der
     zustndige Provider die fr Sie gltigen Werte mitteilen. Mit Hilfe
     der Netzwerkmaske und der Broadcast-Adresse wird die Verteilung von
     Datenpaketen in Ihrem lokalen Netz (LAN/Intranet) und auch im Internet
     gesteuert.

     Das Gateway bernimmt den Transport der Datenpakete in andere Netze,
     also auch von Ihrem lokalen Netz ins Internet. Bei vielen
     Internetdiensten geben Sie einen Rechnernamen an. Um nun die
     Verbindung dorthin aufbauen zu knnen, bentigt Ihr Computer jedoch
     die IP-Nummer dieses Rechners. Die Umsetzung von Rechnernamen in eine
     IP-Nummer bernimmt der Name-Server. Da er fr die gesamte Domain
     zustndig ist, heit der Dienst Domain Name Service (DNS).

     Nun ein paar sehr technische Details, die Sie vielleicht doch ntzlich
     finden: Die Netzwerkprogramme nehmen standardmig an, da sich die
     IP-Netzwerkadresse durch die bitweise UND-Verknpfung der IP-Adresse
     des Rechners und der Netzwerkmaske ergibt. Weiter wird vorausgesetzt,
     soweit nichts anderes angegeben wird, da sich die Broadcast-Adresse
     durch bitweise ODER-Verknpfung von der IP-Adresse des Rechners und
     von der bitweisen Negation der Netzwerkmaske ergibt. Eine weitere
     Annahme ist, da der Gateway-Rechner gleichzeitig als DNS Server
     fungiert. Sollten Sie die notwendigen Informationen nicht ermitteln
     knnen, so versuchen Sie es doch zunchst mit den Annahmen des
     Systems. Soweit notwendig knnen Sie die Einstellungen nach Abschlu
     der Installation verndern indem Sie `/etc/init.d/network' editieren
     (auf einem Debian GNU/Linux-System werden die System-Dienste durch
     Skripte in `/etc/init.d' gestartet).


8.13. Basis-System installieren
-------------------------------

     Whlen Sie nun den Menpunkt _Install the Base System_ aus. Das System
     bietet Ihnen verschiedene Medien an, von denen das Basis-System
     installiert werden kann. Whlen Sie das passende gem Ihrer Planung
     in Section 6.2, `Installations-Medien auswhlen' aus.

     Wenn Sie sich entschieden haben, von Disketten zu installieren, werden
     Sie aufgefordert, nacheinander die Disketten _base_ 1 bis 7 bzw. 9
     einzulegen. Kommt es bei einer der Disketten zu einem Lesefehler, so
     mssen Sie den Vorgang nach Austausch der defekten Diskette komplett
     wiederholen und alle Disketten erneut einlegen. Erst wenn alle
     Disketten vollstndig eingelesen wurden, installiert `dbootstrap' die
     Dateien an den vorgesehenen Stellen. Dieses kann auf langsamen
     Systemen 10 Minuten oder lnger dauern. Auf schnelleren brauchen Sie
     nicht so lange zu warten.

     Wenn Sie das Basis-System ber NFS installieren, mssen Sie den
     NFS-Server angeben sowie das Verzeichnis in dem `base2_1.tgz' liegt.
     Wenn dieses Probleme verursacht, kontrollieren Sie, ob die Systemzeit
     auf Ihrem Rechner ungefhr mit der auf dem NFS-Server bereinstimmt.
     Um die lokale Zeit anzupassen, wechseln Sie auf die zweite Konsole und
     geben den Befehl `rdate _nfs-server_' ein (`_nfs-server_' ist der
     Rechnername oder die IP-Adresse des NFS-Servers).


8.14. Konfiguration des Basis-Systems
-------------------------------------

     Nachdem alle Dateien auf die Festplatte kopiert wurden, die fr ein
     minimales Debian-System bentigt werden, fehlen nur noch einige wenige
     Einstellungen, bevor das System selbstndig luft. Whlen Sie fr
     diesen Schritt den Menpunkt _Configure the Base System_ aus.

     Zunchst werden Sie nach der Zeitzone befragt. Suchen Sie sich dazu
     Ihre Zeitzone sowie die Region aus, in der Sie leben. In Deutschland
     geben Sie zum Beispiel _Europe_ und _Berlin_, in der Schweiz _Europe_
     und _Zrich_ und in sterreich _Europe_ und _Vienna_ ein. Anschlieend
     whlen Sie die aktuelle Zeitzone in einem weiteren Men aus. Die
     Zeitzone ist in Mitteleuropa blicherweise _MET_

     Im nchsten Schritt werden Sie gefragt, ob davon ausgegangen werden
     soll, da Ihre Systemuhr auf GMT oder lokaler Zeit eingestellt ist.
     Whlen Sie GMT aus, wenn nur Linux oder Unix auf Ihren Rechner luft.
     Setzen Sie auch DOS/Windows ein, reprsentiert sie wahrscheinlich die
     lokale Zeit. Unix und Linux belassen GMT in der Systemuhr und
     verwenden geeignete Software, um die Uhrzeit in die lokale Zeit
     umzurechnen. Dieses erlaubt Ihnen Sommerzeiten und Schaltjahre korrekt
     zu bercksichtigen. Zudem knnen Anwender, die sich aus anderen
     Zeitzonen in Ihr System einloggen, die Zeitzone ihres Terminals frei
     vorgeben. Wenn Ihre Systemuhr mit GMT luft, werden Sie sehen, da das
     System die Uhrzeit an den Tagen korrekt verndert, an denen die
     Sommerzeit anfngt und wieder endet.


8.15. Von der Festplatte booten
-------------------------------

     Wollen Sie direkt von der Festplatte booten, so werden Sie nach der
     Aktivierung von _Make the Hard Disk Bootable_ gefragt, ob Sie den
     _master boot record_ installieren mchten. Antworten Sie mit `yes',
     wenn Sie nicht vorhaben, einen anderen Bootmanager auer LILO zu
     benutzen. (Dieses ist wahrscheinlich der Fall, wenn Ihnen der Begriff
     Bootmanager nicht gelufig ist.) Beachten Sie, da Sie erst einmal
     kein anderes System (z.B. DOS oder Windows) als Linux booten knnen,
     wenn Sie an dieser Stelle mit _yes_ antworten. Wie sie dieses
     anschlieend ndern, lesen Sie in Section 10.3, `DOS/Windows
     reaktivieren'.

     Haben Sie die obige Frage mit _yes_ beantwortet, werden Sie nun
     gefragt, ob Sie Linux automatisch von der Festplatte booten mchten,
     wenn Sie den Computer einschalten. Damit wird die Linux-Partition als
     bootfhig markiert. Wenn Sie hier mit _no_ antworten, knnen Sie
     dieses spter jederzeit mit den Programen `fdisk' und `cfdisk' ndern.
     Unter DOS rufen Sie `fdisk /mbr' auf, um den DOS-Boot-Block wieder zu
     installieren. Sie bentigen dann jedoch eine Bootdisk, um wieder
     zurck zu Debian zu gelangen.

     Installieren Sie Linux auf einem anderen Laufwerk als der ersten
     Festplatte, so stellen Sie bitte sicher, da Sie eine Bootdiskette
     erstellen. Die meisten Boot-ROMs (meist Teil des BIOS im Computer)
     sind nmlich nur in der Lage, den Computer von der ersten Festplatte
     und nicht von der zweiten zu starten. Dieses Problem lt sich nach
     dem Ende der Installation beseitigen. Weitere Informationen hierzu
     finden Sie in dem Verzeichnis `/usr/doc/lilo'.


8.16. Erstellen einer Boot-Diskette
-----------------------------------

     Sie sollten auch dann eine Boot-Diskette erstellen, wenn Sie Ihr
     System von der Festplatte starten wollen. Es kann schon einmal
     passieren, da sich das System von der Festplatte nicht wie vorgesehen
     booten lt. In diesem Fall knnen Sie auf die Boot-Diskette
     zurckgreifen, die eigentlich immer funktioniert. Whlen Sie also
     _Make a Boot Floppy_ im Men aus und legen die leere Diskette, die
     ordentlich beschriftet ist (zum Beispiel mit _Custom Boot_), in das
     Laufwerk ein. Die Diskette darf nicht schreibgeschtzt sein, da sie
     formatiert und beschrieben wird. Aktivieren Sie den Schreibschutz
     nachdem der Schreibvorgang beendet wurde.


8.17. Der Augenblick der Wahrheit (_smoke test_)
------------------------------------------------

     Dieser Moment wird von Elektro-Ingenieuren als _smoke test_ bezeichnet
     - was passiert, wenn man ein neues System zum ersten mal einschaltet.
     Entfernen Sie nun die Disketten aus den Laufwerken und whlen den
     Menpunkt _Reboot the System_ aus.

     Startet Linux nicht wie gewnscht, dann legen Sie die von Ihnen
     erstellte _Custom Boot_-Diskette oder das ursprngliche
     Installations-Medium (beispielsweise die Rescue-Disk) ins Laufwerk ein
     und starten den Rechner neu. Debian sollte nun booten. Sie sollten die
     gleichen Meldungen wie bei der Erstinstallation sehen, gefolgt von ein
     paar neuen.

     Um Ihr System von der Rescue-Disk zu booten, geben Sie `linux
     root=/dev/hda2' am Prompt ein, wenn Ihr Linux-System auf `hda2'
     installiert ist. Fahren Sie mit der Installation fort. Am Ende der
     Installation loggen Sie sich bitte erneut ein und rufen Sie das
     Programm `lilo' manuell auf. Mit etwas Glck bootet Ihr System
     anschlieend auch wie gewnscht von der Festplatte.


8.18. Eingeben des Root-Paworts
--------------------------------

     Dieses Pawort gehrt zum Superuser, also dem Systemverwalter. Dieser
     Zugang umgeht alle Sicherheitsmechanismen des Systems. Er sollte
     deswegen ausschlielich zur Systemverwaltung genutzt werden und auch
     dann nur so kurz wie mglich. Benutzen Sie dieses root-Login auf
     _keinen_ Fall als Ihren persnlichen Zugang. Deshalb werden Sie als
     nchstes aufgefordert, sich ein eigenes Login einzurichten. Unter dem
     Zugang sollten Sie Ihre Arbeit verrichten. Dazu gehrt auch das
     Verschicken und Empfangen von Email.

     Sie sollten die Nutzung der Privilegien des Superusers vermeiden,
     damit Ihnen nicht unbemerkt Viren oder Trojanische Pferde
     untergeschoben werden knnen. Diese Trojanische Pferde genannten
     Programme umgehen durch das Superuser-Recht unbemerkt die
     Sicherheitsschranken Ihres Systems. Diese Thematik wird in jedem guten
     Buch zur Unix-Systemadministration genauer beschrieben. Eine gute
     Nachricht ist sicherlich, da Linux wesentlich sicherer als andere
     PC-Betriebssysteme ist. DOS und Windows beispielsweise geben _allen_
     Programmen Superuser-Rechte. Deshalb gibt es dort auch soviele
     Probleme mit Viren.

     Alle Pawrter, die Sie jetzt und in Zukunft vergeben, sollten aus 6
     bis 8 Zeichen bestehen und neben groen und kleinen Buchstaben auch
     Satzzeichen oder Zahlen enthalten.


8.19. Benutzer anlegen
----------------------

     Das System wird Sie nun bitten, einen regulren Benutzer-Account
     anzulegen. Ein Account berechtigt den Inhaber zur Benutzung des
     Rechners, er ist durch ein Pawort geschtzt. Wie bereits erlutert,
     sollten Sie auf keinen Fall den root-Account fr Ihre tglichen
     Arbeiten benutzen. Fehler, die als root gemacht werden, knnen
     katastrophale Auswirkungen nach sich ziehen und erfordern unter
     Umstnden die komplette Neuinstallation des Systems. Beachten Sie, da
     Sie ein GNU/Linux-System, abgesehen von Spielsystemen, normalerweise
     niemals neu installieren mssen.

     Der Benutzername besteht normalerweise aus dem Spitznamen, dem Vor-
     oder Nachnamen, oder einer Kombination aus diesen. Angenommen, Ihre
     Name wre Jon Smith, dann wrden Sie _smith_, _jon_, _jsmith_ oder
     _js_ als Accountnamen verwenden.


8.20. Shadow-Pawrter
----------------------

     Als nchstes werden Sie gefragt, ob Sie Shadow-Pawrter aktivieren
     mchten. Damit wird Ihr System ein bichen sicherer. Ohne
     Shadow-Pawrter werden die Pawrter (zwar verschlsselt) in einer
     Datei gespeichert (`/etc/passwd'), die von jedem lokalen Benutzer
     gelesen werden kann. Diese Datei mu fr alle Benutzer lesbar sein, da
     sie wichtige Informationen enthlt, wie zum Beispiel die Zuordnung
     zwischen Benutzernamen und numerischer ID. Daher knnte jeder Benutzer
     die Pawrter lesen und versuchen, sie mit der Brute-Force-Methode zu
     knacken.

     In einem System mit Shadow-Pawrtern werden die Pawrter in einer
     zweiten Datei gespeichert (`/etc/shadow'), die nur root lesen kann.
     Wir empfehlen daher die Verwendung von Shadow-Pawrtern.

     Sie knnen diese Entscheidung jederzeit berdenken und die
     Einstellungen mit dem Programm `shadowconfig' ndern. Lesen Sie dazu
     `/usr/doc/passwd/README.debian.gz' nach der Installation.


8.21. PCMCIA entfernen
----------------------

     Wenn Sie keine Verwendung fr PCMCIA haben, dann knnen Sie dessen
     Untersttzung an dieser Stelle entfernen. Dadurch wird der
     Start-Proze sauberer und Sie knnen den Kernel einfacher ersetzen
     (PCMCIA erfordert viel bereinstimmung zwischen Kernel und
     PCMCIA-Treibern und Modulen).


8.22. Vorbereitete Profile auswhlen
------------------------------------

     Das System fragt Sie nun, ob Sie die vorbereiteten Profile nutzen
     wollen. Sie knnen immer Paket fr Paket entscheiden, was Sie auf
     Ihrem System installieren mchten. Dieses ist die Aufgabe von
     `dselect', das weiter unten beschrieben wird. Bei ca. 2250 Paketen in
     Debian kann das jedoch eine aufwendige Sache werden.

     Sie knnen stattdessen _Aufgaben_ oder Profile fr Ihr System angeben.
     Eine _Aufgabe_ ist eine Arbeit, die Sie mit Ihrem System erledigen
     wollen, zum Beispiel ``Perl programmieren'', ``HTML editieren'' oder
     ``Chinesische Textverarbeitung''. Sie knnen verschiedene Aufgaben
     auswhlen. Ein _Profil_ ist eine Kategorie, in die Sie Ihr System
     einteilen wollen, zum Beispiel ``Netzwerk-Server'' oder ``Persnliche
     Workstation''. Anders als bei den Aufgaben knnen Sie nur ein Profil
     whlen.

     Zusammenfassend: Wenn Sie in Eile sind, whlen Sie einfach ein Profil
     aus. Wenn Sie mehr Zeit haben, whlen Sie das benutzerdefinierte
     Profil und verschiedene Aufgaben aus. Wenn Sie zuviel Zeit haben, dann
     whlen Sie alle Pakete einzeln aus und nutzen die volle Kraft von
     `dselect'.

     Bald werden Sie in `dselect' einsteigen. Wenn Sie Aufgaben oder
     Profile ausgewhlt haben, dann drfen Sie den Schritt _Select_ in
     `dselect' berspringen, da die Auswahl automatisch getroffen wird.

     Ein Warnung bezglich der Gren der einzelnen Aufgaben so wie sie
     dargestellt werden. Die Gre einer Aufgabe ist die Summe der Gre
     ihrer Pakete. Da verschiedene Aufgaben gemeinsame Pakete haben, ist
     die summierte Gre der ausgewhlten Aufgaben immer eine obere Grenze
     fr den tatschlich bentigten Platz. Das bedeutet, da Sie
     wahrscheinlich weniger Platz bentigen als angegeben, sobald Sie mehr
     als eine Aufgabe auswhlen.

     Anschlieend wird `dselect' gestartet. Dieses Programm erlaubt es
     Ihnen, die Pakete auszuwhlen, die auf Ihrem System installiert werden
     sollen. Wenn Sie eine CDROM oder Festplatte mit den Paketen von Debian
     haben oder wenn Sie direkt und schnell mit dem Internet verbunden
     sind, dann ist `dselect' das Programm Ihrer Wahl. Wenn dieses fr Sie
     nicht zutrifft, dann mchten Sie vielleicht `dselect' jetzt verlassen
     und spter erneut starten, wenn Sie die zu installierenden Pakete auf
     ihr System transferiert haben. Um `dselect' benutzen zu knnen, mssen
     Sie root sein.

     Die Benutzung von `dselect' wird in Kapitel 9, `Einfhrung in die
     Paket-Verwaltung' nher beschrieben.


8.23. Einloggen
---------------

     Nach dem Verlassen des Programms `dselect', wird Ihnen der
     Login-Prompt prsentiert. Das heit, da Sie nun Ihren Login-Namen und
     das zugehrige Pawort eingeben knnen und so Zugang zum System
     erhalten. Von nun an knnen Sie Ihr Debian GNU/Linux System richtig
     nutzen. Viel Spa!


8.24. PPP-Konfiguration
-----------------------

     Hinweis: Wenn Sie Debian nicht ber eine PPP-Verbindung installieren
     und/oder eine permanente Verbindung zum Netzwerk besteht, knnen Sie
     diesen Abschnitt getrost berspringen.

     Das Basis-System enthlt ein komplettes PPP-Paket. Dieses Paket
     erlaubt es Ihnen, eine PPP-Verbindung zu Ihrem Provider (ISP)
     aufzubauen. Dieser Abschnitt enthlt die wichtigsten Instruktionen, um
     eine PPP-Verbindung aufzusetzen. Die Boot-Disketten enthalten ein
     Programm namens `pppconfig', das Ihnen dabei behilflich sein wird.
     Wenn es Sie nach dem Namen fr die Verbindung fragt, geben Sie
     _provider_ an.

     Das Programm `pppconfig' wird Sie durch eine strefreie Konfiguration
     von PPP geleiten. Sollte dieses Vorhaben scheitern, lesen Sie bitte
     weiter, um detailierte Instruktionen zu erhalten. Achten Sie auch
     unbedingt darauf, da Sie das Schaltfeld _OK_ mit der _TAB_-Taste
     aktiviert haben, bevor Sie _Enter_ drcken, da Ihre Angaben sonst
     nicht akzeptiert werden.

     Um PPP konfigurieren zu knnen, mssen Sie in der Lage sein, unter
     Unix Dateien zu betrachten und zu editieren. Um Dateien zu betrachten,
     verwenden Sie das Programm `more' bzw. `zmore' bei komprimierten
     Dateien mit einem `.gz'-Suffix. Beispiel: Um die Datei
     `README.debian.gz' zu betrachten, geben Sie ein:

          zmore README.debian.gz

     Das Programm `less' bzw. `zless' ist wesentlich komfortabler, jedoch
     nicht im Basis-System enthalten. Sie sollten das `less'-Paket auf
     jeden Fall spter installieren. Der einzige Editor im Basis-System ist
     `ae', der sich ebenfalls als `vi' ausgibt. Er ist einfach zu benutzen,
     bietet jedoch nur sehr wenige Funktionen eines Editors. Sie knnen aus
     einer groen Anzahl von Editoren den passenden auswhlen und
     installieren, wenn Sie mit `dselect' arbeiten.

     Editieren Sie die Datei `/etc/ppp/peers/provider' und ersetzen Sie
     dort `/dev/modem' durch `/dev/ttyS#', wobei `#' der Nummer Ihrer
     seriellen Schnittstelle entspricht, an der das Modem angeschlossen
     ist. Bitte beachten Sie, da die Numerierung unter Linux bei 0
     beginnt, und unter DOS jedoch mit 1. Das heit: `COM2' entspricht
     unter Linux `/dev/ttyS1'. Als nchstes editieren Sie die Datei
     `/etc/chatscripts/provider' und bearbeiten dort die Eintrge fr die
     Telefonnummer Ihres Providers, Ihren Usernamen und Ihr Pawort fr den
     Provider. Bitte lschen Sie nicht den Eintrag `/q' vor dem Pawort,
     denn damit wird verhindert, da Ihr Pawort in den Log-Dateien
     auftaucht.

     Fr die Login-Prozedur bei der Einwahl untersttzen viele Provider PAP
     oder CHAP anstelle der Anmeldung im Textmodus. Manche Provider
     untersttzen beides. Wenn Ihr Provider CHAP bzw. PAP bentigt, mssen
     Sie stattdessen wie folgt vorgehen. Kommentieren Sie in der Datei
     `/etc/chatscripts/provider' alles aus, was hinter dem _dialing string_
     (dieser beginnt mit `ATDT') steht. Modifizieren Sie die Datei
     `/etc/ppp/peers/provider' wie oben beschrieben und fgen Sie Ihren
     Benutzernamen `user _name_' hinzu, wobei _name_ Ihr Benutzername beim
     Provider ist. Dann editieren Sie die Datei `/etc/pap-secrets' bzw.
     `/etc/chap-secrets' und tragen dort Ihr Pawort fr den Provider ein.

     In der Datei `/etc/resolv.conf' tragen Sie die IP-Adresse des Domain
     name servers (DNS) Ihres Providers ein. Die Zeilen in
     `/etc/resolv.conf' haben folgendes Format:

          nameserver xxx.xxx.xxx.xxx

     Dabei stehen die `xxx' fr die IP Adresse des Domain Name Servers.

     Falls Ihr Provider eine der blichen Login Prozeduren verwendet, ist
     die PPP Konfiguration hiermit erledigt. Zum Starten einer
     PPP-Verbindung verwenden Sie das Kommando `pon'. Mit dem Kommando
     `plog' knnen Sie den Status der PPP Verbindung beobachten. Das
     Kommando `poff' trennt die PPP Verbindung.


-------------------------------------------------------------------------------


9. Einfhrung in die Paket-Verwaltung
-------------------------------------

     Einige Vorbemerkungen zur Paket-Verwaltung ganz allgemein. _Der
     Benutzer sollte der Paket-Verwaltung nicht ins Handwerk pfuschen_. Im
     Klartext bedeutet dieses, da auch der System-Administrator in den
     Verzeichnissen, die der Paket-Verwaltung unterstehen, nichts lschen
     oder hinzufgen sollte. Das gilt fr alle Distributionen mit
     ausgefeilter Paket-Verwaltung, also insbesondere auch fr Debian.

     Ausdrcklich nicht der Paket-Verwaltung unterstehen `/usr/local',
     `/opt' und natrlich `/home'. `/usr/local' ist der Ort der Wahl, wenn
     der Systemadministrator ein Programm installieren mchte, das nicht
     als Paket daher kommt. Innerhalb von `/opt' werden komplette
     Programmpakete installiert, die ihrerseits wieder Hierarchien
     `.../bin', `.../lib', `.../man' u.s.w. bentigen.

     Ein weiterer Spezialfall betrifft die Konfigurations-Dateien, die bei
     Debian ausschlielich unter `/etc' gespeichert werden. Dort ist
     natrlich Editieren, und in begrenztem Mae auch Lschen und Erzeugen,
     von Dateien ntig. Wenn Pakete aktualisiert werden, bleibt die
     Konfiguration bestehen.


9.1. Aktuell: `dselect'
-----------------------

     Diese Einfhrung orientiert sich am englischen Text Dselect
     documentation for beginners (dselect.beginner.8.html).

     `dselect' dient dazu, die einzelnen Programmpakete der Debian GNU
     Distribution auszuwhlen und zu installieren. In jedem dieser Pakete
     (_package_) sind neben den ausfhrbaren Programmen zustzliche
     Informationen enthalten. Diese werden fr die korrekte Installation,
     zur Konfiguration und zur vollstndigen Entfernung, wenn
     beispielsweise eine neue Version aufgespielt werden soll, bentigt.

     Zur Installation der einzelnen Pakete mit `dselect' werden die
     folgenden Schritte der Reihe nach durchgefhrt. Es ist sinnvoll keinen
     der Schritte auszulassen.
        * Quellmedium auswhlen, an dem die neuen Pakete liegen,
        * Aktualisierung der internen Liste der verfgbaren Pakete,
        * Auswahl der zu installierenden oder zu entfernenden Pakete,
        * Installation und Aktualisierung der ausgewhlten Pakete,
        * Konfiguration von Paketen, bei denen dies notwendig ist und
        * Entfernen der nicht mehr gewnschten Software.

     Die gerade aufgezhlten Punkte stehen nach dem Start von `dselect' zur
     Verfgung:

          Debian Linux `dselect' package handling frontend.
          
          0.  [A]ccess  Choose the access method to use.
          1.  [U]pdate  Update list of available packages, if possible.
          2   [S]elect  Request which packages you want on your system.
          3.  [I]nstall Install and upgrade wanted packages.
          4.  [C]onfig  Configure any packages that are unconfigured.
          5.  [R]emove  Remove unwanted software.
          6.  [Q]uit    Quit dselect.

     Die nchsten Abschnitte beschreiben jeden der Menpunkte.

9.1.1. Access
-------------

     Nach der Auswahl des Menpunktes ``Access'' erscheint der folgende
     Bildschirm, mit dem festgelegt wird, woher die zu installierenden
     Pakete genommen werden sollen:

dselect - list of access methods
  Abbrev.        Description
  cdrom          Install from a CD-ROM
  multi_cd       Install from a CD-ROM set.
  nfs            Install from an NFS server (not yet mounted).
  multi_nfs      Install from an NFS server (using the CD-ROM set) (not yet mounted).
  harddisk       Install from a hard disk partition (not yet mounted).
  mounted        Install from a filesystem which is already mounted.
  multi_mount    Install from a mounted partition with changing contents.
  floppy         Install from a pile of floppy disks.
  ftp            Install using ftp.
  apt            APT Acquisition [file,http,ftp]

     Wie Sie sehen, knnen Sie die Pakete sowohl von CDROM, ber das
     Netzwerk mit NFS oder aber von einer lokalen Festplatte installieren.
     Dazu drfen die betreffenden Medien noch nicht in das Dateisystem des
     Rechners eingehngt (`mount') sein. Sollte das schon geschehen sein,
     so kann mit dem sechsten Punkt (`mounted') das passende Verzeichnis
     angegeben werden. Haben Sie mit einem der ersten fnf Punkte
     Schwierigkeiten, so knnen Sie `dselect' verlassen und versuchen das
     Medium von Hand in das Dateisystem einzuhngen, zum Beispiel durch die
     Eingabe von:

          mount -t iso9660 -r /dev/cdrom /cdrom

     Schlgt dieser Versuch fehl, so berprfen Sie bitte, ob auch das
     Modul fr Ihr CDROM Laufwerk geladen ist. Anschlieend starten Sie
     `dselect' erneut und whlen den sechsten Menpunkt aus.

     Um Debian GNU/Linux 2.1 von mehreren CD's zu installieren, ist die
     bevorzugte Installationsmethode `multi_cd'. Aktuelle CD-Sets enthalten
     spezielle Zusatzinformationen, so da von mehreren CDs installiert
     werden kann.

     Wenig komfortabel ist der Punkt, die Distribution mit Disketten
     installieren zu mssen. Die letzte Mglichkeit setzt eine
     funktionierende Internetanbindung voraus, zumindest bis zu einem
     ftp-Server, der die Debian GNU/Linux Distribution gespiegelt hat.

     Nach der Auswahl des Mediums mssen Sie unter Umstnden verschiedene
     Verzeichnisse eingeben, in denen die Bestandteile der
     Gesamtdistribution abgelegt wurden, z.B. wenn eine CD nach `/cdrom'
     gemountet wurde, geben sie `/cdrom/debian' ein, wenn das Verzeichnis
     der Distribution auf der CD `debian' heit. Haben Sie sich mal vertan,
     so kann die Auswahl mit ^C (Strg-Taste und C gleichzeitig drcken)
     abgebrochen werden. Starten Sie danach den Menpunkt ``Access''
     einfach nochmal.

     Nach der korrekten Auswahl oder durch Drcken von _x_ befinden Sie
     sich wieder in dem Hauptmen.

9.1.2. Update
-------------

     Nach der Aktivierung dieses Punktes werden die Dateien `Packages' oder
     `Packages.gz' der verschiedenen Verzeichnisse eingelesen. Mit den
     darin enthaltenen Informationen aktualisiert `dselect' seine interne
     Datenbank.

9.1.3. Select
-------------

     An dieser Stelle knnen Sie nun jedes einzelne Paket auswhlen, das
     auf Ihrem Rechner installiert werden soll. Bei langsamen Rechnern kann
     es eine Weile dauern, bis der neue Bildschirm erscheint. Drcken Sie
     also bitte nicht einfach irgendwelche Tasten, sondern warten Sie, bis
     Ihnen die Auswahl der verschiedenen Hilfeseiten prsentiert wird:

Help: Introduction to package list
Welcome to the main package listing.  Please read the help that is available !

...[weiteren Text gelscht]...

     Bei einer Erstinstallation ist es empfehlenswert, erst einmal keine
     eigene Auswahl zu treffen, sondern die Standardinstallation zu
     akzeptieren. Dazu wird zuerst die Leertaste gedrckt, um die
     Hilfeseiten zu verlassen. Durch die Bettigung der _Enter_-Taste wird
     die Auswahl akzeptiert und ins Hauptmen zurckgekehrt. Dann knnen
     die standardmig vorgesehenen Pakete installiert und, soweit
     notwendig, auch konfiguriert werden. Zu jedem spteren Zeitpunkt kann
     `dselect' erneut gestartet werden, um dem System weitere Pakete
     hinzuzufgen oder auch um andere wieder zu entfernen.

     Die Hilfeseiten stehen jederzeit nach Eingabe des Fragezeichens (`?')
     zur Verfgung. In den Hilfeseiten wird mit dem Punkt (`.') geblttert.

     Der Bildschirm zur Auswahl der Pakete ist zweigeteilt. In der oberen
     Hlfte kann mit den Pfeiltasten von Paket zu Paket gewechselt werden,
     whrend im unteren Teil eine kurze Beschreibung erscheint. Bei
     Paketen, die installiert werden sollen, geben Sie ein Pluszeichen
     (`+') ein und bei Paketen, die Sie loswerden mchten ein Minuszeichen
     (`-'). Zu jedem Paket gibt es drei Stufen der Informationsanzeige, die
     Sie mit `i' umschalten. Wenn der Platz in der unteren Hlfte nicht
     reicht, knnen Sie in der Informationssanzeige mit `d' vorwrts und
     mit `u' rckwrts blttern.

     Bei der Auswahl kommt es vor, da `dselect' eine Verletzung der
     Abhngigkeiten feststellt. Es wird dann ein neues Fenster angezeigt,
     in dem `dselect' die Lsung des Problems vorschlgt. Dafr sind je
     nach Situation Pakete neu ausgewhlt worden und/oder andere zum
     Entfernen vorgesehen worden. Warum die Auswahl des Paketes verndert
     wurde, wird in der unteren Hlfte des Bildschirms angezeigt. Sind Sie
     mit der Auswahl zufrieden, drcken Sie einfach die _Enter_-Taste.

     Dieses Verhalten scheint hufig sehr lstig und unntz zu sein, doch
     es bewahrt das System vor Fehlfunktionen. Es wird sowohl verhindert,
     da sich Pakete mit gleichen Funktionen oder Dateien gegenseitig
     behindern als auch sichergestellt, da alle bentigten Bestandteile,
     wie Bibliotheken, mit installiert werden. Langfristig erweist sich
     diese kleine Unannehmlichkeit als sehr wertvolle Hilfe.

     Knnen die Abhngigkeiten nicht aufgelst werden, weil zum Beispiel
     Pakete fehlen, so kann mit einem groen `Q' die berprfung ignoriert
     werden. Dies sollte aber nur im uersten Notfall geschehen. Mit dem
     groen `X' kann die Auswahl verlassen werden und alle nderungen gehen
     verloren.

9.1.3.1. Beispiel
-----------------

     Es soll das Paket `boot-floppies' installiert werden. Der Entwickler
     dieses Pakets hat festgelegt, da es ohne die folgenden Paketen nicht
     funktionieren wird:
        * libc6-pic
        * slang1-pic
        * sysutils
        * makedev (>= 1.6-15)
        * newt0.25
        * newt0.25-dev
        * popt
        * zlib1g
        * zlib1g-dev
        * recode
        * make
        * gettext
        * slice
        * m4
        * lynx (>= 2.6)
        * debiandoc-sgml (>= 1.1.10)
        * man-db
        * libpaperg
        * tetex-bin
        * tetex-extra

     Weiterhin empfiehlt er, da das Paket `unzip' vorhanden sein sollte.
     Die Ziffern hinter den Namen sind die Versionsnummern, die das
     betreffende Paket erfllen mu.

     Wird das `boot-floppies'-Paket nun mit dem Pluszeichen ausgewhlt, so
     erscheint das folgende Fenster (in diesem Fall sind die Pakete
     `libc6-dev' und `newt0.25' schon installiert):

dselect - recursive package listing                  mark:+/=/- verbose:v help:?
EIOM Pri Section  Package      Description
  _* Opt admin    boot-floppie Scripts to create the Debian installation floppy
  _* Opt devel    libc6-pic    The GNU C library version 2 (PIC library)
  _* Opt devel    slang1-pic   The S-Lang programming library, shared library su
  _* Opt devel    newt0.25-dev Developer's toolkit for newt windowing library
  _* Opt devel    popt         C library for parsing command line parameters
 *** Std devel    libc6-dev    The GNU C library version 2 (development files).
  _* Opt devel    slang1-dev   The S-Lang programming library, development versi
 *** Opt base     newt0.25     Not Erik's Windowing Toolkit - text mode windowin

     Zur Erklrung steht dann im unteren Teil:

          boot-floppies depends on libc6-pic
          boot-floppies depends on slang1-pic
          boot-floppies depends on newt0.25-dev
          boot-floppies depends on popt

     Mit groem `R' kann der Ursprungszustand, also vor Eingabe des
     Pluszeichens, wieder hergestellt werden:

dselect - recursive package listing                  mark:+/=/- verbose:v help:?
EIOM Pri Section  Package      Description
  __ Opt admin    boot-floppie Scripts to create the Debian installation floppy
  __ Opt devel    libc6-pic    The GNU C library version 2 (PIC library)
  __ Opt devel    slang1-pic   The S-Lang programming library, shared library su
  __ Opt devel    newt0.25-dev Developer's toolkit for newt windowing library
  __ Opt devel    popt         C library for parsing command line parameters
 *** Std devel    libc6-dev    The GNU C library version 2 (development files).
  __ Opt devel    slang1-dev   The S-Lang programming library, development versi
 *** Opt base     newt0.25     Not Erik's Windowing Toolkit - text mode windowin

     Mit groem `D' werden die Vernderungen, die `dselect' vorgenommen
     hat, wieder rckgngig gemacht:

dselect - recursive package listing                  mark:+/=/- verbose:v help:?
EIOM Pri Section  Package      Description
  _* Opt admin    boot-floppie Scripts to create the Debian installation floppy
  __ Opt devel    libc6-pic    The GNU C library version 2 (PIC library)
  __ Opt devel    slang1-pic   The S-Lang programming library, shared library su
  __ Opt devel    newt0.25-dev Developer's toolkit for newt windowing library
  __ Opt devel    popt         C library for parsing command line parameters
 *** Std devel    libc6-dev    The GNU C library version 2 (development files).
  __ Opt devel    slang1-dev   The S-Lang programming library, development versi
 *** Opt base     newt0.25     Not Erik's Windowing Toolkit - text mode windowin

     Mit dem groem `U' werden die Vorschlge von `dselect'
     wiederhergetellt:

dselect - recursive package listing                  mark:+/=/- verbose:v help:?
EIOM Pri Section  Package      Description
  _* Opt admin    boot-floppie Scripts to create the Debian installation floppy
  _* Opt devel    libc6-pic    The GNU C library version 2 (PIC library)
  _* Opt devel    slang1-pic   The S-Lang programming library, shared library su
  _* Opt devel    newt0.25-dev Developer's toolkit for newt windowing library
  _* Opt devel    popt         C library for parsing command line parameters
 *** Std devel    libc6-dev    The GNU C library version 2 (development files).
  _* Opt devel    slang1-dev   The S-Lang programming library, development versi
 *** Opt base     newt0.25     Not Erik's Windowing Toolkit - text mode windowin

     Durch die mehrfache Eingabe des kleinen `i' knnen Informationen ber
     das aktuelle Paket abgerufen werden. Nach der abschlieenden Auswahl
     bettigen Sie die _Enter_-Taste und gelangen zurck zum Hauptmen.

9.1.4. Install
--------------

     Im nchsten Schritt werden alle Pakete nacheinander in das System
     eingespielt. Einige Pakete bentigen weitere Informationen von Ihnen.
     Alle Eingaben knnen spter durch Aufrufen des entsprechenden
     Konfigurationsscripts, meist der Paketname mit angehngtem `config',
     zum Beispiel `liloconfig' fr den Linux-Loader `LILO', gendert
     werden.

     Sollte die Installation eines Pakets fehlschlagen, weil die
     Abhngigkeiten nicht erfllt werden konnten, so kann der Vorgang
     einfach wiederholt werden. Die Pakete, bei denen es Probleme gab,
     werden am Ende der Installation aufgelistet.

9.1.5. Configure
----------------

     Die meisten Pakete werden direkt bei der Installation konfiguriert.
     Wurde die Installation abgebrochen, so kann sie hier wiederholt
     werden.

9.1.6. Remove
-------------

     Hiermit werden die Pakete entfernt, die nicht mehr bentigt werden.
     Normalerweise bleiben die Konfigurationsdateien erhalten, so da durch
     diesen Vorgang keine Informationen verloren gehen. Sollen auch diese
     Dateien entfernt werden, so mu das Paket mit dem Unterstrich (`_')
     statt einem Minus (`-') markiert werden (_purge_).

9.1.7. Quit
-----------

     Mit diesem Punkt wird `dselect' verlassen.

     Nun ist es empfehlenswert das Skript `/etc/cron.daily/find'
     auszufhren, da viele neue Dateien in das System gelangt sind. Danach
     bercksichtigt das Programm `locate' auch wieder alle Dateien an, die
     im System vorhanden sind.


9.2. Next Generation: `apt-get'
-------------------------------

     `apt-get' ist ein erweitertes Paketverwaltungs-Tool, das in kommenden
     Versionen von Debian GNU enthalten sein wird. Zur Zeit fehlt noch ein
     grafisches und ein textorientiertes _Frontend_. Das _Backend_
     `apt-get' luft stabil und wird bereits eingesetzt.

     `apt-get' sttzt sich wie `dselect' auf _dpkg_ ab. In diesem Sinne
     kann es `dselect' ersetzen. Es bietet allerdings nicht in allen
     Bereichen die gleiche Funktionalitt wie `dselect'. Die
     Paket-Verwaltungs-Optionen von `apt-get' sind:
        * `update',
        * `upgrade',
        * `dist-upgrade',
        * `install',
        * `check',
        * `dselect-upgrade' und
        * `clean'.

     Das Verhalten von `apt-get' wird ber die Konfigurationsdatei
     `/etc/apt/sources.list' gesteuert. In dieser Datei stehen die Quellen,
     von wo `apt-get' die Pakete und ihre Beschreibungen laden soll. Mehr
     dazu in Subsection 9.2.8, `Konfiguration der Quellen'.

     Ausfhrliche Dokumentation zu `apt-get' gibt es in den Manpages
     apt(8), apt-cache(8), dpkg(8), dselect(8) und sources.list(5).

9.2.1. Update
-------------

     Der `update'-Befehl ldt die Beschreibungen der verfgbaren Pakete
     (die `Packages.gz'-Files) ins System; Sie stehen anschlieend
     `apt-get' und `dselect' mit der _Access_-Methode _apt_ zur Verfgung.

     Diesen Befehl sollten Sie immer ausfhren, bevor Sie neue Pakete mit
     `apt-get' installieren. Natrlich ist dieser Befehl nur dann ntig,
     wenn Sie die Quellen (in `sources.list') gendert haben oder wenn Sie
     vermuten, da sich die Pakete und Paket-Listen gendert haben. Wenn
     Sie Pakete aus der aktuellen Entwicklerversion _unstable_ (zur Zeit
     _potato_) benutzen wollen, ndern sich die Paketlisten tglich.

9.2.2. Upgrade
--------------

     Mit `upgrade' werden alle Pakete, die momentan installiert sind,
     aktualisiert. Unter keinen Umstnden werden Pakete, die bis jetzt noch
     nicht installiert waren, neu installiert. Es werden auch keine Pakete,
     die bis jetzt installiert waren, gelscht.

     Wenn es Pakete gibt, die nicht aktualisiert werden knnen, ohne den
     Status eines anderen Pakets zu ndern (lschen oder neu installieren),
     dann werden diese Pakete von der Aktualisierung ausgenommen.

9.2.3. Install
--------------

     Mit `install' werden einzelne Pakete neu installiert. Geben Sie als
     zustzliche Argumente einfach die Namen der gewnschten Pakete an:

          apt-get install boot-floppies kernel-sources-2.0.36

     Die bentigten Pakete werden anschlieend geladen und installiert.
     Dabei wird nicht nur das angegebene Paket installiert, sondern
     zustzlich alle weiteren, von denen es abhngt.

     Dabei auftretende Konflikte werden _intelligent_ gelst. Wenn Sie ein
     `-' (Minus) an den Namen eines Pakets anhngen, dann wird dieses Paket
     aus dem System gelscht. Auf diese Weise knnen Sie den Algorithmus
     zur Konfliktlsung von `apt-get' beeinflussen (siehe auch Subsection
     9.2.5, `Dist-Upgrade').

9.2.4. Check
------------

     `check' berprft die Installation auf defekte Pakete.

9.2.5. Dist-Upgrade
-------------------

     `dist-upgrade' funktioniert hnlich wie `upgrade'. Alle Pakete, die
     momentan installiert sind, werden auf den neuesten Stand gebracht.
     Zustzlich werden wechselnde Abhngigkeiten _intelligent_ gehandhabt.
     Bei Konflikten versucht `apt-get' die wichtigsten Pakete auf Kosten
     weniger wichtiger Pakete zu aktualisieren.

9.2.6. Dselect-Upgrade
----------------------

     Das `dselect-upgrade'-Kommando wird vom traditionellen _Frontend_
     `dselect' benutzt. Es folgt den nderungen, die `dselect' gemacht hat
     und installiert oder lscht die gewnschten Pakete.

     Dieses Kommando fhrt keine automatische Konfliktlsung durch. Das ist
     ja auch die Aufgabe von `dselect'. Es bricht ab, wenn es Konflikte
     oder Abhngigkeitsprobleme gibtb ohne irgendetwas zu tun.

9.2.7. Clean
------------

     Dieser Befehl lscht die auf der Festplatte zwischengespeicherten
     Pakete. Alle Pakete, die mit `apt-get' installiert wurden, sind vorher
     auf das lokale System geladen und im Verzeichnis
     `/var/cache/apt/archives' gespeichert worden. Das kann unter Umstnden
     ziemlich viel Platz verschlingen. Daher ist es empfehlenswert, nach
     greren Installationsvorgngen

          apt-get clean

     aufzurufen. Wenn `dselect' mit der _apt_-Methode aufgerufen wird, ist
     dieses nicht ntig.

9.2.8. Konfiguration der Quellen
--------------------------------

     In der Datei `/etc/apt/sources.list' werden die verschiedenen Quellen
     eingetragen, von denen `apt-get' Pakete installieren soll. Jede Zeile
     enthlt eine Quellpfadangabe, die bevorzugteste zuerst. Das Format
     einer Zeile lautet:

          Typ URI Argumente

     Typ
          Der Typ bestimmt auch das Format der Argumente. Im Moment ist
          hier nur `deb' mglich. Daher besteht das Argument dann typischer
          Weise aus zwei Teilen: der _Distribution_ und der _Komponenten_.

     URI
          Fr die Angabe der URI werden zur Zeit drei Typen untersttzt:
          `file', `http' und `ftp'. Die Notation ist die gleiche wie in
          einem WWW-Browser. Diese Angabe mu auf das Hauptverzeichnis von
          Debian zeigen, also auf das Verzeichnis, in dem das
          Unterverzeichnis `dists' liegt. Von dort aus findet `apt-get'
          dann die gesuchten Informationen.

     Argumente
          Mit dem Typ `deb' bestehen die Argumente aus den beiden Teilen
          _Distribution_ (eines aus `stable', `frozen' oder `unstable') und
          _Komponenten_ (aus `main', `contrib', `non-free' oder `non-US').

     Daraus lassen sich nun verschiedene mgliche Kombinationen ableiten.
     Ein paar Beispiele:

        * Ein Archiv der stabilen Distribution, das lokal (oder ber NFS
          gemountet) vorhanden ist. Zustzlich zur Distribution werden auch
          die Archive von _contrib_ und _non-free_ ausgewhlt.

               deb file:/home/jason/debian stable main contrib non-free

        * Das Archiv der stabilen Distribution auf www.debian.org.

               deb http://www.debian.org/archive stable main

        * Wie oben, aber ber ftp und zustzlich zur Distribution noch
          _contrib_.

               deb ftp://ftp.debian.org/archive stable main contrib

        * Zugriff mit ftp auf die kommende Distribution auf dem Mirror in
          der Schweiz.

deb ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/linux/distributions/debian frozen main

        * Eine CDROM, unter `/cdrom' gemountet. In `/cdrom' existiert ein
          Verzeichnis `/cdrom/dists'

               deb file:/cdrom stable main

        * Zugriff auf eine CDROM, unter `/cdrom' gemountet, die nicht die
          offizielle Struktur einer Debian-CDROM hat. Bei dieser CDROM ist
          das `Packages.gz'-File in `/cdrom/debian/main/binary-i386' zu
          finden.

               deb file:/cdrom/debian/main/binary-i386 ./


9.3. Weitere Paketverwalter
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     Eine ausfhrlichere Beschreibung der Pakete wird spter folgen.

        * `apt-find' - Eine Textoberflche zu APT.

        * `gnome-apt' - Die grafische Oberflche zu APT.

        * `gdselect-find' - Eine grafische Obeflche zu dpkg.

        * `swim' - Ein Kommandozeilen-orientiertes Frontend zu APT.


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10. Nchste Schritte und wie weiter
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10.1. Ist Unix Neuland fr Sie?
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     Wenn Unix Neuland fr Sie ist, dann sollten Sie in einen guten
     Buchladen gehen und sich ein Buch zu Linux oder Unix im allgemeinen
     kaufen. Die Unix-FAQ
     (ftp://ftp.infodrom.north.de/pub/doc/FAQ/unix-faq/faq/) enthlt eine
     Reihe von Verweisen auf Bcher und Usenet Newsgroups, die einen guten
     Einstieg bieten. Sie mchten vielleicht ebenfalls die User-Friendly
     Unix FAQ
     (ftp://ftp.infodrom.north.de/pub/doc/FAQ/unix-faq/user-friendly.gz)
     lesen.

     Linux ist eine Implementation von Unix. Das Linux Documentation
     Project (http://www.linuxdoc.org) sammelt eine ganze Anzahl von
     HOWTOs. Unter Linux Online -- Help Center
     (http://www.linux.org/help//) finden sich auch viele Hilfstexte, sogar
     solche in deutscher Sprache. Die Pakete `doc-linux-de', `manpages-de'
     und `manpages-de-dev' enthalten deutsche Manpages und HOWTOs. Ein Teil
     dieser Dokumentation liegt nach Installation dieser Pakete unter
     `/usr/doc/LANG/de'.


10.2. Orientierung innerhalb von Debian
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     Es gibt einige Unterschiede zwischen Debian und anderen
     Distributionen. Selbst wenn Sie Linux und andere Distributionen
     bereits kennen, gibt es einige Dinge, die Sie wissen sollten, um Ihr
     System in einem guten und sauberen Zustand zu halten. Dieser Abschnitt
     dient Ihrer Orientierung. Es ist nicht als Tutorial gedacht, um die
     Benutzung von Debian zu beschreiben, sondern als kurzer berblick ber
     das System fr Eilige.

     Das wichtigeste Konzept, das man verstehen mu, ist die
     Paketverwaltung von Debian. Im wesentlichen mu man akzeptieren, da
     groe Teile Ihres System unter der Kontrolle der Paketverwaltung
     stehen. Diese beinhalten:

        * `/usr' (mit Ausnahme von `/usr/local')

        * `/var' (Sie knnen sich ggf. `/var/local' anlegen)

        * `/bin'

        * `/sbin'

        * `/lib'

     Wenn Sie zum Beispiel `/usr/bin/perl' ersetzen, wird das zuerst
     funktionieren. Aktualisieren Sie jedoch Ihr `perl'-Paket, dann wird
     die Datei durch die aus dem Paket ersetzt. Erfahrene Anwender knnen
     dieses verhindern, indem sie das entsprechende Paket auf _hold_ setzen
     oder `dpkg-divert' benutzen.


10.3. DOS/Windows reaktivieren
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     Nach Installation des Basis-Systems und des _Master Boot Records_,
     gelangen Sie beim Booten des Rechners automatisch zum `LILO' und
     knnen pltzlich nur noch Linux booten. In diesem Abschnitt wird
     beschrieben, wie Sie die alten Systeme wieder aktivieren.

     `LILO' ist ein vollstndiger Boot-Manager, mit dem nicht nur Linux
     gebootet werden kann, sondern auch jedes andere System, das sich an
     die im PC vorherrschenden Konventionen hlt. Konfiguriert wird dieser
     Boot-Manager ber die Datei `/etc/lilo.conf'. Wann immer Sie diese
     Datei ndern, mssen Sie das Programm `lilo' aufrufen, um die
     nderungen tatschlich zu bernehmen. Da im Boot-Block nur wenig Platz
     zur Verfgung steht, mssen die bentigten Informationen auf kleinstem
     Raum zusammengefat werden. Daher kann die Konfigurationsdatei nicht
     beim Booten gelesen werden.

     Wichtig in diesem Zusammenhang sind die Zeilen, die mit `image' und
     `other' anfangen sowie die nachfolgenden Zeilen. Diese Schlsselwrter
     drfen mehrfach verwendet werden. Jedes bezeichnet ein System, das von
     `LILO' gebootet werden kann. Ein solches System kann einen Kernel,
     eine Root-Partition, zustzliche Kernel-Parameter etc. umfassen oder
     ein anderes (nicht-Linux, `other') System booten. Die Reihenfolge
     dieser Systeme ist entscheidend, denn das erste wird automatisch
     gebootet, wenn die Wartezeit (siehe `delay') abgelaufen ist und `LILO'
     nicht durch Drcken der _Shift_-Taste angehalten wurde. Nach einer
     Erstinstallation existiert lediglich ein solches System, welches das
     aktuelle System bootet.

     Um ein zweites Linux-System zu booten (z.B. unter Verwendung eines
     anderen Kernels), mssen Sie die Datei `/etc/lilo.conf' um folgende
     Zeilen ergnzen:

          image=/boot/vmlinuz.neu
            label=neu
            append='mcd=0x320,11'
            read-only

     Lediglich die ersten beiden Zeilen sind erforderlich. Um die Bedeutung
     der nachfolgenden Zeilen Zeilen zu erfahren, lesen Sie bitte in der
     Dokumentation zu `LILO'. Um ein anderes System als Linux zu booten,
     verwenden Sie das Schlsselwort `other' wie folgt:

          other=/dev/hda1
            label=windows


10.4. Weitere Informationen
---------------------------

     Wenn Sie Informationen zu einem bestimmten Programm suchen, sollten
     Sie zuerst `man <programm>' und `info <programm>' ausprobieren.

     Eine Menge an hilfreicher Dokumentation befindet sich ebenfalls in
     `/usr/doc'. Insbesondere `/usr/doc/HOWTO' und `/usr/doc/FAQ' enthalten
     viele interessante Informationen.


10.5. Kernel selbst kompilieren
-------------------------------

     Warum soll man denn einen neuen Kernel kompilieren? Meistens ist es
     nicht ntig, da der Standard-Kernel von Debian die meisten
     Konfigurationen abdeckt. Trotzdem kann es sinnvoll sein, einen neuen
     Kernel zu kompilieren -- es bringt

        * Hardware-Untersttzung, die nicht im Standard-Kernel enthalten
          ist, zum Beispiel APM (damit kann man ATX-Mainboards
          softwaremssig ausschalten oder Notebooks knnen Strom sparen und
          ber den Batteriezustand informieren).

        * einen optimierten Kernel, da nicht bentigte
          Hardware-Untersttzung entfernt werden kann. Dadurch wird der
          Bootvorgang beschleunigt und die Gre des Kerns verringert. Vom
          Kernel belegter Speicher kann im Betrieb nicht ausgelagert
          werden.

        * Untersttzung fr Funktionen, die der Standard-Kernel nicht
          untersttzt (wie zum Beispiel eine Netzwerk-Firewall).

        * Sie knnen einen Entwickler-Kernel ausprobieren.

        * Und: Beeindruckte Freunde, probieren Sie es doch einmal aus.

     Einen neuen Kernel zu kompilieren ist nicht so schwierig wie es
     scheint -- es bringt sogar Spa und schadet nicht.

     Um einen neuen Kernel mit Debian zu kompilieren, brauchen Sie ein paar
     zustzliche Pakete: `kernel-package', `kernel-source-2.0.36', `bin86',
     `fakeroot' und ein paar andere (sie sollten alle durch die
     Abhngigkeiten auch installiert werden -- mehr dazu in
     `/usr/doc/kernel-package/README.gz'). Beachten Sie, da Sie den Kernel
     nicht so kompilieren mssen, wie wir es vorschlagen. Wir finden
     jedoch, da es sicherer und einfacher ist, das Paket-Management-System
     zu verwenden. In der Tat knnen Sie die Kernel-Quellen direkt von
     Linus holen und Sie mssen nicht unbedingt `kernel-source-2.0.36'
     benutzen.

     Im Folgenden nehmen wir an, da Ihre Kernel-Sourcen in
     `/usr/local/src' liegen und Sie die Version 2.0.36 des Kernels haben.
     Wechseln Sie mit `cd' nach `/usr/local/src' und packen Sie die vorher
     installierten Kernel-Sourcen mit

          tar xzvf /usr/src/kernel-source-2.0.36.tar.gz

     aus und wechseln Sie nun in das Verzeichnis (mit `cd
     kernel-source-2.0.36/'). Jetzt konfigurieren Sie Ihren Kernel z.B. mit

          make xconfig

     wenn Sie unter X11 arbeiten oder mit

          make menuconfig

     auf der Konsole. Nehmen Sie sich Zeit, die Online-Dokumentation zu
     lesen und whlen Sie sorgfltig aus. Wenn Sie sich nicht sicher sind,
     ist es im allgemeinen besser, einen Gerte-Treiber mehr zu haben als
     einen zuwenig. Andere Optionen, ausser den Hardware-Treibern, sollten
     Sie auf den Standard-Einstellungen lassen, wenn Sie die Einstellungen
     nicht verstehen. Vergessen Sie nicht, _Kernel daemon support_ und
     _Loadable module support_ auszuwhlen (beide sind nicht standardmig
     angewhlt), anderfalls werden Sie Probleme haben.[1]

     [1]  Beachten Sie, da fr den Kernel 2.2.0 oder hher (noch nicht
          offizielle Bestandteil von Debian GNU/Linux 2.1 ) der `kerneld'
          durch `kmod' ersetzt wurde und Sie daher _Kernel module loader_
          whlen mssen.

     Subern Sie die Kernel-Sourcen und setzen Sie die Parameter des
     `kernel-package' zurck:

          /usr/sbin/make-kpkg clean

     Jetzt geht es daran, mit

          fakeroot /usr/sbin/make-kpkg --revision=custom.1.0 kernel_image

     den neuen Kernel zu kompilieren. Sie knnen die Versionsnummer ``1.0''
     natrlich nach Belieben ndern, sie dient nur dazu, da Sie Ihre
     verschiedenen Kernel unterscheiden knnen. Das Kompilieren kann eine
     ganze Weile daueren, je nachdem wie schnell Ihr Computer ist.

     Wenn Sie PCMCIA-Untersttzung bentigen, mssen Sie anschlieend das
     `pcmcia-source'-Paket installieren. Packen Sie die Sourcen als root
     ins Verzeicnis `/usr/src' aus (es ist wichtig, da die PCMCIA-Sourcen
     dort liegen, wo sie erwartet werden, das heit `/usr/src/modules').
     Als root fhren Sie

          make-kpkg modules_image

     aus.

     Wenn die Kompilierung des Kernels abgeschlossen ist, installieren Sie
     das neu entstandene Paket wie jedes andere. Als root fhren Sie dazu

          dpkg -i ../kernel-image-2.0.36-subarch_custom.1.0_i386.deb

     aus, wobei _subarch_ eine mgliche Unterarchitektur ist, abhngig
     davon wie Sie Ihren Kernel konfiguriert haben (zum Beispiel _i586_).
     Der obige Befehle installiert nicht nur Ihren blanken Kernel, sondern
     auch noch ein paar ntzliche Dateien. Darunter befinden `System.map',
     ntzlich wenn man Fehlern im Kernel auf die Spur kommen will, und
     `/boot/config-2.0.36' mit Ihrer aktuellen Kernel-Konfiguration. Die
     Installation des Pakets kmmert sich auch um `LILO', soda Sie `LILO'
     nicht mehr aufrufen mssen. Wenn Sie Module erzeugt haben, dann mssen
     Sie diese ebenfalls installieren.

     Jetzt ist es an der Zeit, den Rechner neu zu booten. Lesen Sie zuerst
     sorgfltig alle Warnungen, die die vorhergehenden Schritte ausgegeben
     haben und booten Sie dann das System mit

          shutdown -r now

     neu. Weitere Informationen zu `kernel-package' finden Sie in
     `/usr/doc/kernel-package'.


10.6. Literatur
---------------

     Nach der erfolgreichen Installation Ihres Debian GNU/Linux Systems
     weiht Sie das Linux Anwenderhandbuch (http://www.lunetix.de/docs/LHB/)
     in die Geheimnisse von Linux ein.


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11. Technische Informationen zu den Boot-Disketten
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11.1. Quellcode
---------------

     Das Paket `boot-floppies' enthlt den gesamten Quellcode, um die
     Installations-Disketten herstellen zu knnen. Dieser Text ist jedoch
     im Paket `installmanual-de' zu finden.


11.2. Die Notfalldiskette
-------------------------

     Auf der Notfall-Diskette ist ein MS-DOS Dateisystem enthalten, auf das
     von jedem System, das DOS Disketten mounten kann (sogar DOS oder
     Windows), zugegriffen werden kann. Der Linux-Kernel liegt in der Datei
     `linux'. Die Datei `root.bin' ist ein mit dem Programm `gzip'
     komprimiertes Abbild (Image) eines 1.44 MB Minix-Dateisystems. Dieses
     wird in die RAM Disk im Hauptspeicher geladen und dort als
     Festplattenersatz fr das Root-Dateisystem verwendet.


11.3. Kernel ersetzen
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     Wenn der Kernel auf der Notfalldiskette ersetzt werden soll, mu der
     neue Linux-Kernel mit den folgenden Eigenschaften (als fester
     Bestandteil, nicht als ladbare Module) konfiguriert werden:
        * Initial RAM disk
        * MSDOS, Minix und EXT2 Dateisystem
        * Ausfhrbare Dateien als ELF executables

     Danach wird der neue erzeugte Kernel (zImage oder bzImage) mit dem
     Dateinamen `linux' auf die Notfalldiskette kopiert. Anschlieend rufen
     Sie das Shell-Skript `rdev.sh' auf, das ebenfalls auf der Diskette zu
     finden ist. Dieses Programm nimmt noch ein paar kleine Einstellungen
     an dem neuen Linux-Kernel vor.


11.4. Die Basisdisketten
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     Die Disketten des Basis-Systems enthalten einen 512 Byte groen Kopf
     sowie jeweils einen Teil eines mit `gzip' komprimierten `tar'-Archivs.
     Werden jeweils die Kpfe entfernt und danach die Inhalte der Disketten
     zusammengefgt, so ergibt sich das vollstndige komprimierte
     `tar'-Archiv.

     Dieses Archiv enthlt das Grundsystem, das whrend der Installation
     auf Ihr System kopiert wird. Es bietet die Basis-Funktionalitt eines
     Debain GNU/Linux-Systems, dem jedoch noch zahlreiche Anwendungen
     fehlen. Wenn das Archiv installiert ist, mu das System zunchst mit
     dem Menpunkt _Configure the Base System_ konfiguriert werden. Mit
     Hilfe von weiteren Meneintrgen im Installationssystem wird die
     Netzwerkanbindung, der Betriebssystemkern und seine Module installiert
     und konfiguriert. Erst danach kann das System eingesetzt werden.


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12. Anhang
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12.1. Informations- und Bezugsquellen
-------------------------------------

12.1.1. Bezugsquellen dieser Installationsanleitung
---------------------------------------------------

     Auf dem WWW-Server von Infodrom Oldenburg ist dieser Text neben der
     aktuellen HTML-Version (http://www.infodrom.north/Debian/2.1
     /install-de.html) auch weiteren Formaten verfgbar.

        * Postscript-Datei (http://www.infodrom.north/Debian/2.1
          /install-de.ps)

        * Postscript-Datei (http://www.infodrom.north/Debian/2.1
          /install-de.ps.gz) mit `gzip' komprimiert

        * Textdatei (http://www.infodrom.north/Debian/2.1 /install-de.txt)

        * Textdatei (http://www.infodrom.north/Debian/2.1
          /install-de.txt.gz) mit `gzip' komprimiert

        * Quellcode (http://www.infodrom.north/Debian/2.1
          /install-de.tar.gz), also die Debiandoc SGML-Dateien und ein
          Makefile

12.1.2. Bezugsquellen fr die Debian GNU/Linux Distribution
(README.mirrors)
----------------------------------------------------------------------------

     Dieser Absatz enthlt Auszge der bersetzung von `README.mirrors'.
     Das Original befindet sich beispielsweise im obersten Verzeichnis auf
     der Debian CDROM. Eine aktuelle Liste der Debian Mirror-Server im
     Internet ist auf der Homepage von Debian (http://www.debian.org/) und
     auf dem deutschen Debian-Mirror (http://www.debian.de/) zu finden.

     Als Spiegel (_mirror_) werden Rechner bezeichnet, die in regelmigen
     Abstnden eine exakte Kopie eines oder mehrerer Verzeichnisse eines
     anderen Rechners erstellen. Dadurch wird die Debian GNU/Linux
     Distribution auf viele Rechner verteilt und jeder kann auf einen
     Rechner in seiner Nhe zugreifen. So kommen viele sehr schnell an die
     gewnschten Daten. Deshalb sollte es nach Mglichkeit vermieden
     werden, auf den Zentralserver von Debian (ftp.debian.org) zuzugreifen,
     auch wenn nicht sofort das angekndigte Paket auf jedem Spiegel
     verfgbar ist, sondern vielleicht erst einen Tag spter.

     Hier folgt nun eine Liste von deutschen Spiegeln. Zustzlich ist die
     Email-Adresse des jeweiligen Verantwortlichen angegeben.

        * linux.mathematik.tu-darmstadt.de
          (ftp://linux.mathematik.tu-darmstadt.de/pub/l
          inux/distributions/debian/), Email:
          <ftpadmin@ftp.th-darmstadt.de>

        * ftp.rz.uni-karlsruhe.de
          (ftp://ftp.rz.uni-karlsruhe.de/pub/linux/mirror.debian/), Email:
          <ftp@rz.uni-karlsruhe.de>

        * ftp.tu-clausthal.de
          (ftp://ftp.tu-clausthal.de/pub/linux/debian/), Email:
          <ftpadm@tu-clausthal.de>

        * ftp.uni-erlangen.de (ftp://ftp.uni-erlangen.de/pub/Linux/debian/)
          auch fr Debian-non-US
          (ftp://ftp.uni-erlangen.de/pub/Linux/debian/debian-non-US/),
          Email: <ftplinux@rrze.uni-erlangen.de>

        * ftp.uni-mainz.de (ftp://ftp.uni-mainz.de/pub/Linux/debian/) auch
          fr Debian-non-US
          (ftp://ftp.uni-mainz.de/pub/Linux/debian-non-US/), Email:
          <ftpadmin@goofy.zdv.uni-mainz.de>

        * sunsite.cnlab-switch.ch
          (ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/debian/) auch fr
          Debian-non-US
          (ftp://sunsite.cnlab-switch.ch/mirror/debian-non-US/), Email:
          <archive@sunsite.cnlab-switch.ch>

12.1.3. PGP, ssh (README.non-US)
--------------------------------

     Dieser Absatz besteht aus der bersetzung von README.non-US
     (ftp://ftp.debian.org/debian/dists/slink/disks-i38
     6/current/README.non-US).

     In den Vereinigten Staaten gelten Exportbeschrnkungen fr
     Rstungsgter. Kryptografie-Software (zur Verschlsselung geeignet)
     fllt unter diese Bestimmungen. Deshalb sind die betreffenden Pakete
     von Debian GNU/Linux nicht auf amerikanischen Servern zu finden,
     sondern im Debian-non-US-Archiv
     (ftp://nonus.debian.org/pub/debian-non-US/) und seinen Spiegeln (siehe
     Subsection 12.1.2, `Bezugsquellen fr die Debian GNU/Linux
     Distribution (README.mirrors)'). Eine Liste dieser Rechner
     (ftp://nonus.debian.org/pub/debian-non-US/README.mirrors) ist dort
     ebenfalls verfgbar.

12.1.4. Weiterfhrende Literatur
--------------------------------

     Hier gibt es noch weitere Informationen:

        * Enhanced German-HOWTO (http://www.guug.de/~winni/linux/)

        * Das Deutsche Linux Dokumentations-Projekt
          (http://www.tu-harburg.de/dlhp/)

        * Die Seiten des ``Linux Documentation Projects'' (LDP) unter den
          URLs:
             * http://www.linuxdoc.org
             * http://pc1.chemie.uni-bielefeld.de/LDP/
             * http://www.suse.de/doku/LDP/
             * http://www.mordor.ask.fh-furtwangen.de/LDP/
             * http://www.go.dlr.de/linux/LDP/
             * http://mailer.wiwi.uni-marburg.de/linux/LDP/
             * http://mz8.mz.ze.tu-muenchen.de/files/linux/mirror/LDP/
             * http://www.asta.va.fh-ulm.de/LDP/

        * Linux Anwenderhandbuch von LunetIX (http://www.lunetix.de/LHB/)

        * Hardwarekompatibilittsliste
          (http://www.linuxdoc.org/HOWTO/Hardware-HOWTO.html) (``Linux
          Hardware Compatibility HOWTO'')


12.2. Hinweise zur Benutzung einer deutschen Tastatur mit X11
-------------------------------------------------------------

     Wurde das Window-System X11 erfolgreich mit `xf86config' konfiguriert
     und startet die grafische Oberflche ohne Probleme, dann sollte die
     Tastaturbelegung _unter X11_ der Belegung auf der Textkonsole
     entsprechen. Wenn auf der Konsole eine Deutsche Tastaturbelegung
     geladen wurde, unter X11 jedoch zum Beispiel die Tasten 'Y' und 'Z'
     vertauscht sind und auf den Umlauttasten Semikolon und Doppelpunkt
     liegen, dann mssen Sie fr X11 die Tastaturbelegung ndern. Editieren
     Sie dazu die Datei `/etc/X11/XF86Config' wie folgt:

          ...
          Section "Keyboard"
            ...
            XkbLayout   "de"
            ...
          # XkbKeymap   "xfree86(us)"
            ...

     Die Zeile mit `XkbLayout' ist ursprnglich auskommentiert, das heit,
     sie hat ein `#'-Zeichen am Anfang. Mglicherweise ist die Zeile
     berhaupt nicht vorhanden. In diesem Fall fgen Sie die Zeile in der
     `Section Keyboard' ein. Folgende Zeile

          XkbKeymap "xfree86(us)"

     kommentieren Sie aus, das heit, Sie schreiben ein `#'-Zeichen in die
     erste Spalte.

     Alternativ zu obiger Methode knnen Sie versuchen, die Zeile

          XkbKeymap "xfree86(us)"

     abzundern in

          XkbKeymap "xfree86(de)"

     .

     Fr Schweizer Benutzer von Debian GNU/Linux knnten diese
     Einstellungen an der selben Stelle funktionieren:

          ...
            XkbRules        "xfree86"
            XkbModel        "pc102"
            XkbLayout       "de_CH"
            XkbVariant      "nodeadkeys"
            XkbOptions      ""
          ...

     Auf jeden Fall mssen Sie nach diesen nderungen die Datei
     abspeichern, X11 beenden und neu starten.

     Achtung: Das Terminalprogramm `xterm' akzeptiert mglicherweise keine
     Umlaute. Zum Austesten der neuen Tastaturbelegung starten Sie am
     besten einen Editor wie beispielsweise `xedit'.

     Mehr dazu in ``X11 Release note for non-US-keyboard users''
     (X11-release_note.txt), auf Englisch.


12.3. Gertedateien in `/dev' und Ihre Bedeutung
------------------------------------------------

     Unter Linux befinden sich im Verzeichnes `/dev/' verschiedene
     besondere Dateien, die sogenannten Gertedateien (device files). Unter
     Unix wird auf Hardware- und System-Komponenten jeweils ber
     Gertedateien zugegriffen. Mit Hilfe einer solchen Datei kann vom
     jeweiligen Programm ber einen speziellen internen Treiber das
     zugehrige Gert bzw. eine Systemkomponente angesprochen werden. Die
     Gertedatei dient dafr als Schnittstelle. Aus Anwendersicht verhalten
     sich Gertedateien oft anders als gewhnliche Dateien. Die Bedeutung
     der wichtigsten Gertedateien ist im folgenden aufgefhrt.

     Es gibt sehr viele verschiedene CDROM-Laufwerke und Schnittstellen.
     Sollten Sie weder ein SCSI-CDROM-Laufwerk haben, noch eines mit
     IDE-Schnittstelle, dann gibt es fr Ihr CDROM-Laufwerk eine spezielle
     Gertedatei, die bereits bei der Installation automatisch angelegt
     wurde. Der Name dieser Gertedatei ist blicherweise ein Krzel des
     Namens Ihres CDROM-Laufwerks. Um den Zugriff auf das CDROM-Laufwerk zu
     vereinfachen, existiert der symbolische Link `/dev/cdrom'. Dieser Link
     wird bei der Installation ebenfalls angelegt und verweist auf die
     eigentliche Gertedatei. Mit dem Kommando `ls -l /dev/cdrom' sehen Sie
     nach, auf welche Gertedatei `cdrom' verweist.

          fd0     1. Diskettenlaufwerk
          fd1     2. Diskettenlaufwerk

          hda     IDE Festplatte / IDE CDROM am 1. Anchlu Master
          hdb     IDE Festplatte / IDE CDROM am 1. Anchlu Slave
          hdc     IDE Festplatte / IDE CDROM am 2. Anchlu Master
          hdd     IDE Festplatte / IDE CDROM am 2. Anchlu Slave
          hda1    1. Partition der ersten IDE Platte
          hda15   15. Partition der ersten IDE Platte

          sda     SCSI (Wechsel-) Platte, kleinste SCSI ID
          sdb     SCSI (Wechsel-) Platte, nchstgrere SCSI ID
          sdc     SCSI (Wechsel-) Platte, nchstgrere SCSI ID
          sda1    1. Partition der ersten SCSI (Wechsel-) Platte
          sda15   15. Partition der ersten SCSI (Wechsel-) Platte

          scd0    1. SCSI CDROM Laufwerk
          scd1    2. SCSI CDROM Laufwerk

          cdrom   Symbolischer Link auf cdrom Laufwerk
          mouse   Symbolischer Link auf Maus-Gertedatei

          ttyS0   1. Serielle Schnittstelle (COM1)
          ttyS1   2. Serielle Schnittstelle (COM2)

          lp0     1. Parallele Schnittstelle
          lp1     2. Parallele Schnittstelle

          null    Hier knnen beliebig viel Daten reinkopiert werden
          zero    Hieraus knnen beliebig viel Nullen gelesen werden

     Achtung: Die Daten bei DOS formatierten Zip Medien liegen auf
     Partition vier. Das heit, da Sie zum Mounten eines DOS formatierten
     ZIP Mediums folgendes eingeben mssen:

          mount -t vfat /dev/sdc4 /zip

     Dies gilt fr den Fall, da das Zip Laufwerk das dritte SCSI
     (Wechsel-) Plattengert ist und da Sie das Zip Medium auf das
     Verzeichnis `/zip' mounten mchten.


12.4. Schlubemerkungen
-----------------------

12.4.1. Ergnzungen zu diesem Text
----------------------------------

     Wenn Sie Probleme oder Vorschlge zu diesem Text haben, sollten Sie
     das als Fehler im Paket `installmanual-de' berichten, siehe dazu
     Subsection 12.4.2, `Fehler melden'. Bitte schicken Sie diese nicht
     direkt an die Autoren dieses Textes, da sie sonst evtl. verloren
     gehen.

     Da die Grundlage zu diesem Text die englische im `boot-floppies'-Paket
     enthaltene Installationsanleitung ist, sollten generelle Vorschlge
     auf der Mailing-Liste <debian-boot@lists.debian.org> gemacht werden.

     Die Autoren der jeweils aktuellen Version dieses Textes sind unter
     <installmanual-de@packages.debian.org> zu erreichen.

12.4.2. Fehler melden
---------------------

     Bitte berichten Sie Fehler, wenn Sie welche entdecken. Nur wenn
     auftretende Fehler publik werden, knnen sie behoben werden. Hier ist
     Ihre Mitarbeit gefragt. In Section 7.7, `Fehlersuche im Bootvorgang'
     wurde bereits kurz erlutert, wie Sie einen Fehlerbericht schicken.

     Sie knnen auch das `bug'-Paket benutzen und die Dokumentation des
     Debian Bug Tracking System (http://www.debian.de/Bugs/) lesen. Wann
     immer Sie Fehler berichten, ist es sinnvoll, vorher nach bisher
     bekannten Fehlern in den Paketen zu schauen. Diese finden Sie unter
     `http://bugs.debian.org/<paket>/'.

     Wenn Sie etwas zu einem Fehler hinzufgen mchten, dann schicken Sie
     eine Mail an <bug-nr.><@bugs.debian.org> wobei <bug-nr.> der Nummer
     des jeweiligen Fehlers entspricht.

12.4.3. Mitwirkende
-------------------

     Viele Anwender und Entwickler von Debian haben an der Erstellung
     dieses Dokuments mitgewirkt. Ihre Namen aufzuzhlen, wrde den Rahmen
     sprengen.

12.4.4. Warenzeichen
--------------------

     Warenzeichen, die nicht explizit angegeben wurden, gehren ihren
     jeweiligen Eigentmern. Linux ist eingetragenes Warenzeichen von Linus
     Torvalds. 386, 386sx, 486, Pentium, Pentium Pro und Pentium II sind
     Eigentum von Intel. Windows, Windows95, WindowsNT, und WinModem sind
     Warenzeichen von Microsoft. ThinkPad und OS/2 sind Eigentum von IBM.


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     Debian GNU/Linux 2.1 Installation; Fr Intel x86

     Bruce Perens
     Sven Rudolph
     Igor Grobman
     James Treacy
     Adam Di Carlo
     Christian Leutloff
     Alexander Harderer
     Philipp Frauenfelder
     Martin Schulze

     version v2.1 , 17 Mai 1999

